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screenshot auf LG smartphone

18. April 2012

Da ich jetzt ein neues Androidgerät habe, muss ich mir natürlich – speziell als Blogger – nochmal Gedanken machen, wie ich den Bildschirminhalt für die Dokumentation abgespeichert kriege. Bei meinem vorigen Samsung Handy gab es ja dafür eine Geräte-eigene Funktion durch gleichzeitiges Drücken der Zurück und Home Taste. Praktischer allerdings war die kostenlose App Screen Capture Shortcut Free, mit der man verzögert einen screenshot machen konnte und die auch ohne root funktionierte. Ich hole mir also gleich mal diese bewährte App und installiere sie auf meinem LG. Doch leider: Gegenwärtig scheint dieses Programm nur die Samsung Galaxy Serie zu unterstützen.

Also kucke ich erstmal im Handbuch nach, ob das LG-P990 eine ähnliche Funktion intern eingebaut hat. Auf Seite 38 werde ich fündig:

Screenshot erstellen

Wenn Sie gleichzeitig auf die Home- und die Ein-/Austaste/ Sperrtaste drücken wird von dem aktuellen Bild ein Screenshot erstellt. Sie hören das Auslösegeräusch einer Kamera. Dieses Bild wird dann auf dem Speicher abgelegt. Sie finden es in der Galerie. (Beachten Sie, dass Sie keine Screenshots von Videos erstellen können.)

Das probiere ich gleichmal. Ist genauso fummelig und umständlich wie es klingt, aber es funktioniert immerhin. Das Bild finde ich schnell über die Systemapp Galerie, den eigentlichen Pfad sehe ich aber dort nicht. Den kriege ich raus mit Hilfe des bereits früher bewährten ES Datei Explorer. Den Pfad zu wissen ist immer dann wichtig, wenn ich das Screenshot-Bild woanders hin kopieren oder weiterverarbeiten will, also eigentlich immer. Ich kriege dann raus, dass der Screenshot auf der internen SD Karte im Verzeichnis /sdcard/CapturedImages/ abgelegt wird.  Wenn ich das Handy per USB an den Computer anschließe, wird mir auch die interne Karte als Laufwerk geöffnet; ich kann das Bildschirmfoto also bequem rüberkopieren.

Allerdings ist mir der Auslösevorgang zu umständlich und zu wenig flexibel. Durch mein vorher genutztes Capture-Tool bin ich verwöhnt und hätte gerne etwas ähnliches, speziell mit der Funktion, mit einer einstellbaren Verzögerung einen Screenshot zu machen. Ich forsche also mal bei Google Play nach, ob es auch etwas gibt, was mein LG Handy unterstützt. Dabei kommen für mich nur Tools ohne root Zugriff in Frage, weil ich wirklich nicht einsehe, irgendeinem mir unbekannten Programmierer wegen so einer banalen Funktion vollständigen und unkontrollierbaren Zugriff auf mein System zu geben.

Screenhot UX hat viele nützliche Optionen

Das an und für sich kostenpflichtige Tool Screenshot UX verspricht, dass es auf vielen Geräten auch ohne root läuft und hat immerhin eine kostenlose trial Version, mit der man 15 Screenshots machen kann. Mein LG-P990 ist unter den Geräten, die ohne root supportet werden, daher probiere ich das gleich mal aus. Und in der Tat: Die App tut, was sie verspricht, und bringt auch all die Funktionen mit, die man erwartet, und sogar noch einige mehr:

  • screenshot über einen Button auslösen, den man auf dem Bildschirm verschieben und sogar in der Größe verändern kann
  • screenshot durch Schütteln auslösen
  • screenshot mit einstellbarer Verzögerung auslösen
  • countdown anzeigen oder verbergen
  • wählbare Aktion nach dem screenshot
  • Bildschirm ausschnitte auswählen
  • Größe des Screenshot-Bildes auswählen
  • Pfad wählen, unter dem das Bild abgespeicher wird, (z.B. auf der externen SD-Karte)
  • usw.

Soweit ich das versucht habe, funktioniert alles anstandslos. Diese App ist also eine sinnvolle Ergänzung zu der Systemfunktion über die Tastenkombination. Für jemand wie mich, der öfter den Bildschirminhalt festhalten muss, sind die 3,13 €, die die Vollversion kostet, sicher gut investiertes Geld.

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Kindle mit Werbung

15. Oktober 2011

Bis vor kurzem hatte die Kindle-App von Amazon eine sympathische Schlichtheit. Man klickte sie an, bekam die Liste der heruntergeladenen Bücher angezeigt und wählte sich eines zum Lesen aus. Alles funktionierte und für das Herunterladen von weiteren (meist kostenpflichtigen) Büchern gab es auch eine Funktion. Doch so konnte es natürlich nicht bleiben. Ein Update mußte her.

