Archive for the ‘Mobilfunk’ category

Archos Arnova flashen

5. April 2014

Sogenannte Custom ROMs erstetzen das vom Hersteller vorinstallierte Android Betriebssystem durch ein neues. Bereitgestellt wird solche Software von meist ehrenamtlich tätigen Programmiern. Für Könner ist das relativ einfach, weil Google den source code von Android frei zur Verfügung stellt und somit nur noch Anpassungen an das betreffende Gerät vorzunehmen sind. Die Software kann ich mir kostenlos herunterladen, nur Aufspielen (=flashen) muss ich sie selber (und natürlich auch auf eigene Verantwortung). Besonders nützlich sind diese alternativen Betriebssysteme, wenn das Orginal Betriebssystem keine Verbindung (bzw. Zulassung) zum Google Play Store für Apps hat. Dies ist z.B. bei vielen billigen Tablets aus China der Fall.

Wie das Flashen geht, zeige ich jetzt mal am Beispiel des Archos Arnova 7c G2. Ich habe mir dieses Gerät zum Ausprobieren gekauft, denn es ist eins der billigsten 7 Zoll Tablets mit SIM Schacht, also auch unterwegs mit Mobilfunk nutzbar. Das finde ich gerade bei so einem kleinen Gerät unverzichtbar, weil man damit dann wenigstens Zeitunglesen und Notizen in der Cloud abspeichern kann. Für diese Anwendungen reicht dann auch ein günstiger Mobilfunkvertrag mit 300 oder 500 MB Datenvolumen pro Monat, der somit dann auch zum Billiggerät passt.

Allerdings habe ich dann festgestellt, dass der geringe Preis (< 50 €) auch seinen Grund hat: Das Gerät kommt von Haus aus ohne Google Play Zugang und das Angebot an Apps im hauseigenen Archos APPSLIB Marktplatz ist ziemlich enttäuschend. Glücklicherweise gibt es gerade für Archos Geräte eine tolle Community von Enthusiasten und Bastlern unter www.arctablet.com. Für das Archos Arnova gibt es hier u.a. die Nano custom firmware, die mir root Zugang, Google Play und viele neue Funktionen ermöglicht.

An dieser Stelle ein Hinweis, mit dem ich euch hoffentlich Umwege erspare, die mich viel Zeit gekostet haben: Verschiedentlich werden auf Webseiten auch andere Wege beschrieben für Archos Tablets den Google Play Zugang zu bekommen, etwa über die arctablet tools, die man aus dem APPSLIB Market herunterladen kann. Dieser Weg funktioniert aber zumindest bei diesem 3G Tablet eindeutig nicht! Ihr müsst also auf jeden Fall flashen.

Auf der Arctablet Seite gibt es eine ganz brauchbare Anleitung und sogar ein Video, das den Ablauf des Flashens zeigt. Für weitergehende Hinweise werde ich dann auf das Forum verwiesen. Spätestens hier komme ich allerdings dann ein wenig ins Schwimmen, denn bei mir klappt nicht alles auf Anhieb so wie in der Anleitung beschrieben.

Zunächst muss ich die Dateien des Custom ROMs herunterladen und auf meinem PC speichern. Dort gibt es auch Versionen, die die SD Karte zur Erweiterung des ziemlich knappen internen Speichers nutzen. Ich entscheide mich aber für die einfache Version ohne Nutzung der SD Karte für die Erweiterung des internen Speichers (die SD Karte ist natürlich trotzdem nutzbar, aber eben nur für Daten, nicht für die APPs selber).
Ich lade mir also die 3 Dateien:nano-ftp

  • nano-boot-nosd.img
  • nano-system.img
  • trenano-recovery-nosd.img

vom FTP Speicher des Programmierers setialpha herunter. Die Dateien finde ich nach einigem Suchen unter  Devices/[Discontinued] Arnova 7CG2/

Wie bekomme ich nun dieses System auf das Gerät? Das geht beim Archos Arnova nur über das Android Software Development Kit (SDK) von Google, dass ich zunächst mal auf meinem PC installieren muss. Das ist aber einfach: Ich lade die ZIP Datei von Google herunter und entpacke sie in einem beliebigen Verzeichnis. Dabei muss ich darauf achten, dass ich die richtige Version für mein Betriebssystem (also Windows 64-bit) nehme. Von dem ganzen Softwarepaket brauche ich für meine Anforderung nur einen kleinen Teil: die Anwendung fastboot.exe, die sich im Unterverzeichnis
adt-bundle-windows-x86_64-20140321/sdk/platform-tools/ findet. Sinnvollerweise kopiere ich die nano Dateien gleich in das selbe Unterverzeichnis (wobei ich das „-nosd“ entferne), dann brauche ich keine langen Pfadnamen.

ippNun muss ich das Gerät an den PC anschließen und es in den Fastboot mode versetzen. Dazu schalte ich es zunächst mal ganz aus, schließe es dann per USB Kabel an den Computer an und drücke den Einschaltknopf zusammen mit der Lautstärke minus Taste. Die LEDs blinken dann nur kurz, weiter tut sich aber zunächst nichts. Das Gerät sollte nun laut Anleitung im Forum mit den Befehlen (im DOS Fenster)  adb devices oder fastboot devices angezeigt werden. Bei mir tut sich jedoch leider gar nichts 😦

Aber so schnell gebe ich nicht auf. Aus weiteren Forum Beiträgen, die ähnliche Probleme beschreiben, erfahre ich, dass mein Computer wohl noch den richtigen Treiber braucht, um das Gerät im Fastboot Modus zu erkennen. Den passenden USB Treiber adb-winusb-driver.zip kann ich mir entweder von Archos herunterladen oder vom FTP Servers des Programmierers (dort unter Devices/[Discontinued] Arnova 7CG2/Other/ADB_WIN_Drivers.tar.xz).

