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Android goes cloud

9. September 2012

Einer der Vorteile der neuen vernetzten Medienwelt ist die Verfügbarkeit und Synchronisierung der eigenen Daten auf verschiedenen Geräten. Das bedeutet praktisch, dass ich von jedem Ort, wo ich mich gerade aufhalte, Dateien, Notizen, Bilder, .. abrufen kann, die ich an einem anderen Ort mit einem anderen Gerät eingeben bzw. hochgeladen habe. Mir persönlich ist der Vorteil erst so richtig durch den Google Kalender bewußt geworden: ein Terminkalender im Netz, den ich von überall her abrufen und auf den neuesten Stand bringen kann.

Doch die Möglichkeiten gehen weit über bloße Synchronisation hinaus. Ich kann heutzutage meine ganze Fotosammlung ins Netz stellen, kann Medien und Texte dort bereitstellen, auf die ich zu jederzeit Zugriff haben will, kann meine persönliche Projekte online auf dem neuesten Stand halten. Ich kann flexibel entscheiden, auf welche Daten nur ich Zugriff habe, welche ich eventuell mit Freunden oder Kollegen teile, und was ich im Web oder in sozialen Medien veröffentlichen will. Ich kann auch Software direkt aus dem Netz ohne Installation anwenden und kann damit meine Daten von jedem Ort der Welt aus bearbeiten und pflegen. Das alles läuft unter dem Stichwort „cloud“ (Englisch für Wolke). Möglich wurde die Cloud durch die sogenannte Virtualisierung.  Dabei laufen mehrere oder sogar viele virtuelle Computer (die genauso bedient werden wie ein echter und fast genausoviel können) auf ein und der selben Hardware. Das kann ich im kleinen sogar zu Hause auf meinem eigenen Windows- oder Linux-Computer ausprobieren. Um es im großen Stil für hundertausende von Kunden zu machen, brauchte es allerdings eine neue Generation von

  • Servern (Computer, die in Rechenzentren stehen), sogenannten Blades,
  • Software (z.B. von VMware)
  • und Speichermedien.

Diese sind inzwischen bei fast allen großen Internetanbietern installiert und in Betrieb genommen. Wo man früher für jeden einzelnen neuen Kunden einen großen, schweren und stromfressenden Computer hinstellen mußte, genügt nun ein Click um einen virtuellen Platz und Service in der Cloud zu erzeugen. Und weil alle Anbieter gleich große Kapazitäten aufgebaut haben und kräftig konkurrieren, purzeln nun die Preise, so dass das ganze auch für Privatleute erschwinglich wird oder sogar kostenlos ist.

Soweit die Theorie, aber wie sieht es in der Praxis aus? Welche von diesen Diensten kann ich tatsächlich auf meinen Android-Phone nutzen? Dabei bevorzuge ich natürlich kostenlose Dienste, zumindest solange bis ich mich für einen Anbieter entschieden habe und einen echten Mehrwert für einen kostenpflichtigen Clouddienst sehe. Die Frage der Sicherheit und des Datenschutzes stelle ich mir natürlich auch, doch dazu schreibe ich nochmal gesondert was. Jetzt will ich erstmal ausprobieren, was überhaupt geht, inwieweit das mehr als nur eine Spielerei ist und auch einen praktischen Nutzen hat.

Der Übersicht halber schreibe ich mal für jeden Dienst und Anbieter einen eigenen kleinen Artikel. Wenn ich dann mit einigen durch bin, kann ich ja nochmal einen Vergleich erstellen.

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Market Ladeproblem

27. Oktober 2011

Zum neuen Design des Google Android Market hatte ich ja schon ein paar kritische Anmerkungen gemacht. In letzter Zeit kommen aber dazu auch noch manchmal technische Probleme. Konkret passiert nach dem Starten der market App oft gar nichts, bzw. die Anwendung bleibt im Lade Bildschirm hängen. Irgendwelche aussagekräftige Fehlermeldungen gibt es nicht. Der Aufruf des Optionen-Menus der App und die Anzeige der bereits installierten Anwendungen ist immer noch möglich. Daher handelt es sich wohl um ein Problem bei der Synchronisierung über das Internet. Da ich immer nur über WLAN auf den Market zugreife, kann es am Internetzugang oder mangelnder Bandbreite eigentlich nicht liegen. Der Internetzugriff klappt ja bei allen anderen Anwendungen einwandfrei.