Gegen Updates habe ich natürlich erstmal gar nichts. Meist bekomme ich damit ja neue Funktionen, die Beseitigung von lästigen Fehlern und Instabilitäten und manchmal sogar mehr Bedienungskomfort. Doch in diesem Fall war das Update (auf Version 3.1, inzwischen 3.2) eher ärgerlich. Die Startseite (von Amazon „Inhaltsseite“ genannt) wurde bunter, die Bücher werden jetzt nebeneinander und größer angezeigt, was die Übersichtlichkeit nicht gerade erhöht. Soweit ist es aber ja noch Geschmackssache. Aber dass nun der untere Teil des Bildschirm mit den „Empfehlungen des Herausgebers“ besetzt wird, finde ich ziemlich störend. Dazu kommt, dass diese „Empfehlungen“ sich offenbar am Massengeschmack des durchschnittlichen Amazon-Kunden orientierten, was – vorsichtig formuliert – nicht so ganz zu meinen Lesegewohnheiten paßt.

Inzwischen wurde der Herausgeber-Schrott immerhin durch „Empfehlungen für Sie“ ersetzt, was nicht ganz so unangenehm ist. Individualisierte Werbung, die von den bisherigen Kaufgewohnheiten auf zukünftige schließt, ist zwar Datenschutz-rechtlich bedenklich, aber doch immer noch besser als Werbung für völlig bescheuerte Produkte, die ich nie kaufen würde. Komischerweise bekomme ich nun dauernd Hacker-Bücher angeboten, obwohl ich noch nie so eins gekauft habe. Naja – vielleicht weiß Amazon ja mehr über mich als ich selber.

Der wirkliche Hammer beim Update kommt aber, als ich die bereits heruntergeladenen Bücher öffnen will. Bei der Hälfte der Bücher erhalte ich eine Fehlermeldung, dass die Datei leider kaputtgegangen sei. Ich solle sie erst löschen und dann neu herunterladen. Das geht natürlich unterwegs auf Kosten des verfügbaren Mobilfunk-Datenmenge. Wenn ich jetzt im Urlaub gewesen wäre und es nur über Roaming hätte machen können, wäre das richtig doof gewesen.

Immerhin klappte das Herunterladen und die Wiederherstellung des vorigen Zustands und ich lebe halt jetzt mit der Zwangswerbung auf meinem Handy. Amazon schob dann gleich ein weiteres Update (3.2, „Zahlreiche Fehlerbehebungen“) nach, weil sich wohl noch mehr Leute geärgert hatten. Mal sehen, was sich Amazon als nächstes einfallen läßt, um Leser zu vergraulen. Vielleicht sollte ich mir ja doch mal die Konkurrenz anschauen.

Task-Killer

6. Juli 2011

Ein besonders beliebtes Dauerthema in der Android-Community scheint die Frage nach dem Sinn und Zweck von Task-Killer Apps zu sein. Damit ist die Möglichkeit gemeint, im Hintergrund laufende Programme, Tasks (Englisch: Aufgaben) und Prozesse zu beenden. Auch ich bin da am Anfang ganz schön verwirrt gewesen. Denn anders als bei Programmen, die auf dem Computer (unter Windows oder Linux) laufen, kann man man viele Android Apps gar nicht so einfach wieder beenden. Es gibt schlicht in vielen dieser Programm keine exit Funktion.  Am ehesten kann man noch mit der Zurück-Taste den Ablauf stoppen. Wenn ich zuvor aber durch mehrere Menus gegangen bin, kann das schon ein wenig Daumenarbeit bedeuten. Einfacher geht es, indem ich die mittlere Home-Taste drücke. Dann bin ich wieder auf dem Home-Screen und kann irgendetwas anderes machen. Das Programm läuft aber einstweilen weiter. Klicke ich erneut auf die App bin ich wieder an der Stelle, wo ich sie verlassen habe. Ich kann auch jederzeit direkt wieder dorthin wechseln, indem ich die Home-Taste etwas länger drücke. Die in letzter Zeit benutzten Apps werden mir dann angezeigt und ich kann direkt wieder zu der einen oder anderen zurückwechseln. Im Grunde genommen kann es mir eigentlich egal sein, ob sie in der Zwischenzeit im Speicher war oder beim erneuten Drücken wieder zur selben Ablaufstelle hin gestartet wird. Die App nimmt es jedenfalls nicht übel, sie ist ja auch kein Mensch.