ADB-Treiber-aktualisierenDen Treiber entpacke ich in einem beliebigen Verzeichnis auf meinem Computer. Nun öffne ich auf meinem PC den Gerätemanger (per rechts-Klick auf Computer – Eigenschaften – Gerätemanager) und suche das angeschlossene Archos Arnova Gerät. In der Tat finde ich es unter Android Phone (möglicherweise auch als unbekanntes Gerät). Ich klicke nun rechts auf den derzeit aktiven Geräteeintrag und wähle Treiber aktualisieren. Ich klicke dann Auf dem Computer nach Treibersoftware suchen und gebe direkt das Verzeichnis aus, wo ich den USB Treiber entpackt habe. Dort wähle ich die erste .inf Datei aus, die ich finde, und drücke ok. Nun bekomme ich eine Auswahl von Treibern, die in diesem Treiberpaket enthalten sind. Ich entscheide mich für das Android Composite ADB interface (wobei die anderen vermutlich genauso funktionieren). Wenn ich nun im DOS Fenster fastboot devices eingebe, erhalte ich die gewünschte Rückmeldung vom Archos Arnova Gerät: Arnova-DC5ABF**** fastboot. Der im Forum angebene Befehl adb devices funktioniert immer noch nicht, aber das ist mir jetzt erstmal egal und offenbar auch weniger wichtig.

Nun kann ich endlich weiter nach Anleitung verfahren. Der Reihe nach gebe ich in einem DOS Fenster die im Forum angebenen Befehle mit den Namen meiner Systemdateien ein:fastboot

  • fastboot flash recovery trenano-recovery.img
  • fastboot flash boot nano-boot.img
  • fastboot -w erase system (dieser Befehl produziert zwar Warnungen, aber das macht offenbar weiter nichts; siehe Bild rechts)
  • fastboot flash system nano-system.img (dieser Vorgang dauert ziemlich lang, ohne dass auf dem Bildschirm etwas zu sehen ist. Also Geduld!)
  • fastboot continue (nach diesem Befehl startet das Tablet mit dem neuen Betriebssystem)

Tatsächlich klappt der Vorgang 1a und das auch optisch schön gemachte NANO Android startet ohne Probleme. 🙂 Nun muss ich nur noch den normalen Erstinstallationsvorgang durchgehen und meinen Google Account eintragen. Und schon habe ich vollständigen Zugriff auf den Google Play Store mit allen seinen Apps.

ipp

 

 

War doch ziemlich einfach 😉

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Datenmenge kontrollieren

6. Oktober 2012

Diese Erfahrung machen wohl die meisten Smartphonebesitzer früher oder später: Die angebliche „Datenflatrate“ ist gar keine, denn ab einer bestimmten – knapp bemessenen – Datenverkehrsmenge („traffic“, „volume“) wird die Geschwindigkeit der Mobilfunkübertragung heruntergefahren, auf 64 kbps (kilo-bit-pro-Sekunde) oder noch weniger. Technisch entspricht das einem Wechsel von der Technologie UMTS (gebräuchlich sind auch die Begriffe HS(D)PA oder 3G) auf die ältere Technologie GPRS (wobei meist eigentlich nur UMTS auf „GPRS Niveau“ gedrosselt wird).

Ich empfehle daher, bereits bei der Wahl des Mobilfunkproviders und Vertrages das Kleingedruckte zu lesen und das richtige Produkt auszuwählen.

Gebräuchlich sind folgende Obergrenzen in Bezug auf das monatliche Datenvolumen, bevor es langsam wird:

  • keine Begrenzung und stattdessen Kosten pro übertragenem kByte: sehr riskant bei Smartphones, denn hier können leicht enorme Kosten entstehen. Im Zweifelsfall in den Einstellungen Datenübertragung per Mobilfunk ganz unterbinden und nur bei Bedarf vorübergehend aktivieren.
  • 100 MB: reicht eigentlich für niemanden; höchstens akzeptabel, wenn ich mit dem Smartphone fast nur telefoniere und unterwegs nichts außer Emails-checken mache.
  • 200 MB: reicht aus, wenn ich nur wenige Apps installiert habe und unterwegs nur gelegentlich online gehe.
  • 500 MB: reicht für die typischen Smartphone-Benutzer aus, allerdings sollte ich nur selten oder nie unterwegs Youtube Videos kucken und auch sonst keine heftigen Downloads machen. Bei einem Android-Tablet hingegen, das von der Benutzung her einen Computer ersetzt, ist 500 MB eher die Mindestmenge.
  • 1G, 5G oder mehr: die richtige Datenmenge für Poweruser und Tablet-Benutzer, auch sinnvoll, wenn ich zu Hause kein WLAN habe, also auch dort per Mobilfunk ins Netz gehe. Die Datenmenge ist auch richtig für Navigation, wenn ich Kartenmaterial oder Bilder downloaden muss.
  • echte Flatrate wie bei DSL üblich: gibt es bisher leider nicht, mir ist zumindest kein Anbieter bzw. Produkt bekannt.

Was aber, wenn ich nunmal einen Vertrag mit wenig Datenvolumen habe oder trotz vernünftigem Surfverhalten immer wieder an meine Datenobergrenze stoße? Dann hilft nur noch, die Datenmenge, die mit dem Internet ausgetauscht wird, zu reduzieren. Der erste Schritt dorthin ist erstmal überhaupt zu wissen, welche Anwendungen und Apps den meisten Traffic erzeugen, sprich Kontrolle.

Hierfür gibt es eine Reihe von Apps mit durchaus unterschiedlichen Ansätzen.

3G Watchdog warnt, wenn das Datenvolumen zu Ende geht

3G Watchdog erfasst getrennt das Datenvolumen über Mobilfunk und WLAN (Wifi). Ich kann mein monatliches Datenvolumen eingeben und mir grafisch und in Zahlen darstellen lassen, wieviel ich davon schon verbraucht habe. Sehr schön ist auch die Möglichkeit manuell eigene Werte einzugeben, z.B. wenn ich erst nach Beginn des maßgeblichen Zeitraums zu messen beginne. Traffic-Werte für einzelne Apps bleiben aber hier der kostenpflichtigen Pro-Version vorbehalten.