Natürlich könnte es sich wieder einmal um ein Speicherproblem handeln. Vielleicht will ja die market App gleich beim Laden ne Menge Daten und Bilder aufs Handy laden und bleibt hängen, wenn das nicht geht. Das wäre dann freilich zumindest schlampige Programmierung, denn ein Programm sollte in so einem Fall zumindest einen Hinweis geben, woran es liegt und was ich dagegen tun kann. Ohnehin führt bei mir das Freimachen von Speicher durch Deinstallieren von ein paar Apps und Neustart des Telefons noch nicht zum Erfolg.

Ich konzentriere mich also jetzt bei der Fehlersuche auf das Synchronisieren mit dem Market. Einloggen tue ich mich da ja mit dem Google-Konto. Unter Einstellungen – Konten und Synchronisierungseinstellungen finde ich die Optionen zu diesem Konto. Bei Synchronisierungsproblemen mit anderen Konten (z.B. Mail) hat hier das Entfernen und Neuanlegen des jeweiligen Kontos schon mal geholfen. Beim Google Konto aber geht das nicht – ich kann nur die Synchronisierung aus- und einschalten. Dies ändert aber nichts am Fehlerbild. Ebensowenig hilft der Hinweis auf den Google Hilfeseiten weiter, wonach ich eine Verbindung mit Google Talk probieren soll. Das klappt einwandfrei, nur der market funzt immer noch nicht.

Also greife ich wieder einmal zu meinem altbewährten Tool Android System Info. Dort habe ich bei der Auflistung der Apps nicht nur die üblichen Task start/stop Funktionen sondern auch eine Funktion manage. Und die gibt mir die Möglichkeit, speziell zu dieser App alle Daten zu löschen. Nachdem ich das gemacht habe, starte ich die market App neu und nun sieht es anders aus: Ich bekomme eine neue Anfrage den Google Geschäftsbedingungen zuzustimmen. Und voila! anschließend startet der Android Market doch tatsächlich wieder erfolgreich.

Das Problem konnte ich also bis auf weiteres lösen, aber es wirft kein so gutes Licht auf die Google Software und Android. Manchmal komme ich mir schon vor, wie bei Windows 95 („Standardverkäuferspruch damals: „Soll ichs ihnen einpacken oder wollen sie`s gleich wegschmeißen?“). Normale Handybenutzer ohne größeren technischen Hintergrund sind mit so einem Problem mit Sicherheit überfordert. Und Google bzw. die Software selbst liefern keine ausreichenden Hilfen zur Fehlerbeseitigung. Aber irgendwann, spätestens in Android Version 5.3 wird sicher alles besser.

Terminplanung

29. Juli 2011

Das Handy als Terminkalender zu nutzen ist ja eigentlich eine der naheliegendsten Anwendungen überhaupt. Das Mobiltelefon trage ich ohnehin immer mit mir herum. Wenn ich nun einen elektronischen Kalender mit drauf habe, spare ich mir ein den dicken Papierkalender bzw. ein gesondertes Gerät. Ich behalte auch unterwegs den Überblick und kann mich zuverlässig – mit oder ohne Signalton – an wichtige Termine, Geburtstage oder noch zu erledigende Aufgaben erinnern lassen. Und wenn sich etwas neues ergibt, kann ich das gleich unterwegs eingeben.

Soweit die Theorie. In der Praxis war mir das ganze bisher viel zu umständlich und fummelig. Es ist halt doch noch einfacher, mal eben schnell handschriftlich eine Notiz in einen traditionellen Terminkalender einzutragen. Und da ich alles gewöhnlich in das selbe kleine rote Buch eingetragen habe, hatte ich auch immer einen guten Überblick, was denn so in der nächsten Woche auf mich zukommt. Ja und dann war da noch die Geschichte von meinem Kumpel, der sein Psion-Gerät im Waschbecken versenkte und so auf einen Schlag alle seine Kontakte, Termine und mühsam eingepflegte Aufgabenplanung verlor …

Jedoch, das digitale Zeitalter läßt sich auch in diesem Bereich nicht aufhalten und spätestens mit Android will ich einen neuen Versuch wagen. Ich beschäftige mich also ein wenig mit der Google Kalender App und gebe mal versuchsweise ein paar Termine ein. Schnell bin ich ziemlich enttäuscht. Das ganze ist weder übersichtlich, noch entdecke ich irgendwelche Funktionen, die über das, was Handys schon seit Jahren können, hinausgehen. Für die Erinnerung an Geburtstage mag das ja noch reichen, aber eine vernünftige Terminplanung mit dieser umständlichen und unschönen App zu organisieren, macht wirklich keinen Spaß. Also leg ich die Sache erstmal wieder auf Eis und nehme mir vor, sie anzugehen, wenn ich etwas mehr Muße habe.