Aber läuft der Speicher nicht irgendwann voll, wenn ich eine App nach der anderen starte und sie dann alle warten lasse, bis ich mich wieder mit ihnen beschäftige? Der Theorie nach: Nein. Wie ich u.a. aus einem sehr interessanten Hintergrundartikel gelernt habe, besitzt Android ein Speicherverwaltungssystem, dass automatisch erkennt, wann der Speicher knapp wird. Dann entfernt die Speicherverwaltung die nach eigener Einschätzung unwichtigste App aus dem Speicher. Dabei werden jedoch noch zuvor Benutzerdaten gespeichert, so dass an sich nichts verloren gehen sollte.

Sofern das Programm also sauber programmiert ist, wird der User keinerlei Unterschied zwischen einer beendeten (und neu gestarteten) und einer laufenden (und aus dem Hintergrund geholten) Anwendung bemerken.

http://www.androidig.de/index.php/2009/07/23/hintergrund-arbeitsspeicher-verwaltung-unter-android/

So weit die Theorie. In der Praxis ist es mir schon passiert, dass die eine oder andere App schlicht nicht mehr reagiert hat. Falls das in diesem Fall noch geht, ist die einfachste Methode dann tatächlich die Task zu beenden. Es gab aber auch einige Fälle, wo auch das nicht mehr funktionierte und ich das Handy aus- und wieder einschalten mußte. Offenbar kommt also in der Speicher- und Programmverwaltung schon mal was durcheinander. Daher empfiehlt z.B. auch der Autor Timo Stoppacher in seinen Android Tipps die Verwendung eines Task Managers (siehe Literaturhinweise: Buch „Android Tipps“, Seite 127).

Der Taskmanger erlaubt mir auch ein RAM resetEinen einfachen Task-Manager habe ich bereits bei meinem Samsung Galaxy Gio an Bord. Er zeigt mir im ersten Reiter die Aktiven Anwendungen und bietet mir die Möglichkeit an, sie einzeln zu beenden. Außerdem habe ich noch im Reiter RAM, ein sogenanntes RAM-Management. Mit diesem kann ich den gesamten Speicher zurücksetzen, was aber offenbar mit Risiken verbunden ist. Möglicherweise nützlich ist auch, dass ich auf dem Homescreen ein widget platzieren kann. Mit diesem sehe ich auf einen Blick, wieviele Tasks bzw. Programm gerade im Hintergrund noch aktiv sind.

Advanced Task Killer kann auch interne Prozesse beenden

Etwas mehr Möglichkeiten bietet der Advanced Task Killer, den ich aus dem Android Market herunterladen kann. Neben dem zwangsweisen Beenden von normalen Programmen kann ich damit auch sogenannte Services stoppen. Offensichtlich ist damit das gleiche gemeint wie auch sonst bei Computern und Windows oder Unix: Programme, die Hintergrund laufen und dort bestimmte Dienste erfüllen. Wenn man solche Services abschießt, passiert im günstigsten Fall gar nichts. Im ungünstigsten Fall tut der Computer bzw. das Handy gar nichts mehr – bis zum nächsten Einschalten. Es ist also auf jeden Fall eine heikle Sache Programme auf die harte Tour zu beenden.

Die gleiche Möglichkeit bietet mir auch die bereits besprochene App Android System Info. Dort finde ich einen Reiter Tasks, der mir sogar noch detailierte Informationen liefert, sowie die Möglichkeit entweder zu der Task zu switchen oder sie zu beenden.

Somit habe ich nun wirklich genug Möglichkeiten einzugreifen und die Folgen zu überwachen. Probieren wir das also mal praktisch aus. Ich werde eine ganze Reihe von Apps nacheinander starten und laufen lassen. Und dann versuche ich verschiedene Szenarien – wie z.B. Apps laufen lassen, Apps killen, einfach abwarten – und beobachte dabei wie sich das auf die Performance auswirkt.

