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Sprachaufnahmen im .amr Format

19. September 2012

 

Viele Handybesitzer wissen gar nicht, dass sie mit ihrem Gerät auch ein für viele Zwecke ausreichendes Diktier- und Aufnahmegerät besitzen. Andere, die das zumindest ahnen, wissen nicht recht, was sie damit anfangen sollen. Ist ein Diktiergerät nicht etwas für arrogante Manager, die immer auf dem Sprung sind und mal schnell ihrer Sekretärin was diktieren? Nach Diktat verreist ist ja so ein geflügeltes Wort …

Hier mal ein paar Beispiele und Argumente, warum Sprachaufnahmen auch für ganz normale Leute sinnvoll sein können:

  • Wenn ich meine Eindrücke und Erfahrungen kurz festhalte (z.B. im Urlaub, bei besonderen Ereignissen), habe ich eine viel lebendigere Erinnerung als nur durch Fotos.
  • Audioaufnahmen der eigenen Gedanken und Pläne können mir helfen, Ziele und Ideen besser zu strukturieren, eigene Denkfehler zu erkennen und meine Zeit effektiver zu planen.
  • Mit solchen Aufnahmen kann ich Detailinformation, die sonst leicht verloren gehen, festhalten. Deswegen wird dieses Verfahren ja auch in vielen Berufen angewendet, wann immer es auf sachkundige Detailbeobachtung ankommt. Kennen ich ja aus den Fernsehkrimis von den Gerichtsmedizinern 😉
  • Professionelle Sprachtrainer empfehlen die Methode auch, um sich typische Anfängerfehler beim Reden vor anderen abzugewöhnen.
  • Eventuell kann ich mit dem Handy auch Veranstaltungen und Vorträge aufnehmen, dann sollte ich allerdings aus juristischen und moralischen Gründen vorher um Erlaubnis fragen. Außerdem sollte das Smartphone dann in der Nähe des Sprechers platziert werden.

Die Technik selber ist ganz einfach: App starten, Aufnahmeknopf drücken und lossprechen, so wie beim Telefonieren. Nach Beendigung wird die Aufnahme mit Stichwort oder Uhrzeit auf dem Gerät gespeichert. Zumindest wenn die Tonquelle nicht allzuweit entfernt ist, machen die kleinen Mikrofone im Smartphone ganz brauchbare Aufnahmen.

Bei entfernten Tonquellen oder in großen Räumen funktioniert es weniger gut. Da empfehle ich eher ein Gerät wie z.B. das durchaus erschwingliche McCrypt DR-3. Weitere nützliche Hinweise und Tutorials zu professionellen Tonaufnahmen findet ihr in dem Blog Phlow von Moritz mo. Sauer.

Bei den Aufnahmen mit dem Smartphone kommt zumeist ein spezielles Audio-Format zum Einsatz, dass für Sprache optimiert ist. Die dabei erzeugten Dateien haben die Endung .amr und werden je nach Programm an verschiedenen Stellen im Speicher oder auf der SD Karte abgelegtNeulich habe ich aber nun die Erfahrung gemacht, dass ich diese auf dem Android-Handy aufgenommenen .amr Dateien nicht ohne weiteres auf dem PC, im Browser oder anderswo abspielen konnte. Deswegen habe ich jetzt mal ein bisschen recherchiert und will die Infos mal  mit euch teilen.

AMR steht für „Adaptive Multi-Rate“ und dient vor allem dazu,  die resultierenden Dateien möglichst klein zu halten. Im Vergleich zu mp3 ist die Qualität deutlich schlechter, aber auch die Dateigröße für die selbe Aufnahmedauer deutlich kleiner. Für Musik ist AMR daher weniger geeignet, für Sprache soll es aber allemal ausreichen.

Das wollte ich genauer wissen und darum hab ich dazu mal ein paar Versuche gemacht. Und zwar habe ich jeweils eine Minute lang relativ leise aus einigen Zentimetern Entfernung ins Mikro des Handys gesprochen. Mit Hilfe von verschiedenen Apps, die in unterschiedlichen Formaten speichern, habe ich den Vorgang dann wiederholt. Die Ergebnisse waren wie folgt:

Format – Bitrate   – Dateigröße  –    Qualität

amr                ?             95 kByte    befriedigend
(Klang mäßig, leicht verrauscht, aber noch gut verständlich)

3gp               ?             107 kByte           befriedigend
(Klang mäßig, am Wortende Silben verschluckt)

mp3          64 kbps    477 kByte   gut
(klarer Klang, gut verständlich)

mp3        128 kbps     954 kByte  sehr gut
(glasklar, CD Qualität)

wav         128 kbps     952 kByte   befriedigend
(Störgeräusche am Wortende)

wav         705 kbps        5,09 MByte    sehr gut
(glasklar, sauber, ohne Rauschen)

Wie ihr seht, erzeugt AMR bei gleicher Aufnahmezeit schon deutlich kleinere Dateien und das kann ja bei längeren Aufnahmen, knappem Speicher und Hochladen per Mobilfunknetzen schon einen Unterschied machen.