Radio Opt Traffic Monitor zeigt die Statistiken ebenfalls getrennt für Mobilfunk und WLAN an, sogar in Form einer Verlaufskurve, so dass man Spitzenzeiten erkennen kann. Das Tool kommt schon in der kostenlosen Version mit einer Reihe von nützlichen Zusatzfunktionen und Einstellmöglichkeiten. Die ebenfalls vorhandene Funktion, die Datenmenge manuell einzutragen, funktionierte bei mir freilich nicht. Unter tasks gibt es eine Statistik pro App, wobei nur leider nicht klar wird, was hier eigentlich dargestellt wird. Speicherverbrauch pro App? Datentraffic up and down? mit WLAN oder nur Mobilfunk?

Sehr einfach gehalten ist das Tool Network Traffic Detail. Es zeigt nur die Datenmenge pro App an, liefert aber leider auch keine Erklärung, was nun eigentlich angezeigt wird: Mobilfunk oder WLAN oder beides? Eher unbrauchbar, daher gleich wieder deinstalliert.

Traffic Counter Extended ist ein ganzes Set von Messtools: für Datenverbindungen über Mobilfunk und WLAN, aber auch für die Kosten bei Telefonie und SMS. Das Tool zeigt auch eine Extraaufstellung des Datentraffic pro App nur leider wieder ohne explizite Aussage, was hier dargestellt wird: nur Mobilfunk oder auch Daten über WLAN?

Network TrafficStats Lite zeigt den Traffic pro Applikation, wobei auch noch die Summe aufgeführt wird. Das Interface ist ziemlich spartanisch und auch die Einstellmöglichkeiten sind begrenzt. Immerhin läßt sich explizit „Ignore Wifi traffic“ einstellen, so dass wenigstens klar ist, dass hier nur die Mobilfunkdaten dargestellt werden.

Traffic Info zeigt den Traffic zunächst im Fenster nur den Traffic pro App getrennt nach „User“ und „System“ . Nur über den Einstellungsknopf kommt man auf eine Sammelstatistik, die dann explizit nach Mobile und other(WifFi, USB,..) Traffic trennt. Leider findet sich keine Angabe über den Messzeitraum und auch bei der Messung pro App wird die Trennung nicht ersichtlich.

Ich habe mal ein paar Tage lange mehrere Tools parallel messen lassen und folgende Ergebnisse bekommen:

Anmerkung: B=Byte, kB=kilo-Byte, MB=Mega-Byte

Mobilfunk-gesamt:

  • 3G Watchdog:  9,52 MB gesendet, 33,54 MB empfangen
  • Traffic Monitor: 31 MB insgesamt
  • Traffic Counter Extended: 8 MB gesendet, 30 MB empfangen
  • Network Traffic Stats Lite: 8,3 MB gesendet, 30 MB empfangen

Zumindest ungefähr stimmen die Werte also überein (nur Traffic Monitor scheint deutlich weniger zu messen) und die Datenmenge ist auch in guter Übereinstimmung mit den Rückmeldungen meines Providers über den Trafficverbrauch per Mobilfunk.

Die Frage ist nun: Welche von meinen App erzeugen hier den meisten Traffic? Hier ergab sich im Beobachtungszeitraum folgendes Bild (mit Traffic Stats Lite gemessen):

Mobilfunktraffic pro App:

  • interne Android Dienste: 12 MB gesendet – 3,7 MB empfangen
  • Downloads: 10 kB gesendet – 6,6 MB empfangen
  • Browser: 319 kB gesendet – 6,3 MB empfangen
  • ALDI Süd: 17 kB gesendet – 2,2 MB empfangen
  • Mail: 40 kB gesendet – 660 kB empfangen
  • Zoner Antivirus: 723 B gesendet – 676 kB empfangen
  • Amazon Kindle: 191 kB gesendet – 425 kB empfangen
  • Sicherung: 358 kB gesendet – 234 kB empfangen
  • Google Play Store: 70 kB gesendet – 475 kB empfangen
  • eBay: 44 kB gesendet – 188 kB empfangen
  • Google Synchronsisation: 68 kB gesendet – 157 kB empfangen
  • myTopdeals: 2 kB gesendet – 192 kB empfangen
  • Amazon App Store: 56 kB gesendet – 122 kB empfangen
  • sonstige: < 50 kB pro App

Die Werte klingen alle ganz plausibel. Insgesamt sind das keine großen Überraschungen, da ich ja mein Surfverhalten unterwegs bereits an das knappe Mobilfunkdatenkontigent angepasst habe. Deswegen taucht hier YouTube u.ä. unter den Topverbrauchern erst gar nicht auf. Ärgerlich ist, dass interne Dienste von Android und die beiden installierten App-Stores so heftig dabei sind und meine knappe Mobilfunkdatenmenge aufbrauchen. Übrigens sind auch gerade kostenlose Spiele (die ich wenig benutze) kräftig am kommunzieren, während sie scheinbar nur auf dem Gerät laufen. Was da nebenbei an Datenschutz-relevanten Informationen übertragen wird, will ich gar nicht so genau wissen 😦

Jedenfalls kann ich mit diesen Informationen nun mein Kommunikationsverhalten unterwegs etwas steuern und z.B. bestimmte Anwendungen nur benutzen, wenn ich mit einem WLAN verbunden bin. Grundsätzlich sollte ich sowieso alle Downloads, die ich von Zuhause  über meinen dortigen Internetzugang machen kann, auch dort durchführen, z.B. neue Apps installieren, Videos downloaden, Android-Softwareupdates, .. (bzw. von einem anderen Ort, wo es WLAN gibt)

Was kann ich aber in Bezug auf die Hintergrundkommunikation auf meine Kosten tun? Kann ich die auch ausbremsen?