Das Laden der Anwendungsliste braucht Zeit

Nur wie messe ich die Performance? Ich könnte mir natürlich jetzt irgendein 3D Spiel aus dem Market herunterladen. Nur verbringe ich dann ziemlich viel Zeit damit erstmal das Spiel zu testen. Und außerdem hat die Ablaufgeschwindigkeit womöglich gar nichts mit dem Speicher zu tun, sondern eher mit der – vielleicht zu schwachbrüstigen – CPU meines Mittelklasse-Geräts. Ich überlege, wo ich denn schon mal real genervt war. Das ist meistens der Fall, wenn man drückt, eine Reaktion erwartet und längere Zeit nichts passiert. Nun fällt mir auch etwas ein. Wenn ich auf dem Homescreen ein neues Programm hinzufügen will, tue ich dies durch langes Drücken auf eine leere Stelle. Es erscheint relativ schnell ein erstes Fenster, das mir u.a. Schnellzugriffe anbietet. Drücke ich dies, dauert es schon etwas und dann bekomme ich wieder eine Auswahl u.a. mit Anwendungen. Nachdem ich dies gedrückt habe, dauert es nun wirklich immer einige Sekunden, manchmal fast eine Minute. Offenbar müssen hier erstmal alle meine Programme aufgelistet werden.Bemerkenswert ist, dass bei einem weiteren Drücken deutlich schneller geht – offenbar wird die zusammengesuchte Information zwischengespeichert. Diese Zeitspanne kann ich ja mal als reproduzierbaren Maßstab nehmen, wieviel mein Gerät gerade im Moment an Resourcen frei hat. Messen kann ich sie mit der eingebauten Stoppuhr meiner Armbanduhr – heutzutage habe ich ja immer alle möglichen Werkzeuge dabei. Zusätzlich werde ich dann noch mir den freien RAM Speicher vorher und nachher notieren – mit der schon bewährten App Android System Info.

Ferner muss ich beachten, dass ich immer unter den gleichen Bedingungen messe. Vor jeder Testrunde werde ich daher das Gerät neu starten und zwar auf die harte Tour einschließlich kurzzeitigem Entfernen des Akku. WLAN und GPS schalte ich am besten auch aus, weil hier ja je nach Aktivität und Empfangsstärke das Handy unterschiedlich belastet sein könnte.

Vielleicht erscheinen diese Vorbereitungen und Überlegungen manchen zu aufwendig für einen schlichten Test. Aber wenn ich eins gelernt habe in meiner Arbeit als Ingenieur, dann das, dass man sich sehr gut überlegen muss, was man wie messen will, wenn man ein Experiment macht. Wer misst misst Mist trifft nicht zufällig oft den Punkt. Und oft gehen bei ernsthaften Experimenten mehrere Testrunden nur dafür drauf, Fehler im Testaufbau und der Herangehensweise zu korrigieren.

Trotz meiner Vorbereitung läuft das Experiment dann aber ganz anders als erwartet. Bevor ich den eigentlichen Test mit einer Anzahl gestarteter Apps durchführe, versuche ich zunächst eine Nulllinie bzw. die Schwankungsbreite zu bestimmen. Ich messe also Zeit und Speicher ohne dass ich irgendwelche Apps (außer dem Mess-App Android System Info) gestartet habe. Das Ergebnis von mehreren Durchläufen ist folgendes:

Speicher frei (von 277 MB) – Dauer bis die Liste der Anwendungen erscheint

79 MB frei – 37s

84 MB frei – 38s

117 MB frei – 32s

88 MB frei –  31s

106 MB frei – 26s

93 MB frei –  23s

112 MB – – 28s

Alle diese Ergebnisse habe ich wie gesagt unter möglichst gleichen Bedingungen jeweils nach einem vollständigen Neustart des Geräts bekommen. Dennoch ist die Schwankungsbreite sowohl beim freien RAM Speicher als auch bei der Wartezeit enorm. Auch ein direkter Zusammenhang zwischen Speicher und Zeit ist nicht erkennbar. Unter diesen Bedingungen wird es schwierig irgendwelche signifikanten Unterschiede in Abhängigkeit von den im Hintergrund laufenden Apps zu bekommen.

Ich starte also nun nacheinander mehrere Apps. Dabei stelle ich fest, dass bis zu 4 Apps im Speicher bleiben. Lade ich die fünfte bleibt die Anzahl der aktiven Apps laut Anzeige des Taskmanagers dennoch bei 4 oder geht sogar auf 3 runter. Offenbar wird dort bereits mindestens eine rausgeworfen. (Diese Anzahl hängt natürlich auch von der Größe der Apps ab).  Es gelingt mir jedenfalls kaum den Wert des freien Speichers nach unten zu treiben. Der niedrigste Wert, den ich erreiche ist 66 MB. Auch bei vier aktiven Apps lande ich meistens jedoch bei rund 80 MB. Nicht viel besser sieht es mit der benötigten Zeitdauer zum Aufruf der Anwendungsliste aus. Hier einige Werte:

80 MB – 32s

70 MB – 36s

93 MB –  31s

An dieser Stelle breche ich ab. Meine Annahme war falsch. Es gibt offenbar gar keine Auswirkung der im Hintergrund laufenden Apps auf die Zeitdauer für das Listen der Anwendungen. Auch ein Zusammenhang zwischen freiem Speicher und gefühlter Performance ist nicht erkennbar. Meine Messung bringt daher auch keine klaren Ergebnisse. Es macht keinen Sinn mehr irgendwelche Apps abzuschießen, wenn sie doch offenbar gar keinen Einfluß auf meine Meßergebnisse haben.