In der Folge lese ich mehrere Artikel über Terminplanung unter Android und stoße schließlich auf den entscheidenden Satz. In einem Test von verschiedenen Kalender-Apps beklagt der Autor, dass die App Jorte sich nicht richtig mit dem Google-Konto synchronisieren könne. Und dann schreibt er:

Will man also einen nicht synchronisierten Kalender, sagen wir mal aus Datenschutzgründen, wäre die Jorte-App vermutlich empfehlenswert, aber dann sollte die Nutzung eines Android-Smartphone wohl auch noch einmal gründlich überdacht werden. (http://www.winload.de/news/apps/die-5-besten-kalender-apps-fur-android/)

Da fällt es mir wie Schuppen von den Augen! Natürlich, die Kalenderfunktion auf einem Android-Handy macht überhaupt erst Sinn in Verbindung mit dem Google Kalender im Internet. Dieser kann dann als Schaltzentrale dienen und von verschiedenen Geräten aus: Handy, Netbook, Desktop-PC, PC von Freunden, Internet-Cafe, .. aufgerufen und gepflegt werden. Und damit ist es dann auch gar nicht mehr so oft nötig, Termine auf dem kleinen Handy-Bildschirm mit Touch-Tastatur einzugeben – den Grundbestand kann man bequem von zu Hause am PC einpflegen und hat ihn dann mobil zur Verfügung.

Google Kalender: übersichtlich

Mit diesem neuen Ansatz mache ich mich also gleich daran, den Google Kalender im Internet zu erkunden. Und bin angenehm überrascht. Anders als die Google Mail-Funktion ist der Kalender gut gestaltet und bietet viele interessante Möglichkeiten. So kann ich z.B. mehrere Kalender anlegen (z.B. Freizeit, Arbeit, Verein, ..) und die wahlweise einzeln oder kombiniert anzeigen lassen. Die Eingabe ist auf einem halbwegs großen PC Bildschirm einfach und intuitiv. Es gibt auch alle Funktionen und Varianten, die mir bei unterschiedlichen Arten von Terminen begegnen. Bei der Erinnerungsfunktion kann ich Benachrichtigung per Pop-up und per Email kombinieren und für beides unterschiedliche Zeiten einstellen. Ich kann die Kalender und auch die einzelnen Termine mit verschiedenen Farben versehen und so mehr Übersichtlichkeit in den Kalender bringen. Das ganze macht einen sehr durchdachten Eindruck und so beginne ich gleich mal, meine restlichen Termine für 2011 anzulegen.

Auf dem PC sieht das nun alles schon mal recht gut aus. Aber wie läuft es nun unter Android? Ich rufe zunächst mal die Google Mail App auf und synchronisiere das Konto. Wenn ich das richtig verstanden habe, dann müßte damit nun auch automatisch der Kalender synchronisiert sein. Ich rufe die Kalender-App auf und – Voila!  – meine gerade eingebenen Termine sind alle da. Die Darstellung finde ich immer noch mehr als arm, aber – da die Termine ja nun auf dem Gerät sind – sollte ich genauso gut auch mit anderen Apps arbeiten können.

Jorte widgets auf dem Homescreen

In Bezug auf Kalender- und Terminplanungs-Apps muss ich glücklicherweise nicht das Rad neu erfinden. Es gibt bereits mehrere informative Vergleichstests im Internet. Am besten erscheint mir der von 24android.com und drum halte ich mich erstmal daran. Alle diese Tests kritisieren die Standard Kalender App von Android und empfehlen die App Jorte. Diese lade ich mir also und bin auch gleich ziemlich angetan. Die Optik ist wie bei einem professionellen Arbeitskalender – schön übersichtlich und praktisch. Ich kann widgets in verschiedener Größe und mit  verschiedenen Darstellungsweisen (z.B. Tages, Wochen, Monatssicht) auf dem Bildschirm platzieren. Eigentlich ist Jorte die perfekte App. Nur leider funktioniert die Synchronisierung mit dem Google Konto auch bei mir nicht zuverlässig:

  • Jorte lädt Termine, die schon vorbei sind, erst gar nicht. Manchmal will ich aber auch im nachhinein wissen, was los war.
  • Veränderungen bei Terminen im Google Kalender führen manchmal zu Doppeleinträgen.
  • Die Darstellung von mycalendar (offenbar der lokale Kalender) kann ich nicht abschalten
  • Die Synchronisierung des Aufgabenplaner funktioniert gar nicht und hängt sich auf.