  • Das wirksamste Mittel ist hier ganz klar der Flugmodus (symbolisiert durch das Flugzeugsymbol). Wenn ich unterwegs ein Kindle-Buch lesen will oder eine kleine App benutze, brauche ich dafür meist nicht unbedingt Internet. Will ich doch aus dem Internet eine Information laden, schalte ich den Flugzeugmodus mal eben kurz aus, hole mir die Daten, und schalte ihn danach wieder ein. Der Preis dafür ist allerdings, dass ich im Flugzeugmodus telefonisch auf dem Smartphone nicht mehr erreichbar bin. Ich brauche also u.U. ein weiteres normales Telefon nur zum Telefonieren.
  • Die weniger rigorose Variante besteht darin, unter Einstellungen – mobile Netzwerke – Daten aktiviert den Datenzugriff über mobile Netzwerke einfach auszuschalten. Ich bleibe so weiter telefonisch erreichbar, Daten fließen aber nur, wenn ich mit einem befreundeten WLAN verbunden bin. Brauche ich das Internet dochmal unterwegs, schalte ich den Datenzugriff kurz ein und anschließend wieder aus.
  • Automatisieren läßt sich dies über die bereits im Zusammenhang mit Stromsparen diskutierte App Juice Defender. Dort kann ich relativ flexibel einstellen, unter welchen Umständen ich Datenkommunikation über Mobilfunk zulassen will und auch z.B. festlegen wie oft sich im Hintergrund laufende Apps mit ihren Mutterdiensten synchronisieren dürfen. Das funktioniert auch sehr gut. Seit ich dieses Tool aktiv nutze, ist mein Datenverbrauch per Mobilfunk um rund 50% zurückgegangen.

Systemdiagnose

27. Juni 2011

Es heißt ja, dass Frauen technische Geräte nach dem Nutzen beurteilen, während Männer eher sich in technischen Spielereien verlieren. Selbst wenn das im Durchschnitt stimmen sollte, wären beide Verhaltensweisen gleichermaßen falsch. Ein technisches Gerät, das keinen sinnvollen Zweck erfüllt, an dem es gemessen werden kann, wird auch schnell langweilig. Und wer die Funktionsweise seines Gerätes nicht versteht, der holt sich spätestens dann einen Frust, wenn mal was nicht so funktioniert wie es soll. Am besten hat diesen Zusammenhang – vielleicht nicht zufällig – eine Frau ausgedrückt. Radia Perlmann war die Ingenieurin, die mit Spanning Tree eines der wichtigsten Protokolle des Internets erfunden hat. Sie sagt:

Ich habe die Technologie erfunden, indem ich einfach sehr klar im Kopf war und die Dinge wirklich verstanden habe (I invented the technology just by being very clearheaded and really understanding things).

Dementsprechend versuche ich jetzt mal etwas genauer zu verstehen, wie mein Gerät funktioniert. Hilfreich sind dabei einige Bücher und Zeitschriften, die ich auf der Seite Literaturhinweise aufführe. Aber auch einige Apps zur Systemdiagnose können helfen, tiefer in die Innereien zu blicken. Im Technikerslang nennt man solche Programme „Tools“ von dem englischen Wort für Werkzeuge. Und wie bei einem Werkzeug muss es natürlich auch zu der Art von Material und der jeweiligen Aufgabe passen. Vielleicht kann ich ja damit auch die Ursache für die eine oder andere Fehlfunktionen eingrenzen. Vor allem aber behalte ich so die Kontrolle über mein Gerät und habe zumindest eine Chance merkwürdigen Aktivitäten und möglichen Datenschutzverletzungen durch installierte Apps auf die Spur zu kommen.

Android System Infos zeigt viele Details

Ich fange mal gleich mit dem besten an, das ich bisher gefunden habe: Android System Info kommt sehr übersichtlich daher. Auf dem ersten Reiter, dem Dashboard, bekommt man erstmal einen groben Überblick  über Speicherplatz und Batteriestand. Der zweite Reiter System verrät technische Details.

  • OS (Operating System) verrät Details zum Browser und wie lange das Handy schon angeschaltet ist
  • BuildInfos zeigt Details zur laufenden Version von Android.
  • Battery zeigt Ladung, Technologie und Temperatur des Akkus
  • Memory listet die einzelnen Speicherbereiche und ihre Belegung
  • Low Memory Killer Levels (schönes Wort wie aus einem Tarantino-Film) zeigt die Grenzwerte an, bei denen eine App aus dem Speicher geworfen wird. Hierzu schreibe ich nochmal einen Extra Artikel.
  • Telephony zeigt Details der Telefoneigenschaften bzw. des Mobilfunkbetreibernetzwerks.
  • Networks listet die Voreinstellungen der verschiedenen Datenübertragungswege.
  • WiFi zeigt die eingestellten Parameter bei Verbindung mit einem WLAN Netz
  • CPU beschreibt die Eigenschaften des Prozessors und der Computer-Hardware
  • Camera stellt die Fotografieeigenschaften des Geräts zusammen
  • Screen beschreibt den Touchscreen
  • OpenGL steht für Offene Grafikbibliothek und steht für einen wichtigen Bestandteil der Software
  • Sensors beschreibt die im Gerät vorhandenen Sensorenchips, mit denen Bewegung, Lage, Fingerdruck und andere Eigenschaften registriert werden.
  • Environment listet alle wichtigen Dateiverzeichnisse und ihre Einbindung im Dateisystem auf
  • Features listet die im Telefon vorhandenen technischen Funktionen des jeweiligen Geräts auf
  • JavaProperties beschreibt die installierte Programmierumgebung, die für das Funktionieren von Apps nötig ist.
  • Mount Points gibt die UNIX Parameter an, mit denen Geräte und Speicher ins System eingebunden sind.

