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Android-Kindle

23. Juli 2011

Eines meiner ältesten ungelösten Probleme ist, dass ich gerne mehr Bücher lesen würde als ich von der Zeit her schaffe. Das führt dazu, dass die Bände sich schon mal in meiner Wohnung stapeln, wenn alle Regale belegt sind. Es soll ja Menschen geben, die die Bücher in ihrer Wohnung zu Repräsentationszwecken nutzen. Bei mir wäre das aussichtslos – ab einer gewissen Menge wirkt das wohl eher abschreckend. Aber dafür gehöre ich zu dem Teil der Buchbesitzer, die zumindest einen Großteil ihrer Bücher auch gelesen haben – und bei den übrigen habe ich das zumindest vor.

Hauptsächlich lese ich wissenschaftliche und historische Bücher jeder Art. Aber auch Science Fiction und Historienromane finde ich manchmal ganz spannend und unterhaltsam. Die meisten lese ich zwar nur einmal, aber es kommt schon vor, dass ich später nochmal was nachschlagen will. Deswegen fällt es mir gerade bei guten Büchern nicht immer leicht, mich nach dem Lesen wieder von ihnen zu trennen. Nun, zumindest wäre das eine rationale Erklärung für meine Sammelleidenschaft. Wenn ich aber nun alle diese Bücher elektronisch ablegen könnte, wäre zumindest das Platzproblem schon mal gelöst. Und wenn ich die Bücher auch angenehm unterwegs griff- bzw. lesebereit hätte – und zwar genau das Buch, auf das ich gerade Lust habe – dann könnte ich vielleicht auch das Zeitproblem in den Griff bekommen. Ich sehe das ganz pragmatisch, mir geht es um den Inhalt. Wenn das elektronische Buch das gleiche leistet wie das gedruckte, tausche ich gerne.

Ganz so weit ist es aber noch nicht – viele interessante und orginelle Bücher, ein großer Teil des Wissens und der Literatur der Menschheit, finden sich noch nicht in elektronischer Form. Und auch der Lesekomfort auf elektronischen Geräten läßt noch zu wünschen übrig. Ein Schritt in die richtige Richtung ist aber auf jeden Fall der Kindle von Amazon, wohl das erste Gerät, auf dem man Bücher lesen kann, ohne Augenkatharrh zu bekommen. Auch die Software-Version von Kindle für PC ist gar nicht schlecht. Auf meinem kleinen leichten eee-PC habe ich hier schon ganze Romane gelesen.

Das Geschäftsmodell von Amazon ist dabei im Grunde ganz fair: Ich bekomme für einen relativ günstigen Preis ein elektronisches Buch und habe es online dauerhaft zur Verfügung. Ich kann es parallel auf verschiedene Geräten herunterladen, z.B. auf ein echtes Kindle-Gerät, auf meinem Laptop oder eben auch auf mein Android-Handy. Unter Android brauche ich dafür nur die kostenlose App aus dem Market. Sobald ich es gekauft habe und die Kindle-App starte, wird es sogar direkt heruntergeladen, so dass ich es nun auch offline zur Verfügung habe. Interner Speicher wird dabei nicht verbraucht, denn das Buch wird komprimiert unter /mnt/sdcard/kindle also auf der SD-Karte abgelegt.

Die Kindle App hat ein Lexikon an Bord

Die meisten Kindle Funktionen klappen auch ganz gut auf dem kleinen Android Bildschirm. Nach dem Starten zeigt mir die Kindle-App alle meine gekauften Bücher in einer Übersicht an. Mit einem Fingerdruck wähle das Buch, das ich lesen will. Wenn es eins ist, in dem ich schon zuvor unterwegs war, lande ich wieder an genau der Stelle, an der ich beim letzten Mal unterbrochen habe. Die Darstellung ist angenehm und zumindest in geschlossenen Räumen gut lesbar. Umblättern tue ich mit dem Finger und auch das geht flüssig wie bei einem richtigen Buch. Für mich besonders wichtig: Ich habe auch ein Lexikon zur Verfügung. Das brauche ich, weil ich gerade per Kindle viele englischsprachige Bücher lese. Dazu drücke ich einfach etwas länger auf ein Wort und schon bekomme ich eine ausführliche Erklärung, die mir fast immer weiterhilft.

Aber wie sieht es mit dem wichtigsten, dem Lesestoff aus? Gibt es denn wirklich schon genügend Bücher im Amazon-Store? Das Angebot an deutschsprachigen Titeln ist im Moment noch sehr mau. Aber dafür bietet Amazon derzeit in einer Aktion viele gute englischsprachige Bücher für je einen €uro an. Da hab ich nicht nein gesagt und mir ein paar geholt. Und die lese ich jetzt auf meinem Smartphone und bin ganz überrascht, wie gut sich auch anspruchsvolle Sachen in der U-Bahn oder im Cafe lesen lassen. Der Stromverbrauch hält sich offenbar in Grenzen: Anders als bei Hörbüchern kann ich stundenlang lesen, ohne dass der Akkustand merklich zurückgeht. Das könnte tatsächlich eine Nutzung werden, die mir das Android-Phone unentbehrlich macht.