Ich bin ziemlich sauer – was ist dann das für ein Scheiß! Doch bevor ich Jorte nun wieder runterschmeiße, lese ich glücklicherweise noch folgenden Artikel:

http://www.heise.de/newsticker/meldung/Probleme-mit-dem-Google-Kalender-1285764.html

Der Aufgabenplaner von Google hängt sich auf

Aha, die App hat also gar keine Schuld. Google hat Mist gebaut und wird das vermutlich bald bereinigen, denn es sind ja sicher sehr viele Google-Kunden weltweit betroffen. Ich probiere die Workarounds und zumindest das Löschen aller Daten
Menu – Einstellungen – Anwendungen – Anwendungen verwalten – Jorte – Daten Löschen
führt bei mir zum Teilerfolg. Die Termine kann ich jetzt synchronisieren – nur das Synchronisieren mit dem Aufgabenplaner von Google funktioniert weiterhin nicht. Hoffentlich kriegt das Google bald geregelt.

Beim Ausprobieren der Methoden, die dort sonst noch so angeraten werden, lerne ich gleich noch etwas nützliches dazu: Welche von meinen Kalendern angezeigt werden:

  • die drei, die ich online angelegt habe,
  • oder der eine, der lokal auf dem Handy residiert (Eigener Kalender bzw. my calendar),

stelle ich am besten weiterhin in der Google App und nicht in Jorte ein. Google Kalender öffnen und unter

Menu – Optionen – Kalender

einstellen was angezeigt und synchronisiert wird – dann funktioniert es auch zuverlässig!

Ich entscheide mich, nur die drei Kalender, die mit Google synchronisiert werden, anzeigen zu lassen und den lokalen Kalender zu ignorieren. Wenn schon unified calender management, dann auch konsequent! Sollte ich mal wirklich einen Termin haben, den Google auf keinen Fall wissen darf, benutze ich am besten doch wieder den Knoten im Taschentuch 😉 Bei allen anderen fahre ich vernetzt weit besser. Und dank Jorte ist das ganze sogar hübsch auf dem Android Phone anzusehen. Mal sehen, ob und wie das nun meinen Alltag revolutioniert. Ich werde darüber berichten.

Emails lesen mobil

7. Juni 2011

Ein Großteil unserer Kommunikation läuft heutzutage über Emails. Sowohl beruflich als auch privat. Einladungen, Ankündigungen, Rückfragen, Angebote – vieles kann sicher warten, ist oft nur Werbung oder noch schlimmer Spam. Aber manches ist eben auch dringend und wichtig. Das gilt gerade auch für die privaten Emails.

Private Emails am Arbeitsplatz zu empfangen ist problematisch. Wenn man die Emailadresse des Arbeitplatzes für private Zwecke benutzt sowieso. Aber auch das Lesen der eigenen Email-Post per Webbrowser vom Computer des Arbeitgebers aus ist nicht überall erlaubt und gern gesehen. Ein Email-fähiges Smartphone, dass mir eine vom Arbeitsplatz unabhängige Möglichkeit bietet, unterwegs oder in der Mittagspause meine Mails zu checken, ist also keine schlechte Idee. Aber ist es auch praktikabel?