Diese Ergebnisse sind allerdings nur bedingt vergleichbar, weil ich die Aufnahmen mit verschiedenen Apps durchgeführt mußte. Immerhin habe ich bei dem Versuch, die Werte vergleichbar zu machen, auch noch einiges über die Theorie der Aufnahme- und Abtastformate gelernt.

Grundsätzlich gibt es offenbar folgende Parameter:

  • Die sample Länge in Bit. Dies ist die kleinste Einheit, in der das Tonsignal aufgenommen wird, normalerweise 8, 16 oder 20 bit.
  • die sample rate in Hz. Dies drückt aus, wie oft pro Sekunde das Tonsignal abgetastet bzw ein sample angelegt wird. Typische Werte sind 8000, 22000, 44100, 48000 Hz
  •  die bit rate in kbps (kilo-bit-pro-Sekunde). Dies ist der Wert, der meistens in mp3 Programmen angegeben ist. Er ergibt sich aus der sample Länge multipliziert mit der bit rate. Typische Werte sind 64, 128, 256 kbps.

Das AMR Format scheint sich aber nicht ganz diesem System zu unterwerfen. Es handelt sich offenbar um ein komplexeres Verfahren, das ursprünglich für das Radio entwickelt wurde und je nach Qualität der Aufnahme mit verschiedenen bit raten bzw. sample Verfahren arbeitet. Das Dateiformat mit der Endung .3gp, das meist für Videos zum Einsatz kommt, verwendet übrigens für Audioaufnahmen ebenfalls das AMR Verfahren.  Insofern macht es Sinn, dass die resultierende Größe bei meinem Versuch oben ähnlich klein war. Diese Dateien lassen sich auf PC und Handy mit den meisten Videoplayern abspielen.

simpel aber gut: AMR Player auf dem PC

Für die Aufnahme der .amr Datei habe ich die bei LG Smartphones standardmäßig installierte App „Sprachmemo“ verwendet (gibt es nicht bei Google Play, aber ähnliche sind auf fast jedem Smartphone vorinstalliert). Eine Bitrate wird dort nicht direkt angegeben, daher habe ich die Datei auf den Computer kopiert und sie dort mit der Software AMR Player ins mp3 Format umgewandelt. Diese recht simple Freeware scheint tatsächlich das einzige Programm zu sein, dass AMR Dateien auch auf dem PC abspielen und in andere Formate konvertieren kann. Für die resultierende mp3 Datei erhalte ich dann von mp3 Abspielprogrammen die Angabe 64 kbps und 8000 Hz Samplerate. Diese beiden Werte passen aber nur zusammen, wenn man 8 Bit samples zugrundelegt (?). Somit hätte die amr Aufnahme auf jeden Fall eine deutlich schlechtere Abtastrate als die anderen Aufnahmemethoden.

Die 3gp Aufnahme habe ich mit dem All That Recorder aufgenommen. Diese App macht standardmäßig mp3 Aufnahmen. Zumindest mit dem AMR Verfahren bringt sie aber offenbar schlechtere Ergebnisse als die Standard-LG-App.

Für die mp3 Aufnahmen habe ich die App Hi-Q MP3 Rec verwendet. Bei dieser ist die bit rate direkt wählbar und ich habe es wie oben ersichtlich mit 64 und 128 kbps probiert.

Für die wav Aufnahmen habe ich die App BMS Recorder benutzt. Hier kann man die sample rate wählen (8000 Hz bis maximal 48000 Hz in der Pro Version). Aus den Help Information geht hervor, dass diese sample rate ausdrückt, wie oft pro Sekunde ein 16 bit sample aufgenommen wird. Man bekommt also die Bit rate, indem man die sample rate mit 16 multipliziert. Somit komme ich auf 128 kbps (8000 Hz) und 705,6 kbps (44100 Hz).