Dennoch ist mein kleines Experiment kein kompletter Fehlschlag. Ich weiß nun, dass die Prozesse, die im Hintergrund ablaufen, offenbar von ganz anderen Faktoren abhängen. Möglicherweise sind diese Vorgänge zu komplex, um sie mit so einem einfachen Versuchsaufbau zu erfassen. Vielleicht laufen ja noch alle paar Minuten Hintergrundroutinen ab oder der Speicher wird gelegentlich optimiert. Vielleicht hängt es auch von Zufällen ab, wie der Speicher nach dem Laden von Apps organisiert wird und wie lange die Ladezeit der Anwendungsliste dauert. Gerade beim Zugriff auf die App-Liste könnten noch ganz andere Einflüsse eine Rolle spielen wie z.B. die letzte Leseposition auf der SD Karte.

Mit dem, was ich nun gelernt habe, erscheint es mir unwahrscheinlich, dass ich mit Task-Killern und ähnlichen manuellen Eingriffen die Leistung des Geräts steigern kann. Ich glaube auch nicht, dass es in Sachen Stromverbrauch viel Unterschied macht, ob eine App noch eine Weile im Speicher hängt. Viel mehr bringt es diesbezüglich Dinge wie WLAN und GPS abzuschalten, wenn man sie gerade nicht braucht. Sinn macht das Beenden von Apps nur, wenn wirklich mal eine App hängt und ich sie anders nicht mehr neu gestartet bekomme. Aber in diesem Fall werde ich wohl oft ohnehin das ganze Gerät neu starten müssen, weil dann meist auch noch andere Anwendungen betroffen sind.

Es gibt doch ein Handbuch!

16. Juni 2011

Ich gehöre zu den vermutlich wenigen Menschen, die technische Handbücher lesen. Ich habe mir sogar angewöhnt, bei der Neuanschaffung von Geräten zumindest einmal das mitgelieferte Handbuch von Anfang bis Ende durchzulesen. Das lohnt sich fast immer, denn so entdecke ich Funktionen meines Geräts, auf die ich beim reinen Ausprobieren vermutlich nie gestoßen wäre. Ob ich sie dann nutze, ist eine andere Frage, aber ich sollte sie kennen. Auch bewahrt die Kenntnis von technischen Daten oft vor Enttäuschungen. Ich weiß dann zumindest, warum etwas nicht geht und worauf ich beim nächsten Mal vor dem Kauf achten sollte.

Entsprechend enttäuscht war ich über das beim Samsung Galaxy Gio mitgelieferte Mini-Handbuch, das tatsächlich kaum mehr als das Ein- und Ausschalten erklärt. Aber inzwischen habe ich entdeckt, dass Samsung doch noch einmal nachgelegt hat und ein ausführlicheres Handbuch auf der Webseite bereithält. Über die bereits beschriebene grundlegende Inbetriebnahme hinaus, erklärt diese Handbuch auch noch folgende Punkte relativ ausführlich:

  • SD Speicherkarte einsetzen und formatieren
  • Trageriemen anbringen
  • Apps aus dem Android-Market herunterladen
  • Anzeigesymbole in der Kopfzeile
  • Bedienung des Touchscreens
  • „Schnellzugriffsanzeige“ (damit ist die herunterziehbare Kopfleiste gemeint)
  • stumm-Schalten des Geräts
  • Veränderungen des „Standby-Bildschirms“
  • Tastatureingabeoptionen
  • Anwendungen aus dem Android-Market herunterladen
  • Dateien aus dem Internet herunterladen
  • Telefonieren mit und ohne Headset
  • SMS, MMS und fortgeschrittene Telefonfunktionen
  • Emails empfangen und verschicken mit Google Mail und anderen Diensten
  • Talk (=chatten) über Google
  • Social Hub Funktion
  •  Kamera inklusive fortgeschrittener Funktionen (Fotoserie, Panoramafoto, Video, usw.)
  • Galerie und unterstützte Dateiformate (Grafik: bmp, gif, jpg, png, wbmp, agif; Video: 3gp, mp4 mit Codec MPEG4, H.263, H.264)
  • Musik abspielen inklusive fortgeschrittener Optionen
  • UKW Radio
  • Kontakte Datenbank
  • Kalender
  • Memo
  • Sprachmemo
  • Internet
  • Google Maps
  • Google Latitude (ein Dienst um den eigenen Standort an Freunde zu übermitteln)
  • Navigation
  • Youtube Videos kucken oder hochladen
  • Nachrichten und Wetterbericht
  • Samsung Apps
  • Bluetooth
  • WLAN
  • AllShare über DLNA (damit kann ich Daten für benachbarte Geräte im WLAN freigeben)
  • Tethering über USB oder WLAN (eine Funktion um den Mobil Internetzugang des Handys durch andere Geräte mitzunutzen)
  • PC Verbindungen mit der Software „Kies“
  • VPN Verbindungen
  • Uhr anzeigen lassen
  • Taschenrechner
  • Eigene Dateien: damit ist der vorinstallierte Dateimanager gemeint
  •  SIM Toolkit: Zusatzdienste des Mobilfunkbetreibers
  • Taskmanager: aktive Apps kontrollieren und beenden
  • ThinkFree Office: ein android-eigenes Office Paket für die Dokumentbearbeitung, auch online über den Dienst „ThinkFree“. Unterstützte Formate sind „txt, doc, docx, xls, xlsx, ppt, pptx, pdf“
  • Sprachsteuerung
  • Einstellungsmenu (ausführlich jeder einzelne Punkt beschrieben)

