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Stadtinformation

16. Juli 2011

Neuerdings hat ja sogar die Telefonauskunft Zusatzinformation im Angebot, wie etwa, wo ich in der Nähe Katzenfutter kaufen kann oder einen Geldautomaten finde. Einfacher und billiger geht es natürlich, wenn mein Handy solche Hinweise gleich von unterwegs abrufen kann. Diese Art von Diensten bieten eine ganze Reihe von Apps. Machen wir den Praxistest. Ich will zum einen wissen, wo heute und morgen in Frankfurt am Main ein Flohmarkt stattfindet. Zum anderen möchte ich gerne einige aussagekräftige Hinweise auf Kneipen und Cafes in der Nähe meines aktuellen Standorts.

  • Die App von meinestadt.de macht da schon mal einen ersten guten Eindruck. Sie präsentiert übersichtlich eine Vielzahl von Kategorien von Lokalen News über das Wetter bis zu Restaurants, Geldautomaten und Veranstaltungen. Sie findet auch zuverlässig alle mir bekannten Einrichtungen in der Nähe. Bewertungen und Erfahrungsberichte suche ich allerdings vergeblich. Die Vorzüge des Web 2.0 scheinen hier noch nicht angekommen zu sein. Dafür findet die App als einzige der von mir getesteten unter Märkte sofort die Flohmarkttermine samt Anfahrt und Karte.
  • Die App von Qype präsentiert sich weniger übersichtlich. Da muss ich erstmal draufkommen, dass die meiste Information sich hinter dem Menupunkt Kategorien verbergen. Immerhin finde ich dort die gewünschten Erfahrungsberichte von früheren Kunden. Bei näherer Betrachtung stellt sich allerdings heraus, dass die Daten einfach aus Googles Places/Plätze übernommen wurden. Das habe ich ohnehin mit Google Maps auf meinem Handy – Wozu brauch ich dann noch Qype? Der Mehrwert scheint darin zu liegen, dass ich hier noch einige Gutscheine von Händlern aus der Umgebung finde. Na gut, aber solche Gutscheine sind meist nur Lockvogelangebote von geringem Wert. Immerhin kann ich ja mal die Liste durchkucken, ob was brauchbares dabei ist, bevor ich die App wieder deinstalliere.
  • Womit ich jetzt bei Googles Places bin, das ja offenbar auch die Datengrundlage für andere Apps liefert. Es wird durch eine rote Stecknadel symbolisiert und ist wie gesagt automatisch bei Google Maps dabei. Gut finde ich hier die hohe Userbeteiligung, die für aktuelle Informationen sorgt. Praktisch ist natürlich auch die gute Integration in Google Maps. Somit kann ich bequem zwischen der Karte samt Streetview und den Informationen über Läden und Kneipen hin- und herwechseln. Nur Informationen über Veranstaltungen und das aktuelle Kulturprogramm finde ich nicht.
  • Diese Lücke könnte ja z.B. Aloqa füllen, eine App, die in vielen Zeitschriften hochgelobt wird. Kucken wir mal. Die Oberfläche präsentiert sich bunt und innovativ mit viele Animationen. Ich stelle allerdings schnell fest, dass es sich eigentlich nur um ein Portal handelt für verschiedene andere kommerzielle Dienste wie Kaufda und Nachtagenten. Vorgesehen ist freilich nur, was bei der kaufkräftigen Klientel „angesagt“ ist. Kulturelle, wissenschaftliche oder gar politische Veranstaltungen suche ich vergeblich. Auch der Versuch mit Hilfe des + Zeichens eine Suche nach Flohmärkten zu initiieren, führt zu nichts. Für diese App bin ich offenbar nicht angesagt genug.
  • Der letzte Kandidat nennt sich Das Örtliche und ich denke da natürlich gleich an das gute alte Telefonbuch. Das trifft es auch, denn was hier geliefert wird ist: Name, Adresse und Telefon und das wars auch. Das ganze dann noch mindestens ein Jahr alt – ich entdecke sofort ein paar Läden, die schon längst wieder zu sind. Das gute alte Telefonbuch kann man immerhin noch zweckentfremden, z.B. als stabile Unterlage. Mit dieser App geht allerdings nicht einmal das.