Natürlich sind nicht alle diese Werte unmittelbar wichtig oder auch nur verständlich. Aber wenn ich einem bestimmten Problem auf der Spur bin, dann können diese Informationen wertvolle Hinweise geben. Und sei es, dass man sie dann einem Experten oder dem Programmierer einer App zur Auswertung nennen kann.

Der Reiter Tasks gibt mir eine Liste aller Prozesse, die derzeit auf meinem Handy im Hintergrund laufen. Aufgelistet werden auch Speicherverbrauch und CPU Last in %. Sollte eine bestimmte Task hier sehr viel Speicher verbrauchen oder die CPU auf die 100% zu treiben, dann ist diese wahrscheinlich die Ursache, wenn mein Gerät abstürzt oder langsam wird.

Der Reiter Apps listet mir meine installierten Programme auf und zeigt mir Speicherverbrauch und Versionsnummer. Durch Drücken erhalte ich noch mehr Detailinformation dazu. Außerdem kann ich die App direkt starten, Einstellungen managen, entfernen oder im Android Market nachschlagen. So komfortabel macht das meines Wissens kein anderes Tool.

Der Reiter Logs zeigt mir die internen Systemmeldungen des Android-Systems an. Auch dies kann für Experten ein wertvoller Hinweis sein, was gerade vor sich gegangen ist und woran ein bestimmter Fehler vielleicht liegt. Mit der Option Log Categorie kann man diese Meldungen noch filtern, z.B. sich nur diejenigen Anzeigen lassen, die mit Funkverbindungen des Geräts zusammenhängen. Mit Save Log kann ich die Meldungen auf der SD-Karte abspeichern, wo ich dann für die weitere Analyse gut drankomme.

Dieses App gibt also schon sehr viel an Information aus. Mit 340 kB ist es auch selbst ziemlich schlank.  Daran müssen sich nun die anderen messen. Da mein Platz im internen Speicher begrenzt ist, können nur diejenigen Apps bleiben, die hier noch einen zusätzlichen Mehrwert liefern.

Norton Mobile Utilities

Auch geteset habe ich die Norton Mobile Utilities. Der Name Norton Utilities ist mir ja vom PC her als gute Referenz aus vergangenen Zeiten bekannt. Mit 1,27 MB brauchen sie schon deutlich mehr Platz. Aber leisten sie auch mehr? Die Oberfläche ist zumindest optisch schön und übersichtlich. Es gibt 4 Grundfunktionen:

  • Apps: eine Liste aller installierten Programme mit nur wenig Details und Möglichkeiten
  • Usage: Ein Zähler, der die aufgelaufene Menge an Telefonaten, SMS und Datenverkehr mißt.
  • Device: die wichtigsten Systeminfos, aber deutlich weniger Details
  • Installer: eine Funktion zur Installation von Apps, die nicht aus dem Android Market stammen.

Außerdem gibt es noch ein Widget, mit dem ich mir diese Infos auch auf dem Homescreen anzeigen lassen kann. Unter den Optionen finde ich dann auch noch eine Funktion, die „Informationen über Security Risiken“ an die Herstellerfirma Symantec „zur Analyse“ weiterleitet. Der Haken ist hier ungefragt gesetzt, so dass ich also, wenn ich nicht aufpasse, hier der Firma Daten liefere, ohne dass ich selber etwas davon habe.

Die einzig wirklich neue und nützliche Funktion ist also der Usage Zähler: Der ist schon interessant, weil ja je nach Flatrate bzw Tarif schnell die Freimenge an Telefonverbindungen und Datenmenge aufgebraucht ist und ich dann (oder besser noch vorher) womöglich besser aufpassen sollte. Aber für den Zweck gibt es noch viele anderen Apps im Market, die vielleicht sogar besser und übersichtlicher sind. Werde ich später testen.

Insgesamt fällt die Bilanz bei diesem Tool nicht so toll aus. Vielleicht gilt hier doch: Nomen est Omen. Auf dem PC braucht ja heutzutage niemand mehr die Norton Utilities. Unter Android auch nicht.

auf einen Blick: Quicksettings

Kucken wir mal, was es sonst noch so gibt:

  • QuickSettings liefert zwar keine zusätzlichen Informationen, dafür aber einen schnellen Überblick und die Möglichkeit die wichtigsten Einstellmöglichkeiten schnell vorzunehmen.
  • Der OS Monitor zeigt mit großer Detailtiefe in mehreren Reitern laufende Prozesse, Linux-Netzwerkinterface, aktive tcp connections und Systemmeldungen an. Auch ein Blick in die Optionen lohnt sich.
  • Network Info II zeigt sehr übersichtlich alle relevanten Parameter der GSM, WLAN, Bluetooth, GPS Netze, mit denen das Gerät gerade verbunden ist.
  • Network Signal Info zeigt in Balkenform die Stärke der Mobilfunk und WLAN Netze in Reichweite an.

Natürlich gibt es noch viele weitere Tools im Market. Darunter inbesondere mehrere interessante WLAN und GPS Tools, die ich aber nochmal gesondert besprechen will. Unter den reinen Systemtools habe ich bisher keine weiteren gefunden, die noch einen Mehrwert zu den oben erwähnten liefern. Aber Ihr dürft gerne hier noch per Kommentar Eure Empfehlungen loswerden.