Vielleicht ist ja hier ein Physiker oder ein professioneller Tontechniker unter meinen Lesern, der uns das per Kommentar noch etwas genauer erklären kann (oder meine Vermutungen korrigieren mag).

Zum Schluss noch ein paar Worte zu den Apps. Um diesen Artikel zu schreiben habe ich auch noch viele andere Programme aus Google Play kurz angetestet. Die Ergebnisse waren zumeist enttäsuchend. Manche stürzten direkt ab, andere hatten wenig Einstellmöglichkeiten oder eine umständliche Oberfläche. Die obengenannten sind zumindest einigermaßen gut programmiert und bieten jedes für sich bestimmte Alleinstellungsmerkmale. Grundsätzlich könnt ihr damit auch so lange ins Mikrofon sprechen, wie der Platz auf der SD Karte reicht (bzw. solange ihr noch etwas zu erzählen habt). Wichtig erscheint mir auch die Möglichkeit den audio input level, also die Aufnahmelautstärke, zu verstellen. Dies bieten nur die wenigsten Apps an. Für normale Sprachaufnahmen und Memos bleibe ich wohl bei der LG-Sprachmemo App. Eine gute Ergänzung für qualitativ bessere Aufnahmen ist der Hi-Q MP3 Voice Recorder, bei dem ich mir auch überlegen werde, die kostenpflichtige Vollversion zu kaufen.

 

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Melodien ausschneiden

20. Juli 2011

Hier nun – wie versprochen – der zweite Teil für fortgeschrittene Klingeltonenthusiasten.

Ich nehme jetzt mal an, ich habe in der Musikbibliothek keine geeignete Melodie gefunden. Stattdessen bilde ich mir ein, dass es unbedingt ein ganz bestimmter Song sein muss, der aber leider als Klingelton viel zu lang ist. Eigentlich möchte ich sogar nur eine kurze Sequenz aus diesem Song nehmen, vielleicht ein Gitarrensolo oder den Refrain .. Dafür gibt es eine Lösung: die App Ringdroid.

Nachdem ich sie heruntergeladen und gestartet habe, findet sie selbsttätig alle mp3 Stücke, die ich inzwischen auf meine SD-Karte kopiert habe. Als legale Quelle für solche Musik nehme ich z.B. den Amazon Musikstore oder gekaufte CDs, von denen ich einzelne Stücke ins mp3 Format gerippt habe. Diese Stücke erscheinen nun im Auswahlfenster von Ringdroid. Ich wähle nun eine bekannte Filmmusik, wo es dann im weiteren Verlauf heißt: „Dies sind die Abenteuer des Raumschiffs Enterprise, das mit seiner 400 Mann starken Besatzung fünf Jahre lang unterwegs ist, um neue Welten zu erforschen„.

Den Text möchte ich aber eigentlich lieber nicht – mich interessieren nur die Sternenklänge, die ersten paar Sekunden, bevor die Ansage kommt. Die will ich rausschneiden. Auf dem Bildschirm sehe ich die grafische Darstellung der Tonausschläge und kann mit zwei Schiebereglern Anfang und Ende festlegen. Mit dem Play Button kann ich mir den so gewählten Tonschnipsel vorspielen lassen. Sobald es passt, kann ich das kurze Stück mit dem Disketten-Symbol abspeichern (Ich könnte wetten, dass dieses Symbol immer noch im Gebrauch sein wird, wenn längst niemand mehr eine Diskette mit eigenen Augen gesehen hat). Beim Abspeichern hängt Ringdroid automatisch „Rufzeichen“ an den Namen des Musikstücks dran, damit das Orginal nicht überschrieben wird. Ich kann aber auch einen beliebigen anderen Namen wählen. Nach dem Speichern werde ich gefragt, ob ich die Melodie zum Standard machen will oder sie einem Kontakt zuweisen will. Das kann ich aber auch später aus den Einstellungen heraus machen.