Als Fazit bleibt somit, dass ich für Kultur- und lokale Informationen neben dem sowieso installierten Places nur noch die App von Meinestadt.de brauche. Für die übrigen habe ich angesichts meines knappen internen Speichers wirklich keinen Platz. Andere warten schon vor der Tür.

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Infotainment

10. Juli 2011

Ich weiß, es ist etwas altmodisch, aber ich halte Bildung und Wissen für etwas anderes als das, was bei Günther Jauch abgefragt wird. Und ich halte das Verstehen von Fakten und Zusammenhängen für einen Wert an sich, auch ohne dass ich das gleich irgendwo gewinnbringend anwenden kann.

Daher kommt es wahrscheinlich, dass ich mir lieber Wissen reinziehe, wenn andere in der S-Bahn oder beim Warten an der Haltestelle auf ihrem Handy nur Musik hören oder eine Runde zocken. Natürlich geht Infotainment (Information+Entertainment) auf dem Handy nur in kleinen Häppchen, denn die Bildschirmgröße und die Zeit zwischen ein- und aussteigen ist begrenzt. Wikipedia-Artikel sind zwar eine willkommene Ablenkung bei allzu langweiligen Konferenzen aber unterwegs schon wieder fast zu lang. Glücklicherweise bin ich auf einige richtig gute Info-Apps zu allen möglichen Themen gestoßen. Einige davon will ich euch mal kurz vorstellen:

  • Important Ore Minerals gibt mir einen Überblick über die wichtigsten Gesteine und Mineralien, aus denen Rohstoffe gewonnen werden. Da ich schon immer mal wissen wollte, wo Eisen, Kupfer, Zinn, Silber, Aluminium … eigentlich herkommen und ganz gut Englisch kann, ist diese kostenlose App für mich gewissermaßen Gold wert.
  • Nabu Vogelführer listet 200 verschiedene Vögel. Laut eigenen Angaben sind das sämtliche in Deutschland heimische Arten. Die App soll die Vogelbestimmung erleichtern, indem man gezielt über Rubriken wie Größe des Vogels, Lebensraum, Form der Beine, des Schnabels, des Gefieders Schritt für Schritt die Art eingrenzt. Ich lasse mir aber einfach eine Art nach der anderen anzeigen und kucke nach den Unterschieden. Ob ich damit auch in der Natur einen Vogel bestimmen kann, habe ich noch nicht ausprobiert. Was mir allerdings schon mal dafür fehlt, ist eine Wiedergabe des typischen Gezwitschers bzw. Gesangs. Dies finde ich zwar nicht als App, dafür aber wenigsten in mobiltauglicher Form im Browser unter wap.vogelstimmen.de. Dort kann ich mir dann den typischen Gesang im mp3 Player abspielen lassen und wenn das paßt, weiß ich womöglich, wer da auf Partnersuche ist.
  • Latin Phrasebook enthält bekannte und weniger bekannte lateinische Ausdrücke und Sprichwörter. Ich habe nicht wirklich vor, die nun in meine Texte einfließen zu lassen, aber anregend sind sie allemal, zumal auch Quellen genannt und kurz der literarische Kontext erklärt werden. Das ganze gibt es halt leider wieder nur mit englischer Übersetzung. Aber wer sich an die Sprache der alten Römer heranwagt, den kann das auch nicht mehr schrecken.
  • Gesetze ist eine tolle App nicht nur für Juristen, sondern auch für alle anderen, die sich mal einen kurzen Einblick in diese oder jene Rechtsfrage verschaffen wollen. Sie beruht auf der Webseite www.gesetze-im-internet.de des Justizministeriums. Die Gesetze sind alphabetisch sortiert, was nicht besonders weiterhilft, denn der Gegenstand des Gesetzes läßt sich nicht immer am ersten Wort festmachen. Daher gehe ich jetzt erstmal die ganze Liste durch und lade und markiere mir diejenigen, die für die Themen, mit denen ich mich beschäftige, relevant sind. Beim ersten Aufruf gibt es hier noch eine kleine Verzögerung. Danach ist das Gesetz lokal gespeichert und sofort abrufbar.
  • Schließlich noch zwei Apps, mit denen ich doch noch die Wikipedia Enzyklopädie abfragen kann, wenn mir nach ausführlicherer Information ist: Wapedia gefällt mir optisch am besten, lädt schnell und stellt die Wiki Artikel übersichtlich dar.  Wikidroid for Wikipedia bietet mir dafür noch ein paar Einstellungsmöglichkeiten mehr, z.B. zwischen den Wikis von zwei verschiedene Sprachen (Deutsch und Englisch) schnell hin- und herzuwechseln. Beide Apps sind werbefinanziert, aber für eine kleine Spende, die der Sache zugutekommt, kann ich sie auch werbefrei machen. Ich habe mich nur noch nicht entschieden, welche der beiden …