Öffentlich unterwegs

21. Juni 2011

Früher, als Handys sich noch mit dem Internet schwer taten, gab es ja mal WAP. Das war ein spezielles Protokoll für den Internetzugang von Handys in Kombination mit einem speziellen Format für Webseiten. Die Idee war, Webseiten so darzustellen, dass sie auf dem kleinen Handy-Bildschirm gut zu benutzen sind. Gleichzeitig wollte man den Datenverkehr soweit komprimieren und minimieren, dass die Sache auch über schmalbandige Mobilfunkverbindungen flüssig lief. So richtig durchgesetzt hat sich WAP nicht vor allem, weil es zuwenig sinnvolle Angebote im Netz gab. Jeder Webmaster dieser Welt hätte eine speziell formatierte Version seiner Seite für Handys anlegen müssen. Das machten aber nur wenige.

mit der RMV App kann man direkt eine Fahrkarte kaufen

Eine sinnvolle Anwendung freilich gab es schon damals: Die Abfrage von Abfahrtszeiten im öffentlichen Nahverkehr. Das leuchtet ja auch ein. Wie oft steht man irgendwo in der Pampa an einer Bushaltestelle und irgendein Idiot hat den Fahrplan abgerissen? Handy Empfang habe ich aber fast überall. Selbst wenn ich so oder so warten muss, will ich doch wissen, ob es jetzt 5 oder 40 Minuten bis zum nächsten Bus dauert. Oder: draußen stürmt und regnet es und man sitzt irgendwo gerade im Warmen, wo man es auch noch ein paar Minuten aushalten kann. Da möchte man schon gerne wissen, wann der nächste Zug oder Bus geht, ob man besser im Warmen oder an der Haltestelle wartet. (Klar – Leute, die immer nur mit dem eigenen Auto fahren, haben diese Sorgen nicht. Dafür dürfen sie sich jeden Tag bei der Parkplatzsuche oder generell über ihre Mitautofahrer grün und blau ärgern. :o)

schlicht aber übersichtlich: die Fahrplanabfrage der RMV App

Insofern wundert es mich nicht, dass gerade Apps, mit denen man den öffentlichen Nahverkehr abfragen kann, in jeder App Hitliste ganz vorne auftauchen. Nicht nur die Bahn AG, sondern auch praktisch jeder Verkehrsverbund geht da mit einer eigenen App an den Start. Und soweit ich die mir angeschaut habe, tun die wohl alle ihren Dienst. Die App des Rhein-Main-Verkehrsverbundes ermöglicht es sogar, sich Fahrkarten zu kaufen. Das löst sie über einen kostenpflichtigen Anruf und verlangt daher auch die Rechte mit dem Handy rauswählen zu dürfen. Nicht so gut finde ich allerdings, dass der Fahrkartenkauf gleich immer als erstes voreingestellt ist. Schließlich gibt es auch Leute, die eine Monats- oder Jahreskarte haben und nur mal die Abfahrtszeit nachsehen wollen. Aber wenn man wirklich eine Fahrkarte online kaufen will, geht das in der Rhein-Main-Ebene nur mit dieser App.

Auch die Deutsche Bahn AG stellt mit dem DB Navigator eine gutes Program zur Verfügung. Man kann bequem und erstaunlich schnell alle Zugverbindungen für beliebige Strecken, Tage, Zeiten und Zugtypen abfragen. Die Suche funktioniert sogar besser als auf der Internetseite der DB. Will man ein Ticket buchen, wird man auf die mobil-Version der Internetseite weitergeleitet. Dort kann man sich das Ticket offenbar dann sogar per MMS auf das Handy schicken lassen. Bei Gelegenheit werde ich das mal ausprobieren. Hoffentlich geht dann meinem Samsung nicht gerade die Puste aus, wenn der Schaffner das Ticket sehen will. :-/

Kucken wir uns die private Konkurrenz an. Dazu gehört auch der Klassiker Google Maps + Navigation. Dort kann ich als Fußgänger in einem weiteren Schritt auswählen, dass ich den öffentlichen Nahverkehr verwenden will und bekomme dann entsprechende Infos. Auch hat fast jede lokale Stadtauskunft noch irgendwo Fahrpläne und Haltestellen mit dabei.

Aber die wirklich ernstzunehmende Konkurrenz zu den offiziellen Apps der Verkehrsbetriebe ist eindeutig Öffi. Dieses Programm besteht eigentlich aus zwei gesonderten Apps:

  • Öffi Verbindungen: um sich die nächste Verbindung zwischen einem Startpunkt und einem Ziel anzeigen zu lassen
  • Öffi Haltestellen: um sich die nächsten Abfahrten in der Nähe des derzeitigen Standorts anzeigen zu lassen. Dabei nutzt die App auch GPS und weiß somit, wo ich mich gerade aufhalte.

Öffi kann auch gut mit dem Querformat umgehen und zeigt dann auch noch einen Umgebungsplan. Und es stellt auf Wunsch die Fahrpläne und Anschlußverbindung auch noch grafisch dar. Sogar Netzpläne und Nachtbusverbindungen kann man einsehen. Interessant, wenn auch noch verbesserungsfähig, ist die Funktion, dass man Favoriten abspeichern kann. So spart man sich beim nächsten Mal die Tipperei. Allerdings muss man dazu die Haltestelle zuerst suchen und kann nicht aus jedem Kontext heraus Favoriten speichern. Wünschenswert wäre auch noch, dass man nicht nur Haltestellen, sondern auch selbstgewählte Points of Interest abspeichern könnte. Aber das kommt ja vieleicht noch in der nächsten Version.

Ich empfehle jedenfalls nicht nur die App zu installieren, sondern auch mal ausgiebig mit den Zusatzoptionen und Einstellungsmöglichkeiten rumzuspielen. Das ganze ersetzt locker den gedruckten Fahrplan von gleich einem dutzend Verkehrsverbünden. Und es ist grafisch einfach schön und übersichtlich gelöst. Wirklich ein Mehrwert fürs Smartphone und das auch noch kostenlos!

Netzclub verändert Tarif

19. Juni 2011

Bisher bin ich mit dem speziellen werbefinanzierten Netzclub-Tarif ganz gut gefahren. Keine monatlichen Raten, nur Prepaid fürs Telefonieren. Und das Surfen ist kostenlos und bis zu einer Datenmenge von 200 MB sogar mit UMTS High-Speed. Das hat mir wider Erwarten sogar gereicht, weil ich unterwegs keine sehr Daten-lastigen Anwendungen wie Videos aufgerufen habe.