Nun habe ich also die neue Tonsequenz zum Klingelton gemacht und probiere sie aus. Ich rufe mich einfach mal selber an. Das klingt schon ganz gut und richtig spacig. Das einzige Problem ist, dass das Ende meines Klingeltons nun ein wenig abgehackt klingt – wäre vielleicht besser die Lautstärke gegen Ende ein wenig runterzuregeln, aber dass kann Ringdroid leider nicht. Also begebe ich mich wieder auf die Suche. Im Android Market finde ich hier gleich hinter Ringdroid ein weiteres App, das verspricht das Ein- und Ausblenden (fade in/fade out) zu beherrschen: Ringtone Maker. Das lade ich mir, starte es und stelle erstaunt fest, dass es genauso aussieht wie Ringdroid. Aber halt, da sind ein paar neue Buttons und Einstellmöglichkeiten. Der runde grüngelbe Knopf mit den Pfeilen öffnet mir ein Fenster, in dem ich fade in und fade out in Schritten von 1 Sekunde einstellen kann. Das probiere ich gleich mal bei meinem StarTrek-Klang aus. Klingt doch gleich viel besser! Ringtone Maker ist anscheinend eine bloße Erweiterung des orginalen Ringdroid, unter Info erscheint sogar noch der Name Ringdroid. Warum die Programmierer des Orginals nicht selber auf die Idee gekommen sind, weiß ich nicht. Ringtone Maker ist jedenfalls die bessere Wahl zum extrahieren von Klängen für Klingeltöne.

Und nun noch ein Hinweis, der vielleicht nützlich sein kann: Die so erzeugten Dateien werden im Ordner /mnt/sdcard/media/audio/ringtones abgepeichert. Dies entspricht dem Verzeichnis /media/audio/ringtones auf der Micro-SD Karte. Könnte ja sein, dass ich die Schnippsel später wieder löschen, umbenennen oder weiterverarbeiten will. All dies geht dann z.B. mit meinem File manager.

Infotainment

10. Juli 2011

Ich weiß, es ist etwas altmodisch, aber ich halte Bildung und Wissen für etwas anderes als das, was bei Günther Jauch abgefragt wird. Und ich halte das Verstehen von Fakten und Zusammenhängen für einen Wert an sich, auch ohne dass ich das gleich irgendwo gewinnbringend anwenden kann.

Daher kommt es wahrscheinlich, dass ich mir lieber Wissen reinziehe, wenn andere in der S-Bahn oder beim Warten an der Haltestelle auf ihrem Handy nur Musik hören oder eine Runde zocken. Natürlich geht Infotainment (Information+Entertainment) auf dem Handy nur in kleinen Häppchen, denn die Bildschirmgröße und die Zeit zwischen ein- und aussteigen ist begrenzt. Wikipedia-Artikel sind zwar eine willkommene Ablenkung bei allzu langweiligen Konferenzen aber unterwegs schon wieder fast zu lang. Glücklicherweise bin ich auf einige richtig gute Info-Apps zu allen möglichen Themen gestoßen. Einige davon will ich euch mal kurz vorstellen:

  • Important Ore Minerals gibt mir einen Überblick über die wichtigsten Gesteine und Mineralien, aus denen Rohstoffe gewonnen werden. Da ich schon immer mal wissen wollte, wo Eisen, Kupfer, Zinn, Silber, Aluminium … eigentlich herkommen und ganz gut Englisch kann, ist diese kostenlose App für mich gewissermaßen Gold wert.
  • Nabu Vogelführer listet 200 verschiedene Vögel. Laut eigenen Angaben sind das sämtliche in Deutschland heimische Arten. Die App soll die Vogelbestimmung erleichtern, indem man gezielt über Rubriken wie Größe des Vogels, Lebensraum, Form der Beine, des Schnabels, des Gefieders Schritt für Schritt die Art eingrenzt. Ich lasse mir aber einfach eine Art nach der anderen anzeigen und kucke nach den Unterschieden. Ob ich damit auch in der Natur einen Vogel bestimmen kann, habe ich noch nicht ausprobiert. Was mir allerdings schon mal dafür fehlt, ist eine Wiedergabe des typischen Gezwitschers bzw. Gesangs. Dies finde ich zwar nicht als App, dafür aber wenigsten in mobiltauglicher Form im Browser unter wap.vogelstimmen.de. Dort kann ich mir dann den typischen Gesang im mp3 Player abspielen lassen und wenn das paßt, weiß ich womöglich, wer da auf Partnersuche ist.
  • Latin Phrasebook enthält bekannte und weniger bekannte lateinische Ausdrücke und Sprichwörter. Ich habe nicht wirklich vor, die nun in meine Texte einfließen zu lassen, aber anregend sind sie allemal, zumal auch Quellen genannt und kurz der literarische Kontext erklärt werden. Das ganze gibt es halt leider wieder nur mit englischer Übersetzung. Aber wer sich an die Sprache der alten Römer heranwagt, den kann das auch nicht mehr schrecken.
  • Gesetze ist eine tolle App nicht nur für Juristen, sondern auch für alle anderen, die sich mal einen kurzen Einblick in diese oder jene Rechtsfrage verschaffen wollen. Sie beruht auf der Webseite www.gesetze-im-internet.de des Justizministeriums. Die Gesetze sind alphabetisch sortiert, was nicht besonders weiterhilft, denn der Gegenstand des Gesetzes läßt sich nicht immer am ersten Wort festmachen. Daher gehe ich jetzt erstmal die ganze Liste durch und lade und markiere mir diejenigen, die für die Themen, mit denen ich mich beschäftige, relevant sind. Beim ersten Aufruf gibt es hier noch eine kleine Verzögerung. Danach ist das Gesetz lokal gespeichert und sofort abrufbar.
  • Schließlich noch zwei Apps, mit denen ich doch noch die Wikipedia Enzyklopädie abfragen kann, wenn mir nach ausführlicherer Information ist: Wapedia gefällt mir optisch am besten, lädt schnell und stellt die Wiki Artikel übersichtlich dar.  Wikidroid for Wikipedia bietet mir dafür noch ein paar Einstellungsmöglichkeiten mehr, z.B. zwischen den Wikis von zwei verschiedene Sprachen (Deutsch und Englisch) schnell hin- und herzuwechseln. Beide Apps sind werbefinanziert, aber für eine kleine Spende, die der Sache zugutekommt, kann ich sie auch werbefrei machen. Ich habe mich nur noch nicht entschieden, welche der beiden …