Soweit eine kleine Auswahl von Apps, die mich hoffentlich klüger machen, wenn ich schon gerade nichts besseres zu tun habe. Vielleicht habt ihr ja noch Lust Eure ganz persönliche Lieblings-Apps, die in diese Sparte passen, als Kommentar unten hinzuzufügen?

Quick-Response

12. Juni 2011

Wer schon einmal ein Bahnticket im Internet gekauft hat, dem sind sicher die viereckigen Datenfelder aufgefallen, die dann im Zug von den Bahnschaffnern gescannt werden. Offenbar enthalten diese Felder eine ganze Menge Information, die jedenfalls genügt, um eine gültige Fahrkarte aus dem Ausdruck zu machen. Das Bahnticket ist ein spezieller Fall von sogeannten 2D Codes, wobei „2D“ für zweidimensional steht. In solchen Bildern werden Daten (also Zahlen, Buchstaben, Wörter, …) nicht nur durch Balken wie bei Barcodes, sondern auf einer Fläche symbolisiert. Das macht den Code robuster und für Lesegeräte leichter zu erkennen.

Ein besonders populärer und praktischer  Fall von 2D Codes sind die sogenannten QR-codes, ausgeschrieben Quick-Response-Codes. Das System wurde in Japan entwickelt und kann alle möglichen Zahlen, Buchstaben (und natürlich auch japanische Schriftzeichen) codieren. Für mein Handy besonders interessant ist, dass man damit auch sehr gut Webaddressen (sogenannte urls: http://….) codieren kann. Denn ich habe ja schon die Erfahrung gemacht, dass das Eintippen von Webaddressen mit der Touchscreen-Tastatur ganz schön mühsam und fehlerträchtig sein kann. Wenn ich die Internetaddresse einfach einscanne, wäre das deutlich einfacher.

Um damit zu experimentieren brauche ich erstmal eine geeignete App. Ich halte mich an die Empfehlungen der einschlägigen Webseiten und installiere QR-Droid. Davon gibt es:

  1. eine allgemeine Fassung, die die gescannten Adressen dann über das Telefonbuch oder auf anderen Wegen weiterverschicken kann.
  2. eine private Fassung QR-Droid Private, die wesentlich weniger Berechtigungen bei der Installation verlangt, aber auch die wichtigsten Funktionen kann, die ich bis auf weiteres ausprobieren möchte.

Das ist schon mal sympathisch, dass mir als Nutzer die Wahl gelassen wird. Ich entscheide mich für die private Fassung und bin so zufrieden damit, dass ich gar keine der vielen anderen Apps, die QR-Codes lesen können, mehr ausprobieren mag.

Was kann ich also nun damit machen?

  • Ich kann zum einen QR-codes, die auf Plakaten, Büchern oder Internetseiten angebracht sind, einscannen und auswerten. Mit den Ergebnissen kann ich dann sofort den Browser starten und direkt auf die Seite surfen. Das klingt nach einem perfekten Mittel für die Werbeindustrie. Sie kann damit z.B. Fahrgäste, die auf die S-Bahn warten, dazu überreden, mit dem Handy mal schnell auf ihre Webseite zu surfen oder diese sogar als Favorit abzuspeichern. Aber die Sache ist auch für andere Zwecke interessant z.B. für Fachbücher, wo man so einen schnellen Zugriff auf zusätzliche Information im Internet bereitstellen kann.
  • Ich kann aber mit QR-Droid auch selbst QR-codes aus urls oder Texten erzeugen und die Ergebnisse als Grafikdatei auf der SD Karte meines Handys abspeichern. Beispiele seht ihr neben diesem Text. Die so erzeugten Grafiken kann ich dann wiederum an andere weitergeben oder auf meinen Computer übertragen. Die Methode funktioniert auch umgekehrt: Ich speichere die url einer Seite, die ich auf dem Computer angesurft habe als QR-Grafik und zeige sie auf dem Computerbildschirm an. Nun halte ich mein Handy gegen den Bildschirm und scanne die Information ein. So spare ich mir das Abtippen.