Nun erhalte ich eine SMS, die mir mitteilt, dass Telefonieren nun nur noch 9 Cent statt 11 Cent pro Minute kostet. Das ist erfreulich! Weiter heißt es: „Sichere dir weiterhin deine kostenfreie Internetflatrate (200 MB ohne Geschwindigkeitsreduzierung), indem du bis zum 31.07.2011 einmalig Guthaben auflädts.“ Ich kucke auf der Netzclub-Seite nach und entdecke, dass der Tarif zumindest für Neukunden deutlich verändert wurde. Nun gibt es nur noch 100 MB, bevor die Geschwindigkeit gedrosselt wird. Eine größere Datenmenge kriegt man nur, wenn man den „Sponsored Surf – Pro“ für monatlich 5 € Zuzahlung wählt. Das ist natürlich für Leute, denen es vor allem ums mobile Surfen geht, deutlich weniger attraktiv. Aber immerhin: die Regelung für „Kunden der ersten Stunde“ wie mich ist fair. Die 10 € werde ich aufladen.

Aus einem Computer-Presseartikel erfahre ich weiter, dass „ab sofort das mobile Bezahlsystem mpass zur Verfügung“ zur Verfügung steht“. Damit könnte man dann kleinere Artikel in Online-Shops direkt bezahlen. Wäre durchaus sinnvoll – es ist ja ziemlich unsicher auch für Minibeträge immer die Kreditkartennummer rauszurücken. Komischerweise ist davon auf der Netzclub-Seite noch nichts zu lesen. Na ja, warten wirs ab.

Es gibt doch ein Handbuch!

16. Juni 2011

Ich gehöre zu den vermutlich wenigen Menschen, die technische Handbücher lesen. Ich habe mir sogar angewöhnt, bei der Neuanschaffung von Geräten zumindest einmal das mitgelieferte Handbuch von Anfang bis Ende durchzulesen. Das lohnt sich fast immer, denn so entdecke ich Funktionen meines Geräts, auf die ich beim reinen Ausprobieren vermutlich nie gestoßen wäre. Ob ich sie dann nutze, ist eine andere Frage, aber ich sollte sie kennen. Auch bewahrt die Kenntnis von technischen Daten oft vor Enttäuschungen. Ich weiß dann zumindest, warum etwas nicht geht und worauf ich beim nächsten Mal vor dem Kauf achten sollte.

Entsprechend enttäuscht war ich über das beim Samsung Galaxy Gio mitgelieferte Mini-Handbuch, das tatsächlich kaum mehr als das Ein- und Ausschalten erklärt. Aber inzwischen habe ich entdeckt, dass Samsung doch noch einmal nachgelegt hat und ein ausführlicheres Handbuch auf der Webseite bereithält. Über die bereits beschriebene grundlegende Inbetriebnahme hinaus, erklärt diese Handbuch auch noch folgende Punkte relativ ausführlich:

  • SD Speicherkarte einsetzen und formatieren
  • Trageriemen anbringen
  • Apps aus dem Android-Market herunterladen
  • Anzeigesymbole in der Kopfzeile
  • Bedienung des Touchscreens
  • „Schnellzugriffsanzeige“ (damit ist die herunterziehbare Kopfleiste gemeint)
  • stumm-Schalten des Geräts
  • Veränderungen des „Standby-Bildschirms“
  • Tastatureingabeoptionen
  • Anwendungen aus dem Android-Market herunterladen
  • Dateien aus dem Internet herunterladen
  • Telefonieren mit und ohne Headset
  • SMS, MMS und fortgeschrittene Telefonfunktionen
  • Emails empfangen und verschicken mit Google Mail und anderen Diensten
  • Talk (=chatten) über Google
  • Social Hub Funktion
  •  Kamera inklusive fortgeschrittener Funktionen (Fotoserie, Panoramafoto, Video, usw.)
  • Galerie und unterstützte Dateiformate (Grafik: bmp, gif, jpg, png, wbmp, agif; Video: 3gp, mp4 mit Codec MPEG4, H.263, H.264)
  • Musik abspielen inklusive fortgeschrittener Optionen
  • UKW Radio
  • Kontakte Datenbank
  • Kalender
  • Memo
  • Sprachmemo
  • Internet
  • Google Maps
  • Google Latitude (ein Dienst um den eigenen Standort an Freunde zu übermitteln)
  • Navigation
  • Youtube Videos kucken oder hochladen
  • Nachrichten und Wetterbericht
  • Samsung Apps
  • Bluetooth
  • WLAN
  • AllShare über DLNA (damit kann ich Daten für benachbarte Geräte im WLAN freigeben)
  • Tethering über USB oder WLAN (eine Funktion um den Mobil Internetzugang des Handys durch andere Geräte mitzunutzen)
  • PC Verbindungen mit der Software „Kies“
  • VPN Verbindungen
  • Uhr anzeigen lassen
  • Taschenrechner
  • Eigene Dateien: damit ist der vorinstallierte Dateimanager gemeint
  •  SIM Toolkit: Zusatzdienste des Mobilfunkbetreibers
  • Taskmanager: aktive Apps kontrollieren und beenden
  • ThinkFree Office: ein android-eigenes Office Paket für die Dokumentbearbeitung, auch online über den Dienst „ThinkFree“. Unterstützte Formate sind „txt, doc, docx, xls, xlsx, ppt, pptx, pdf“
  • Sprachsteuerung
  • Einstellungsmenu (ausführlich jeder einzelne Punkt beschrieben)

Außerdem gibt es noch einen ausführlichen Teil „Rat und Hilfe bei Problemen“. Und wieder eine endlose Liste von Sicherheitshinweisen, die wohl der rechtlichen Absicherung des Herstellers dienen.