Soweit eine kleine Auswahl von Apps, die mich hoffentlich klüger machen, wenn ich schon gerade nichts besseres zu tun habe. Vielleicht habt ihr ja noch Lust Eure ganz persönliche Lieblings-Apps, die in diese Sparte passen, als Kommentar unten hinzuzufügen?

over the air

2. Juli 2011

Bis jetzt habe ich meine Fotos und Screencapture Bilder immer per USB Kabel übertragen. Das funktioniert zwar, aber ist schon etwas mühsam. Man muss das Gerät:

  • erst an einen USB Port anhängen,
  • das immer voreingestellte USB Debugging ausschalten,
  • noch mal klicken, dass man sich per USB verbinden will,
  • warten bis der PC das neue Drive erkennt,
  • ..

ziemliche Enttäuschung: doubleTwistAber es soll ja Lösungen geben, die auch per WLAN eine Übertragung zulassen. Das erste Programm, auf das ich bei meiner Recherche stoße, ist DoubleTwist. Das soll ähnlich wie iTunes funktionieren und besteht aus einer Software für den PC sowie einer App auf dem Android Phone. Klingt soweit ganz gut, also will ich mal beides ausprobieren. Kostenlos scheint die Sache schon mal nicht zu sein. Die PC Software bekommt man zwar umsonst, aber die App doubleTwist Air Sync im Android Market kostet 3,99 €. Nur der doubleTwist Player ist kostenlos, der erlaubt aber nur das Abspielen von Musik, nicht die Dateiübertragung. Nachdem ich mir die PC Software runtergeladen bestätigt sich das in der dortigen Hilfefunktion: Übertragung per WLAN kostet Geld. Für die kostenlose Nutzung wird man auf das USB Kabel verwiesen. Na gut, die 4 € wären ja eine Überlegung wert, wenn die Sache funktioniert.

Doch dann kommt der show-stopper beim Lesen der Kommentare der Anwender im Android Market. Mehrere Samsung Besitzer beschweren sich, dass die App nur Zugriff auf den internen Speicher, nicht aber auf die SD Karte erlaubt. Das wäre ja totaler Blödsinn – gerade Daten wie Musik und Fotos lagert man doch auf den externen Speicher aus und will sie von dort auf den PC holen (oder umgekehrt). Auf der Seite von DoubleTwist wird die schwerwiegende Schwachstelle auch zugegeben. Na ja, vielleicht wird das ja besser in einer der nächsten Versionen. Einstweilen ist das Ding für mich nicht brauchbar und wird wieder entfernt.