Anders als die zuvor gestesteten Barcode-Leseprogramme kann QR-Droid auch direkt aus zuvor aufgenommenen Fotos lesen. Das heißt, ich muss nicht vor dem Plakat so lange posieren, bis der Scanner endlich sich festgekrallt hat. Ich mache einfach ein gutes, scharfes Foto aus der Nähe und scanne die Information später ein.

Soweit also was ich herausgefunden und quasi unter Laborbedingungen erfolgreich ausprobiert habe. Nun begebe ich mich zum Abschluss noch auf die Tour durch die Stadt und suche QR-codes. Eine Zeitlang waren die ja bei den Werbetreibenden ziemlich beliebt und auf vielen Plakaten zu sehen. Aber leider – diese Zeiten scheinen schon wieder vorbei zu sein. Selbst auf den Werbeplakaten der Mobilfunkprovider und ihrer Reseller kein einziger QR-Code 😦 Wär doch praktisch, wenn man bei einem interessant klingenden Angebot gleich mal auf die Webseite surfen könnte und die Vertragsbedingungen samt Kleingedruckten nachlesen könnte. Oder ist das vielleicht doch gar nicht erwünscht?

Immerhin finde ich dann doch noch einen QR-Code: auf einem Plakat der Rhein-Main-Verkehrsgesellschaft RMV. Damit komme ich dann direkt auf die WAP Seite des RMV, wo ich immerhin den Fahrplan abrufen kann. Na gut, für Android habe ich eigentlich schon eine RMV App, die noch viel mehr kann, sowie interessante Alternativen dazu (dazu später mehr). Aber immerhin: Es klappt auf Anhieb und die Sache ist ausbaufähig.

Fazit: QR-codes scheinen mir eine interessante Anwendung für das Smartphone zu sein. Ich werde mal versuchen, solche Codes hin und wieder einzubauen, zu verwenden, z.B. auf Webseiten, Blogs, Visitenkarten, Handzetteln, … Gerade auch für Künstler und Blogger sind sie interessant, weil man so Passanten und Vorbeigehende einfach auf die eigenen Kreationen hinweisen kann. Auch gute Sachen brauchen schließlich manchmal ein wenig Werbung. 🙂

Barcodes scannen

10. Juni 2011

Wenn ein Gerät zwei Funktionen vereint, dann ergeben sich mitunter interessante Anwendungsmöglichkeiten. Eine ist das Barcode-Lesen und Abrufen von Information dazu aus dem Internet.

Fast jedes Produkt, dass es in Deutschland zu kaufen gibt, ist heutzutage mit einem Produktcode gekennzeichnet. Dieser ist gleich in zwei Versionen auf dem Produkt angebracht:

  • als Strichcode (auch Barcode), der mit speziellen Lesegeräten – z.B. an der Supermarktkasse – schnell gelesen werden kann
  • als Ziffernfolge zum Eintippen, weil das automatische Lesen des Strichcodes manchmal nicht funktioniert.

Diese Ziffernfolge ist nun eben nicht eine beliebige Codierung des Supermarkts oder Händlers, sondern einheitlich geregelt und in Bezug auf Hersteller und Produkt eindeutig. Aus den 13 Ziffern der Global Trade Item Number (GTIN) läßt sich u.a. folgendes ablesen:

  • Land (drei Stellen, 400 bis 440 für Deutschland)
  • Unternehmen
  • Artikelnummer des Herstellers
  • Prüfziffer

Dazu gibt es frei abfragbare Datenbanken, die Aufschluß über das Produkt geben.

Mein Android Handy vereint nun alle Funktionen, die ich für eine Abfrage brauche:

  • es besitzt eine Kamera, die ein Foto des Strichcodes aufnehmen kann
  • es besitzt eine Touch-Tastatur, mit der ich notfalls des Barcode in Ziffern eingeben kann
  • es besitzt eine Internetverbindung, mit der ich die Datenbank abfragen kann
  • es kann Programme ablaufen lassen, die mir ein Benutzerinterface bieten

Die App erkennt den Barcode automatisch

Das will ich nun mal praktisch ausprobieren! Ich installiere mir die meist empfohlene App namens „barcoo„. Diese bietet mir u.a. Code scannen und Eintippen als Option an. Ersteres startet die Kamera mit einem viereckigen Fadenkreuz. Sobald der Barcode im Fenster ausgerichet ist und erkannt wird, wertet das Programm ihn aus und ruft die zugehörigen Informationen aus dem Internet ab. Das ganze erfordert zwar eine ruhige Hand und gute Lichtverhältnisse, aber bei den meisten Produkten klappt es. Ich scheitere allerdings an Barcodes, die auf gerundeten Flächen oder Gegenständen aufgebracht sind.