Außerdem gibt es noch einen ausführlichen Teil „Rat und Hilfe bei Problemen“. Und wieder eine endlose Liste von Sicherheitshinweisen, die wohl der rechtlichen Absicherung des Herstellers dienen.

Ganz zum Schluß noch der Hinweis dass man das Programm „Kies“ von der Webseite www.samsungmobile.com downloaden kann. Ja genau von der hab ich das Handbuch! 🙂

Alles in allem ist das doch ein ganz gut geschriebenes Handbuch. Das meiste habe ich inzwischen zwar auch so rausgekriegt aber ein paar Feinheiten sind mir doch noch entgangen. Gleich mal ausprobieren! Was die Dienste betrifft, die ich noch nicht mit eigenen Artikel beschrieben habe, hole ich das Schritt für Schritt nach. Wobei ich dann auch Apps aus dem Market, die das gleiche aber vielleicht noch ein bißchen besser tun, zum Vergleich heranziehen werde. Ich will ja schließlich doch in diesem Blog ein wenig Mehrwert über das Handbuch hinaus liefern. 🙂

Virengefahr auf dem Handy?

9. Juni 2011

Ein Android-Handy ist wie ein kleiner Computer. Und Computer werden leicht Opfer von Viren und anderen Schadprogrammen. Nur mit dem Unterschied, dass mein kleiner Computer auch noch konzentriert wichtige und persönliche Daten wie Freunde, Telefonnummern, vielleicht auch Passwörter und Bankdaten enthält. Es ist daher sinnvoll, dass ich mir von Anfang an Gedanken über Sicherheit mache und Vorkehrungen treffe.

Wie groß ist die Gefahr nun wirklich? Android ist anders als Windows ein UNIX/Linux-System mit genau definierten Zugriffsrechten. Das bedeutet, dass ein Virus nicht so leichtes Spiel hat sich selbständig zu verbreiten. Aber Gefahren gibt es trotzdem vor allem durch sogenannte Trojaner (Programme, die sich zwar nicht selber vermehren aber ein Ausspionieren und Fernsteuerung ermöglichen).

Prinzipiell stellt sich erstmal die Frage: Wie kommt die böswillig programmierte Software denn auf mein Handy? Hierfür gibt es prinzipiell folgende Möglichkeiten:

  • Ein Angriff über das Internet, wenn das Handy gerade verbunden ist. Bei einem Computer kann dies z.B. über offene Ports erfolgen. Bei einem Handy ist dies aber so gut wie ausgeschlossen, da das Handy nur über den Provider oder über ein Wireless LAN mit zwischengeschalteter Firewall/Router angeschlossen ist, also nicht direkt am Internet hängt.
  • Ein Angriff über Bluetooth oder lokale Wireless Netzwerke. Hier ist bereits über ein paar Schwachstellen und ausnutzbare Tricks berichtet worden. Schützen kann man ich mich, indem ich Bluetooth immer abschalte, wenn ich es nicht gerade benutze, und in öffentlichen WLAN Netzen generell vorsichtig bin. Hier sollte ich z.B. Passwörter grundsätzlich nur über gesichterte Verbindungen (https://) eingeben.
  • Ein Angriff über eine böswillig programmierte oder gehackte Webseite. Diese Infizierungsart – sozusagem im Vorbeisurfen – ist bei Windows-Computern inzwischen die größte Gefahr. Einigermaßen schützen kann ich mich unter Windows durch Antivirenwächter und durch Browser-Schutzfilter wie z.B. NoSscript. Auf Handys, speziell Android Handys hat allerdings der Browser deutlich weniger Rechte als unter Windows. Zumindest bisher habe ich noch von keinem derartigen Fall gehört. Aber Vorsicht, das kann durchaus noch kommen!
  • Ein Angriff über eine böswillig programmierte App, die ich selber herunterlade und installiere. Dabei wird mir durch die Beschreibung der App eine nützliche oder lustige Funktion vorgetäuscht, während das Programm im Hintergrund noch ganz andere Dinge macht.