Ich probiere es zunächst mal mit dem Google Mail Konto aus. Einen Google-Account brauche ich sowieso, sonst komme ich nicht in den Android Market. Und die passende App ist bereits vorinstalliert. Ich schicke mir also selber mal ein paar Testmails um es auszuprobieren. Leider bin ich bald ziemlich enttäuscht. Das Email-Konto zickt rum und oft kann ich mich vom Computer aus nicht einloggen. Ich stelle bald fest woran das liegt: Wenn das Smartphone an und mit dem WLAN Netz verbunden ist, ist es auch bei Google eingeloggt. Und dann geht das Einloggen über den Webbrowser nicht. Und umgekehrt! Dazu kommt dass die Möglichkeiten Emails zu sortieren nicht allzu gelungen sind. Es funktioniert über sogenannte Labels, die man mit Themen wie „Arbeit“, „Freizeit“, „Hobby“, „Liebe“ usw belegen kann. Und dann muss man ziemlich umständlich zu den „Labels“ wechseln um überhaupt zu sehen, dass da was ist. Außerdem wird noch zwischen normalen und archivierten Mails im Postfach unterschieden. Und man kann mehrere Konten haben, aber sich dennoch immer nur einmal einloggen. Es ist alles ziemlich konfus und undurchsichtig. Ich glaube ich werde doch kein Googlemailer.

Aber es gibt ja noch viele ander Emailprovider. Um diese zu nutzen, hat mein Samsung ein einfach getricktes E-Mail Programm standardmäßig vorinstalliert. Dieses erkennt immerhin weitgehend automatisch die nötigen Einstellungen. Ich muss nur email-Adresse und Passwort eingeben. Allerdings nutzt es den POP3 Server, was den Nachteil hat, dass ich die Emails nicht auf dem Server bearbeiten kann, sondern die Emails heruntergeladen werden. Und standardmäßig holt es Emails unverschlüsselt ab. Das geht natürlich gar nicht, also unbedingt unter Menu-TasteOptionenKontoeinst. – Eingehende EinstellungenSicherheitstyp „SSL“ einstellen! Das Abrufen der Mails dauert auch erstaunlich lang, fast eine Minute. Immerhin löscht es in der Standardeinstellung nicht die Emails auf dem Server, so dass man sie später immer noch auf den Computer holen kann. Nett ist auch das Feature, dass neue Emails in der ausklappbaren Leiste obem am Touchscreen angezeigt werden.

web.de APP: übersichtlich

Deutlich bequemer und performanter sind die speziell optimierten Apps der großen Emailprovider wie GMX, WEB.DE, Hotmail, .. alle haben offenbar ganz gute Apps am Start. Web.de bietet sogar gleich drei Apps an: „Mail“, „SMS“ und „Radar“. Ich lade mir die „Mail“ App von WEB.DE herunter und sie funktioniert hervorragend. Sie erkennt alles automatisch und stellt zur Sicherheit auch gleich SSL ein. Man kann damit alles drei machen: Mails, SMS und Meldungen von der WEB.DE Seite lesen. Insofern sind die anderen beiden Apps eigentlich überflüssig. Die „Radar“ App, die wohl eine ähnliche Oberfläche wie im Webbrowser bieten und Lokalinformation liefern soll, kann ich nicht empfehlen. Bei mir stürzt sie dauernd ab, aber ich brauche sie eh nicht. Die Mail App hingegen läuft stabil und beißt sich auch offenbar gar nicht mit dem Standard-email Programm von Android – beide können koexistieren.

Grundsätzlich ist es sinnvoller mit einem Email-App über ein sogenanntes IMAP Konto zuzugreifen. Was ist der Unterschied? Bei IMAP bleiben die Daten immer beim Provider und ich kann sie gewissermaßen direkt auf dem Server lesen und bearbeiten.  Ich kann sie also auch verändern, einzelne z.B. offensichtliche Spammails löschen oder in einen Ordner schieben. Wenn ich mich später wieder vom Computer einlogge und meine Emails abhole, sind die Emails natürlich immer noch da (nur die, die ich bewußt gelöscht habe, sind im Papierkorb). Das ist das was ich brauche: Von unterwegs schnell die Emails checken, evtl ein wenig damit arbeiten oder was dringendes beantworten. Dann am Abend alle herunterladen und bei Bedarf archivieren. Komfortabel Emails zu lesen und zu bearbeiten ist auf jeden Fall eine sinnvolle Anwendung für ein Smartphone und ein Mehrwert gegenüber einem normalen Handy.

auf Einkaufstour im Android Market

2. Juni 2011

Zu den verführerischten Anreizen, sich ein Smartphone zu zulegen, gehören wohl die Programme oder auch Apps (kurz für „applications“). Diese kann man theoretisch auch direkt von den Programmierern im Internet beziehen. Besser ist es aber auf jeden Fall am Anfang sich auf die Auswahl des jeweiligen „market“ oder „store“ des Betriebssystem-Herstellers zu beschränken. Dort findet zumindest eine minimale Qualitätskontrolle statt, so dass die Gefahr, sich ein schlechtes oder gar bösartiges Programm herunterzuladen, geringer ist.