Käufer können ihre Erfahrungen mit dem Produkt mitteilen

Die Informationen, die ich zu verschiedenen Alltagsprodukten aufrufen kann, sind auch in der Tat interessant. Es gibt sogar eine Bewertungsfunktion, mit der man das Produkt anderen Käufern empfehlen (oder sie davor warnen) kann.Vor allem aber ist das natürlich eine tolle Möglichkeit zum Preisvergleich. Insbesondere wo doch selbst die Sonderangebote vieler großer Ketten oft im Internet genauso billig oder sogar noch billiger angeboten werden.

Soweit die Theorie. Nun starte ich also den Feldtest. Ich gehe in den Supermarkt und versuche dort Barcodes von Produkten zu scannen, die ich noch nicht gekauft habe. Nur dann wird die Auskunft ja wirklich sinnvoll. Aber ich scheitere gleich an mehreren Hürden:

  • das Barcode-Einlesen klappt vor dem Verkaufsregal viel schlechter als am Schreibtisch. Es ist ein sehr ruhiger Stand und eine gerade Sicht auf den Code erforderlich und das ist im Supermarkt nicht immer einfach.
  • in den meisten Supermärkten scheint der Handyempfang schlecht zu sein. Jedenfalls gelingt es mir auch in den Fällen, wo ich den Barcode noch scannen kann, nicht die Datenbank abzurufen.

Nun gäbe es ja noch eine weitere Möglichkeit: Ich könnte den Barcode einfach abfotografieren und dann das Foto in Ruhe zu Hause auswerten. Kaufen kann man ja auch noch nach reiflicher Überlegung beim nächsten Mal. Doch hier erwartet mich eine weitere Enttäuschung: Meine App bietet offenbar nicht die Möglichkeit ein Foto einzulesen. Ich begebe mich also auf die Suche, ob es vielleicht eine alternative App gibt, die das kann. Für Windows gibt es ein derartiges Freeware-Programm, das die Strichcodes auch aus Fotos im jpg Format auslesen kann: bctester. Aber für Android? Entweder können die Apps, die Kamera nur direkt bedienen oder aber die Auswertung ist mager. Letzteres ist der Fall bei der App „Quickmark„. Sie liest zwar zuverlässig den Code aus den Fotos und wandelt ihn eine Ziffernfolge um. Aber dann erlaubt sie nur eine Google Suche damit, die kaum Ergebnisse bringt. Ich kann natürlich den so ausgelesenen Code notieren und anschließend per Tastatur in meine App „Barcoo“ eintippen, die gute Informationen liefert. Diese „Lösung“ führt auch tatsächlich zum Ziel. Aber auf einem wirklich unschönen Umweg.

Das muss doch besser gehn! Weiß jemand Rat? Bis dahin: Daumen nach unten. Das ganze ist nicht wirklich praxistauglich.

Internet in der Hosentasche

8. Juni 2011

Moderne Smartphones kommen mit dem Versprechen daher, vollen Internetzugang zu gewährleisten. Neudeutsch heißt das  „Surfen“ und suggeriert ein sportliches, wenn nicht sogar lustvoll-entspanntes  Dahingleiten über die Weiten der Webseiten. Aber stimmt das auch und ist es wirklich praktikabel? Und brauche ich das überhaupt, gibt es sinnvolle Anwendungen?

Nachrichten lesen auch auf kleinem Bildschirm

Ich mache also den Praxistest. Zunächst mal probiere ich aus, wo und mit welcher Performance ich überhaupt Zugriff habe. Ob ich überhaupt Verbindung habe sehe ich in der Kopfzeile des Touchscreens. Zuhause loggt sich mein Handy automatisch ins Wireless LAN ein. Das wird dann durch die ansteigenden parallelen Balken angezeigt. Das zumindest funktioniert ganz gut.  Die Reichweite ist aber natürlich begrenzt und andere WLAN Netze stehen nur selten frei zur Verfügung. Unterwegs brauche ich also andere Zugangswege.