Ganz zum Schluß noch der Hinweis dass man das Programm „Kies“ von der Webseite www.samsungmobile.com downloaden kann. Ja genau von der hab ich das Handbuch! 🙂

Alles in allem ist das doch ein ganz gut geschriebenes Handbuch. Das meiste habe ich inzwischen zwar auch so rausgekriegt aber ein paar Feinheiten sind mir doch noch entgangen. Gleich mal ausprobieren! Was die Dienste betrifft, die ich noch nicht mit eigenen Artikel beschrieben habe, hole ich das Schritt für Schritt nach. Wobei ich dann auch Apps aus dem Market, die das gleiche aber vielleicht noch ein bißchen besser tun, zum Vergleich heranziehen werde. Ich will ja schließlich doch in diesem Blog ein wenig Mehrwert über das Handbuch hinaus liefern. 🙂

Internet in der Hosentasche

8. Juni 2011

Moderne Smartphones kommen mit dem Versprechen daher, vollen Internetzugang zu gewährleisten. Neudeutsch heißt das  „Surfen“ und suggeriert ein sportliches, wenn nicht sogar lustvoll-entspanntes  Dahingleiten über die Weiten der Webseiten. Aber stimmt das auch und ist es wirklich praktikabel? Und brauche ich das überhaupt, gibt es sinnvolle Anwendungen?

Nachrichten lesen auch auf kleinem Bildschirm

Ich mache also den Praxistest. Zunächst mal probiere ich aus, wo und mit welcher Performance ich überhaupt Zugriff habe. Ob ich überhaupt Verbindung habe sehe ich in der Kopfzeile des Touchscreens. Zuhause loggt sich mein Handy automatisch ins Wireless LAN ein. Das wird dann durch die ansteigenden parallelen Balken angezeigt. Das zumindest funktioniert ganz gut.  Die Reichweite ist aber natürlich begrenzt und andere WLAN Netze stehen nur selten frei zur Verfügung. Unterwegs brauche ich also andere Zugangswege.

In einer Großstadt fast überall verfügbar ist UMTS. Angezeigt wird dies durch das „3G“ Symbol in der Kopfzeile. Meine besonders günstige Internetflatrate ermöglicht mir hier zumindest das Ausprobieren, wenngleich die Datenmenge ziemlich begrenzt ist. Und tatsächlich bekomme ich in Frankfurt praktisch überall Empfang. Deutlich langsamer wird es meine High-Speed Datenmenge verbraucht ist, oder (z.B. in manchen Gebieten auf dem Land) nur ein langsameres Datenprotokoll wie GPRS zur Verfügung steht. Mit 63 kbit/s wird aus Surfen eher Warten.

Als Browser benutze ich zunächst den voreingestellten, der nur mit „Internet“ bezeichnet wird. Ich gehe zunächst mal auf die Google News Seiten, um mir einen Nachrichtenüberblick und verschiedene Artikel anzusehen. Das geht erstaunlich gut und auch das Herummanöverieren mit dem Finger auf den Seiten, das Verkleinern und Vergrößern durch Multitouch klappt hervorragend.

Opera: Startbildschirm selbst zusammenstellen

Nun lade ich mir noch einen alternativen Browser aus dem Android Market herunter: „Opera Mini„. Der wird von vielen Testern empfohlen und soll den Zugriff auf Webseiten sogar beschleunigen. Nach dem Starten bekomme ich hier gleich mehrere voreingestellte Seiten angezeigt: „Opera Portal“, Facebook, GMX, Opera Sports, … Das ist nun nicht gerade das was ich als Startbildschirm will. Aber  ich kann diejenigen, die mich weniger interessieren, schnell ersetzen. Ein längerer Druck auf ein Symbol führt zum Angebot „bearbeiten“ oder löschen. Das mache ich doch mal! Das geht ganz gut – ich man mir meine eigene Kombination aus Seiten zusammenstellen und die dann künftig mit einem Klick erreichen. Das ist praktisch! Allerdings muss ich die Seiten entweder bereits als Lesezeichen gespeichert haben oder die Url manuell eingeben. Und das kann auf dem Samsung Galaxy Gio etwas mühsam sein.

Kommen wir nun zur Gretchenfrage: Wozu brauche ich das überhaupt? Um ausführlich im Internet zu recherchieren oder auch entspannt zu surfen ist der kleine Bildschirm des Smartphones nicht geeignet.Vor allem wenn man auch noch was eingeben muss, wird es mühsam. Wenn man da wirklich eine kleine, leichte, mobile Lösung braucht, sollte man lieber einen Netbook anschaffen. Es kann also nur darum gehen, mal schnell etwas nachzuschauen, sich eine Information auf dem Internet zu holen. Für die naheliegendsten Sachen gibt es allerdings hier spezialisierte Apps, die viel benutzerfreundlicher sind als der Browser z.B.:

  • Meine Stadt: mit Kino, Veranstaltungsangeboten
  • Öffi„, eine App für den Nahverkehr (bzw regionale Angebote von Verkehrsgesellschaften z.B. RMV in Frankfurt, mit denen man z.T. sogar Fahrkarten kaufen kann)
  • Discounter und Shops haben z.T. auch eigene Apps wie z.B. Aldi

Man sollte also unbedingt die Apps im Market oder auch anderen Quellen durchforsten auf das spezielle Informationsangebot hin, das man häufiger benötigt. Der Browser ist nur zweite Wahl. Übrig bleiben also vor allem Webseiten und Informationsangebote, für die es noch keine eigene App gibt, oder solche, wo ich heute noch gar nicht ahne, das ich sie unterwegs brauchen werde. Ich nenne mal z.B. die wechselnden Flohmarkttermine in Frankfurt oder Öffnungszeiten von Museen und Schwimmbädern. Auch häufig wechselnde spezielle Nachrichtenangebote von Vereinen und Organisationen kommen in Frage. Solche Informationen finde ich heutzutage am einfachsten im Internet. Soweit ich die schon kenne, habe ich mal die wichtigsten als Lesezeichen abgespeichert. Und falls ich was nachschauen will, an das ich heute noch nicht denke, habe ich nun zumindest auch unterwegs eine Chance. Allein das ist schon mal ein Mehrwert.