Ich begebe mich also in den für mein Handy zuständigen Supermarkt: Googles „Android Market“. Um den zu nutzen muss  ich mir ein Konto bei Google zulegen. Aber keine Angst: weder kostet das Konto Geld noch bedeutet es automatisch, dass ich für die Apps Geld ausgeben müssen. Es ist eigentlich nur eine Anmeldung.

Ich kann auf zwei Arten in den Market einsteigen:

  • über eine bereits auf dem Handy vorinstallierte App „Market“. Einfach anklicken und dann wird erklärt, wie es weitergeht
  • über meinen Computer und Internet auf die Webseite https://market.android.com/ Dies tue ich aber nur um mich – mit größerem Bildschirm – umzusehen. Zum Herunterladen direkt auf das Handy ist die App praktischer.

Der Market startet mit einem Eingangsbildschirm, auf dem mir einige Apps vorgestellt werden. Das ignoriere ich und sehe mir eher die Menupunkte an:

  • Apps: Hier bekomme ich (mehr oder weniger) nützliche Programme
  • Spiele: für Leute, die Zeit totschlagen müssen
  • Meine Apps: Eine Liste der Programme, die ich schon installiert habe, samt Möglichkeit zum Update

zu jedem Interessengebiet gibt es viele Apps

Ich gehe nun auf Apps und bekomme die nächste Auswahl:

  • Alle Anwendungen
  • Bücher & Nachschlagewerke
  • Comics
  • Effizienztools
  • Finanzen
  • Geschäftlich
  • Gesundheit & Fitness
  • Kommunikation
  • Lernen
  • Lifestyle
  • Live Hintergrund
  • Medien & Videos
  • Musik & Audio
  • Nachrichten & Magazine
  • Personalisierung
  • Reisen & Lokales
  • Shopping
  • Soziale Netze
  • Sport
  • Unterhaltung
  • Verkehr
  • Widgets
  • Bibliotheken & Demos

Das sind doch schon mal ein paar Kriterien und Interessengebiete! Wenn ich auf eines der Themen klicke, bekomme ich zunächst eine Liste der kostenpflichtigen Apps angezeigt. Ich klicke gleich weiter auf den zweiten Reiter, der die kostenlosen Apps auflistet. Ich stelle schnell fest, dass es zumindest im Android-Market für so gut wie jeden Fall eine kostenlose App gibt oder zumindest eine etwas eingeschränkte kostenlose Version. Man kann also erstmal, ohne Geld auszugeben, in Ruhe ausprobieren und Erfahrung sammeln.  Das Stöbern dort macht auf jeden Fall einigen Spaß! 🙂 Toll ist auch die Funktion, dass man die Qualität der App bewerten kann und Erfahrungsberichte hinterlassen kann – bzw. die von anderen Benutzern lesen kann. Ist auch sicher kein Fehler bei ganz neuen Apps erstmal andere ausprobieren zu lassen und abzuwarten, bis dort Kommentare erscheinen.

hält die App was sie verspricht?

Wenn ich schon genauer weiß, was ich suche (z.B. aufgrund einer Empfehlung von Freunden oder aus einer Zeitschrift), gibt es auch eine Suchfunktion. Diese finde ich rechts oben mit dem Lupen-Symbol. Generell halte ich mich gerne, gerade am Anfang, an Empfehlungen von Fachleuten und Fachzeitschriften. Programmierer sind wie alle anderen Menschen auch fähiger oder weniger fähig, sorgfältiger oder schlampiger. Ich will nicht wirklich erstmal 20 schlecht programmierte Programme, die mein Handy zum Absturz bringen oder mich nur mit Werbung zumüllen, ausprobieren, nur um die eine Perle zu finden. Listen wie etwa „die zwanzig besten Apps“ finde ich zu Hauf im Internet, z.B. auf den Seiten von renommierten Online-Fachzeiten wie tecchannel, magnus oder cnet.