In einer Großstadt fast überall verfügbar ist UMTS. Angezeigt wird dies durch das „3G“ Symbol in der Kopfzeile. Meine besonders günstige Internetflatrate ermöglicht mir hier zumindest das Ausprobieren, wenngleich die Datenmenge ziemlich begrenzt ist. Und tatsächlich bekomme ich in Frankfurt praktisch überall Empfang. Deutlich langsamer wird es meine High-Speed Datenmenge verbraucht ist, oder (z.B. in manchen Gebieten auf dem Land) nur ein langsameres Datenprotokoll wie GPRS zur Verfügung steht. Mit 63 kbit/s wird aus Surfen eher Warten.

Als Browser benutze ich zunächst den voreingestellten, der nur mit „Internet“ bezeichnet wird. Ich gehe zunächst mal auf die Google News Seiten, um mir einen Nachrichtenüberblick und verschiedene Artikel anzusehen. Das geht erstaunlich gut und auch das Herummanöverieren mit dem Finger auf den Seiten, das Verkleinern und Vergrößern durch Multitouch klappt hervorragend.

Opera: Startbildschirm selbst zusammenstellen

Nun lade ich mir noch einen alternativen Browser aus dem Android Market herunter: „Opera Mini„. Der wird von vielen Testern empfohlen und soll den Zugriff auf Webseiten sogar beschleunigen. Nach dem Starten bekomme ich hier gleich mehrere voreingestellte Seiten angezeigt: „Opera Portal“, Facebook, GMX, Opera Sports, … Das ist nun nicht gerade das was ich als Startbildschirm will. Aber  ich kann diejenigen, die mich weniger interessieren, schnell ersetzen. Ein längerer Druck auf ein Symbol führt zum Angebot „bearbeiten“ oder löschen. Das mache ich doch mal! Das geht ganz gut – ich man mir meine eigene Kombination aus Seiten zusammenstellen und die dann künftig mit einem Klick erreichen. Das ist praktisch! Allerdings muss ich die Seiten entweder bereits als Lesezeichen gespeichert haben oder die Url manuell eingeben. Und das kann auf dem Samsung Galaxy Gio etwas mühsam sein.

Kommen wir nun zur Gretchenfrage: Wozu brauche ich das überhaupt? Um ausführlich im Internet zu recherchieren oder auch entspannt zu surfen ist der kleine Bildschirm des Smartphones nicht geeignet.Vor allem wenn man auch noch was eingeben muss, wird es mühsam. Wenn man da wirklich eine kleine, leichte, mobile Lösung braucht, sollte man lieber einen Netbook anschaffen. Es kann also nur darum gehen, mal schnell etwas nachzuschauen, sich eine Information auf dem Internet zu holen. Für die naheliegendsten Sachen gibt es allerdings hier spezialisierte Apps, die viel benutzerfreundlicher sind als der Browser z.B.:

  • Meine Stadt: mit Kino, Veranstaltungsangeboten
  • Öffi„, eine App für den Nahverkehr (bzw regionale Angebote von Verkehrsgesellschaften z.B. RMV in Frankfurt, mit denen man z.T. sogar Fahrkarten kaufen kann)
  • Discounter und Shops haben z.T. auch eigene Apps wie z.B. Aldi

Man sollte also unbedingt die Apps im Market oder auch anderen Quellen durchforsten auf das spezielle Informationsangebot hin, das man häufiger benötigt. Der Browser ist nur zweite Wahl. Übrig bleiben also vor allem Webseiten und Informationsangebote, für die es noch keine eigene App gibt, oder solche, wo ich heute noch gar nicht ahne, das ich sie unterwegs brauchen werde. Ich nenne mal z.B. die wechselnden Flohmarkttermine in Frankfurt oder Öffnungszeiten von Museen und Schwimmbädern. Auch häufig wechselnde spezielle Nachrichtenangebote von Vereinen und Organisationen kommen in Frage. Solche Informationen finde ich heutzutage am einfachsten im Internet. Soweit ich die schon kenne, habe ich mal die wichtigsten als Lesezeichen abgespeichert. Und falls ich was nachschauen will, an das ich heute noch nicht denke, habe ich nun zumindest auch unterwegs eine Chance. Allein das ist schon mal ein Mehrwert.