Man kann zur Zeit davon ausgehen, dass nur die letztgenannte Infizierungsart reale Bedeutung hat. Diese allerdings hat es in sich. Es gibt schon eine lange Liste von solchen böswilligen Versuchen und offenbar bereits 10000e von Opfern. Aber wie kann ich denn sichergehen, dass eine App nicht böswillig programmiert ist? Oder soll ich gleich ganz auf das Herunterladen von Apps verzichten und damit auch auf viele Möglichkeiten, die mir mein Smartphone bietet? Immerhin gibt es ein paar Dinge, die ich tun kann:

  • Apps nur aus vertrauenswürdigen Quellen herunterladen! Eine grundsätzlich vertrauenswürdige Quelle ist zunächst mal Googles Android Market (Auch hier gab es schon Fälle von böswilligen Apps aber zumindest werden die irgendwann bekannt und dann wieder entfernt). Einigermaßen sicher downloaden kann man auch von Webseiten der Handy-Hersteller selber, also Samsung, HTC, … sowie von namhaften Softwareherstellern und Providern. Alles andere ist zumindest mal fragwürdig. Warum stellt der Programmierer seine App nicht in den allgemeinen Market ein, wenn sie gut programmiert ist und nur das tut was sie soll?
  • Nur Apps, die bereits eine Weile auf dem Markt sind, installieren. Über solche Apps existieren zumeist Erfahrungsberichte, die man im Market nachlesen kann. Sind viele Kommentare vorhanden, kann man davon ausgehen, dass auch technisch versierte Nutzer dabei sind, die eine illegitime Funktion merken würden.

Welche Berechtigungen verlangt eine App bei der Installation?

  • Beachten, welche Zugriffsrechte eine Applikation bei der Installation verlangt. Android besitzt ein ausgeklügeltes Zugriffsystem, dass jeder App nur die Funktionen erlaubt, die sie für ihre Aufgabe braucht. Entscheiden was gebraucht wird, tut aber der Programmierer. Der Anwender kann nur zustimmen oder ablehnen, was dazu führt, dass die App gar nicht installiert wird. Hier prüfe ich zumindest immer, ob die Zugriffsrechte, die gefordert werden, plausibel sind. Wenn z.B. ein Spiel Zugriff auf mein Telefonbuch verlangt und gar rauswählen können will, ist wohl etwas faul. Hingegen ist es einzusehen, dass eine Navigationssoftware Zugriff auf GPS braucht.
  • Eine Antivirensoftware installieren, die zumindest bekannte Schädlinge erkennt und spätestens beim Installieren davor warnt.

Ich entscheide mich nach einer kurzen Recherche für das kostenlose Tool Anti-Virus Free von AVG. Dies läuft nun ständig im Hintergrund, datet sich regelmäßig ab und scannt neuinstallierte Apps. AVG hat generell einen guten Ruf und das Tool scheint sauber, ohne Leistungseinbußen und Störungen seinen Dienst zu verrichten. Immerhin gibt es mir ein bißchen mehr Sicherheitsgefühl. Es schützt zwar nur gegen bereits bekannte Böslinge aber gegen neue Gefahren hilft sowieso nur Aufmerksamkeit und sich technisch auf dem Laufenden halten. Ich nehme mir vor, dabei nicht nachlässig zu werden.

AVGs Anti-Virus free bietet die wichtigsten Optionen

auf Einkaufstour im Android Market

2. Juni 2011

Zu den verführerischten Anreizen, sich ein Smartphone zu zulegen, gehören wohl die Programme oder auch Apps (kurz für „applications“). Diese kann man theoretisch auch direkt von den Programmierern im Internet beziehen. Besser ist es aber auf jeden Fall am Anfang sich auf die Auswahl des jeweiligen „market“ oder „store“ des Betriebssystem-Herstellers zu beschränken. Dort findet zumindest eine minimale Qualitätskontrolle statt, so dass die Gefahr, sich ein schlechtes oder gar bösartiges Programm herunterzuladen, geringer ist.