Nachdem ich meine App ausgewählt habe, klicke ich darauf und erhalte die Möglichkeit sie zu installieren. Nun kommt noch ein Bildschirm, der mir anzeigt, welchen Zugriff die App auf die Funktionen meines Geräts verlangt. Hier achte ich darauf, ob die angeforderte Berechtigung für die Programmfunktion wirklich Sinn macht. Klar, ein Navi-Programm braucht Zugriff auf GPS. Aber muss es auch SMS lesen und schreiben können? Soweit mir das bei einigen Apps merkwürdig vorkommt, lasse ich lieber die Finger davon.

Wenn die App installiert ist, ist sie zunächst mal nur in dem Bildschirm mit der Programmliste. Auch von dort aus kann ich sie starten und ausprobieren. Aber diejenigen, die ich häufiger benutze, installiere ich nun auch auf dem Standby Bildschirm. Dazu mehr im nächsten Beitrag.

iPhone oder Android?

23. Mai 2011

Die erste Wahl, die man bei der Anschaffung eines Smartphones zu treffen hat, ist die des grundlegenden Systems. Derzeit stehen zur Auswahl:

  • Apples iPhone mit dem eigenen Betriebssystem „iOS“.
  • Googles „Android“ Betriebssystem, dass auf den Handys mehrerer Hersteller läuft
  • Microsofts „Windows Phone 7“, das ebenfalls auf unterschiedlichen Handys vorinstalliert ist.

Die Wahl zwischen Apple und Google ist ja wie die zwischen Scylla und Charybdis. Apple betreibt seit langem fragwürdige Geschäftsmodelle, die den Benutzer hindern sollen, sein Geld woanders auszugeben. Google gilt als Datenkrake und arbeiten offensichtlich oft nicht nach europäischen Datenschutzstandards. Und Microsoft beweist jedem Windows Besitzer jeden Tag, dass sie gerne alle möglichen Aktivitäten im Hintergrund ablaufen lassen, die jedenfalls nicht zum Nutzen des Benutzers sind. Einen dieser Tode müssen wir aber sterben, daher suchen wir jetzt nach dem kleinsten Übel.

Als Techniker möchte ich zumindest die Chance haben, Vorgänge und Aktionen, die auf meinem Gerät ablaufen, mitzuverfolgen. Diese Chance habe ich nur bei einem Open-Source-System, daher fällt Microsoft/Windows für mich hier schon mal aus. Jedenfalls solange es dort keine Tools gibt, die tatsächlich alle Hintergrundprozesse beleuchten und notfalls auch stoppen können.

Sowohl Apples iPhone als auch Googles Android beruhen auf einem darunterliegenden UNIX Betriebssystem. Somit gibt es bei beiden grundsätzlich die Möglichkeit nachzuverfolgen, was passiert, und nötigenfalls auf Betriebssystemebene einzugreifen. Allerdings ist das iPhone weit mehr abgeschlossen und in den Funktionen ab Werk stärker beschränkt als Android Handys. Bei beiden Systemen ist jedoch über verschiedene Mechanismen ein „root“ Zugang auf tiefere Ebenen möglich, z.B. über einen sogenannten „Jailbreak„(=Gefängnisausbruch),  wenngleich Apple vergeblich versuchte dies verbieten zu lassen.

Vorläufig will ich jedoch von solchen Versuchen und vielleicht riskanten Manipulationen die Finger lassen und erstmal die normalen offiziellen Funktionen des jeweiligen Geräts ausprobieren. Und da bietet mir Android doch deutlich mehr Möglichkeiten vor allem über die vorhandene SD Karte bzw. den USB Port. Bei Android kann ich einigermaßen frei selbst entscheiden wann und wie ich welche Software, Musik oder sonstige Medien auf dem Gerät nutze. Genau das will mir Apple von Haus aus verbieten und erlaubt nur den Zugriff über die Apple eigene iTunes Software. Manche mögen das sogar praktisch finden, für mich ist es ein Ausschlusskriterium. Ich will direkt und auch ohne irgendeine Hersteller-Software Zugriff auf mein Gerät und alle Daten haben.

Aus diesen Gründen werde ich mir also ein Android Handy zulegen und deswegen heißt dieses Blog „Androidversuch“. Aber vielleicht gibt es ja Menschen, denen die Grundidee gefällt, die das aber mit dem System etwas anders als ich sehen. Vielleicht gibt es ja dann bald auch „iPhoneversuch“ und „Windowsphoneversuch“ und wir könne eine Blogpartnerschaft schließen. Würde mich freuen 🙂