Es gibt übrigens auch Wege, wie ich Public-Domain Bücher und andere Dokumentenformate in ein Kindle-lesbares Format umwandeln kann. Und es gibt noch viele alternative Reader und Online-Angebote. Das muss ich demnächst mal erforschen und kann so meinen Lesestoff unter Android gehörig erweitern. Aber vielleicht schafft es ja auch Amazon noch sich mit den deutschen Verlagen zu einigen und auch ein vernünftiges deutschsprachiges Programm bereitzustellen. Bis dahin halte ich mich jetzt erstmal an die englischsprachigen Sachen – das ist auf jeden Fall gut für meine Sprachkenntnisse.

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Infotainment

10. Juli 2011

Ich weiß, es ist etwas altmodisch, aber ich halte Bildung und Wissen für etwas anderes als das, was bei Günther Jauch abgefragt wird. Und ich halte das Verstehen von Fakten und Zusammenhängen für einen Wert an sich, auch ohne dass ich das gleich irgendwo gewinnbringend anwenden kann.

Daher kommt es wahrscheinlich, dass ich mir lieber Wissen reinziehe, wenn andere in der S-Bahn oder beim Warten an der Haltestelle auf ihrem Handy nur Musik hören oder eine Runde zocken. Natürlich geht Infotainment (Information+Entertainment) auf dem Handy nur in kleinen Häppchen, denn die Bildschirmgröße und die Zeit zwischen ein- und aussteigen ist begrenzt. Wikipedia-Artikel sind zwar eine willkommene Ablenkung bei allzu langweiligen Konferenzen aber unterwegs schon wieder fast zu lang. Glücklicherweise bin ich auf einige richtig gute Info-Apps zu allen möglichen Themen gestoßen. Einige davon will ich euch mal kurz vorstellen:

  • Important Ore Minerals gibt mir einen Überblick über die wichtigsten Gesteine und Mineralien, aus denen Rohstoffe gewonnen werden. Da ich schon immer mal wissen wollte, wo Eisen, Kupfer, Zinn, Silber, Aluminium … eigentlich herkommen und ganz gut Englisch kann, ist diese kostenlose App für mich gewissermaßen Gold wert.
  • Nabu Vogelführer listet 200 verschiedene Vögel. Laut eigenen Angaben sind das sämtliche in Deutschland heimische Arten. Die App soll die Vogelbestimmung erleichtern, indem man gezielt über Rubriken wie Größe des Vogels, Lebensraum, Form der Beine, des Schnabels, des Gefieders Schritt für Schritt die Art eingrenzt. Ich lasse mir aber einfach eine Art nach der anderen anzeigen und kucke nach den Unterschieden. Ob ich damit auch in der Natur einen Vogel bestimmen kann, habe ich noch nicht ausprobiert. Was mir allerdings schon mal dafür fehlt, ist eine Wiedergabe des typischen Gezwitschers bzw. Gesangs. Dies finde ich zwar nicht als App, dafür aber wenigsten in mobiltauglicher Form im Browser unter wap.vogelstimmen.de. Dort kann ich mir dann den typischen Gesang im mp3 Player abspielen lassen und wenn das paßt, weiß ich womöglich, wer da auf Partnersuche ist.
  • Latin Phrasebook enthält bekannte und weniger bekannte lateinische Ausdrücke und Sprichwörter. Ich habe nicht wirklich vor, die nun in meine Texte einfließen zu lassen, aber anregend sind sie allemal, zumal auch Quellen genannt und kurz der literarische Kontext erklärt werden. Das ganze gibt es halt leider wieder nur mit englischer Übersetzung. Aber wer sich an die Sprache der alten Römer heranwagt, den kann das auch nicht mehr schrecken.
  • Gesetze ist eine tolle App nicht nur für Juristen, sondern auch für alle anderen, die sich mal einen kurzen Einblick in diese oder jene Rechtsfrage verschaffen wollen. Sie beruht auf der Webseite www.gesetze-im-internet.de des Justizministeriums. Die Gesetze sind alphabetisch sortiert, was nicht besonders weiterhilft, denn der Gegenstand des Gesetzes läßt sich nicht immer am ersten Wort festmachen. Daher gehe ich jetzt erstmal die ganze Liste durch und lade und markiere mir diejenigen, die für die Themen, mit denen ich mich beschäftige, relevant sind. Beim ersten Aufruf gibt es hier noch eine kleine Verzögerung. Danach ist das Gesetz lokal gespeichert und sofort abrufbar.
  • Schließlich noch zwei Apps, mit denen ich doch noch die Wikipedia Enzyklopädie abfragen kann, wenn mir nach ausführlicherer Information ist: Wapedia gefällt mir optisch am besten, lädt schnell und stellt die Wiki Artikel übersichtlich dar.  Wikidroid for Wikipedia bietet mir dafür noch ein paar Einstellungsmöglichkeiten mehr, z.B. zwischen den Wikis von zwei verschiedene Sprachen (Deutsch und Englisch) schnell hin- und herzuwechseln. Beide Apps sind werbefinanziert, aber für eine kleine Spende, die der Sache zugutekommt, kann ich sie auch werbefrei machen. Ich habe mich nur noch nicht entschieden, welche der beiden …

Soweit eine kleine Auswahl von Apps, die mich hoffentlich klüger machen, wenn ich schon gerade nichts besseres zu tun habe. Vielleicht habt ihr ja noch Lust Eure ganz persönliche Lieblings-Apps, die in diese Sparte passen, als Kommentar unten hinzuzufügen?