Ich begebe mich also in den für mein Handy zuständigen Supermarkt: Googles „Android Market“. Um den zu nutzen muss  ich mir ein Konto bei Google zulegen. Aber keine Angst: weder kostet das Konto Geld noch bedeutet es automatisch, dass ich für die Apps Geld ausgeben müssen. Es ist eigentlich nur eine Anmeldung.

Ich kann auf zwei Arten in den Market einsteigen:

  • über eine bereits auf dem Handy vorinstallierte App „Market“. Einfach anklicken und dann wird erklärt, wie es weitergeht
  • über meinen Computer und Internet auf die Webseite https://market.android.com/ Dies tue ich aber nur um mich – mit größerem Bildschirm – umzusehen. Zum Herunterladen direkt auf das Handy ist die App praktischer.

Der Market startet mit einem Eingangsbildschirm, auf dem mir einige Apps vorgestellt werden. Das ignoriere ich und sehe mir eher die Menupunkte an:

  • Apps: Hier bekomme ich (mehr oder weniger) nützliche Programme
  • Spiele: für Leute, die Zeit totschlagen müssen
  • Meine Apps: Eine Liste der Programme, die ich schon installiert habe, samt Möglichkeit zum Update

zu jedem Interessengebiet gibt es viele Apps

Ich gehe nun auf Apps und bekomme die nächste Auswahl:

  • Alle Anwendungen
  • Bücher & Nachschlagewerke
  • Comics
  • Effizienztools
  • Finanzen
  • Geschäftlich
  • Gesundheit & Fitness
  • Kommunikation
  • Lernen
  • Lifestyle
  • Live Hintergrund
  • Medien & Videos
  • Musik & Audio
  • Nachrichten & Magazine
  • Personalisierung
  • Reisen & Lokales
  • Shopping
  • Soziale Netze
  • Sport
  • Unterhaltung
  • Verkehr
  • Widgets
  • Bibliotheken & Demos

Das sind doch schon mal ein paar Kriterien und Interessengebiete! Wenn ich auf eines der Themen klicke, bekomme ich zunächst eine Liste der kostenpflichtigen Apps angezeigt. Ich klicke gleich weiter auf den zweiten Reiter, der die kostenlosen Apps auflistet. Ich stelle schnell fest, dass es zumindest im Android-Market für so gut wie jeden Fall eine kostenlose App gibt oder zumindest eine etwas eingeschränkte kostenlose Version. Man kann also erstmal, ohne Geld auszugeben, in Ruhe ausprobieren und Erfahrung sammeln.  Das Stöbern dort macht auf jeden Fall einigen Spaß! 🙂 Toll ist auch die Funktion, dass man die Qualität der App bewerten kann und Erfahrungsberichte hinterlassen kann – bzw. die von anderen Benutzern lesen kann. Ist auch sicher kein Fehler bei ganz neuen Apps erstmal andere ausprobieren zu lassen und abzuwarten, bis dort Kommentare erscheinen.

hält die App was sie verspricht?

Wenn ich schon genauer weiß, was ich suche (z.B. aufgrund einer Empfehlung von Freunden oder aus einer Zeitschrift), gibt es auch eine Suchfunktion. Diese finde ich rechts oben mit dem Lupen-Symbol. Generell halte ich mich gerne, gerade am Anfang, an Empfehlungen von Fachleuten und Fachzeitschriften. Programmierer sind wie alle anderen Menschen auch fähiger oder weniger fähig, sorgfältiger oder schlampiger. Ich will nicht wirklich erstmal 20 schlecht programmierte Programme, die mein Handy zum Absturz bringen oder mich nur mit Werbung zumüllen, ausprobieren, nur um die eine Perle zu finden. Listen wie etwa „die zwanzig besten Apps“ finde ich zu Hauf im Internet, z.B. auf den Seiten von renommierten Online-Fachzeiten wie tecchannel, magnus oder cnet.

Nachdem ich meine App ausgewählt habe, klicke ich darauf und erhalte die Möglichkeit sie zu installieren. Nun kommt noch ein Bildschirm, der mir anzeigt, welchen Zugriff die App auf die Funktionen meines Geräts verlangt. Hier achte ich darauf, ob die angeforderte Berechtigung für die Programmfunktion wirklich Sinn macht. Klar, ein Navi-Programm braucht Zugriff auf GPS. Aber muss es auch SMS lesen und schreiben können? Soweit mir das bei einigen Apps merkwürdig vorkommt, lasse ich lieber die Finger davon.

Wenn die App installiert ist, ist sie zunächst mal nur in dem Bildschirm mit der Programmliste. Auch von dort aus kann ich sie starten und ausprobieren. Aber diejenigen, die ich häufiger benutze, installiere ich nun auch auf dem Standby Bildschirm. Dazu mehr im nächsten Beitrag.