Nun suche ich im Market nach einer anderen Lösung. Ausgehend von DoubleTwist gehe ich über „ähnliche Programme“ und versuche außerdem verschiedene Suchbegriffe. Es gibt da auch in der Tat zahlreiche Angebote, meist englischsprachig. Einige arbeiten mit der Apple Software iTunes zusammen, aber die will ich eigentlich lieber nicht auf meinem PC. Schließlich finde ich die App Websharing File/Media Sync. Von dieser gibt es eine kostenpflichtige Vollversion (2,06 €) und eine kostenlose Lite Version. Der Beschreibung entnehme ich, dass auch die Lite Version das, was mir wichtig ist, beherrschen sollte: Dateiübertragungen in beide Richtungen. Gelöst ist dies über den Webbrowser und seine up- und download Funktion.

Die App von Websharing File/Media Sync

Ich hole also diese App und probiere das ganze aus. Nach dem Starten ist das Websharing zunächst noch nicht aktiv. Ich erhalte auf dem Android Bildschirm aber schon eine url angezeigt mit der IP, die mein Handy gerade im lokalen WLAN Netz hat. Nun muss ich die Start Taste drücken und bekomme auch noch ein Passwort angezeigt. Dieses Passwort kann ich selbst einstellen oder mir jedes Mal vom Programm ein neues erzeugen lassen.

Auf dem PC starte ich inzwischen den Firefox Browser und gebe die url ein. Zuerst kommt gar nichts, aber das ist nicht verwunderlich, denn ich nutze bei unbekannten Seiten zum Schutz das (sehr empfehlenswerte) plugin noscript. Nachdem ich dort Scripte für die neue Webseite freigeben habe, funzt es dann und ich erhalte einen login screen. Ich gebe das Passwort ein und – sehe die Ordnerstruktur der SD Karte des Handys vor mir. Genau so will ich das haben!

Bedienen tue ich meinen neuen Dateisystembrowser mittels Doppel- und Rechtsklick auf die Objekte im angezeigten Dateisystem.  Ich klicke mich also mal durch die Ordner und finde in der Tat die Dateien, die ich übertragen will. Ich versuche den Download auf meinen PC und in der Tat wird mein Download Plugin, das mir mehrere Optionen bietet, aufgerufen. Ich kann nun wie gewohnt Zielverzeichnis und Dateinamen wählen. Das Fenster im BrowserDie Übertragung selbst läuft schnell und reibungslos. Die umgekehrte Richtung, vom PC auf das Handy starte ich durch Rechtsklick in das Zielverzeichnis. Anschließend kann ich eine Datei auf meinem Computer auswählen. Auch dieser Weg funktioniert perfekt. Alles sehr intuitiv gelöst.

Doch die App kann noch mehr:

  • unter Status werden mir im Webbrowser wichtige Infos über den aktuellen Zustand meines Geräts angezeigt.
  • Ich kann direkt über den Browser mp3 Musik, die sich auf meinem Handy befindet, auf dem PC abspielen. Das ist doch ein schönes Feature, wenn ich bei Freunden zu Besuch bin!
  • die Übertragung soll (langsamer und unverschlüsselt) sogar über das Telefonnetzwerk möglich sein (was ich aber nicht ausprobiere).

Ich muss sagen, ich bin begeistert. Die App ist selbst in der Lite Version eigentlich zu gut, um kostenlos zu sein. Mit der Bezahlversion kann ich zusätzlich:

  • mein Handy mittels WebDAV wie ein USB Drive mounten
  • einen Guest-account einrichten, der nur auf bestimmte Dateibereiche zugreifen kann
  • Musik zum Computer streamen
  • Fotos und Videos direkt ansehen
  • ganze Ordner übertragen

Das sind alles Funktionen, die ich nicht unbedingt brauche. Aber so tolle Programmierarbeit gehört belohnt und daher werde ich mir die Vollversion wohl auch noch holen.

Hörbücher auf dem Handy

20. Juni 2011

Ein Sonderfall von Audio-Medien sind Hörspiele und Hörbücher. Auch bei diesen gilt natürlich: Ich respektiere die künstlerische Leistung von Autoren, Sprechern und Verlagen und nutze nur gekaufte Medien. Aber die will ich auch unterwegs auf meinem Handy hören, indem ich es als mp3 Player nutze.

Im Prinzip gehe ich dazu genauso vor, wie beim Rippen von Musik. Ich nutze dafür wieder eine Encodierungs-Software wie Audiograbber. Falls ich noch eine altes Hörspiel auf Kassette habe, kann ich dieses auch ziemlich leicht einlesen. Ich nutze dazu einen kleinen, nicht teuren USB-Kassettenabspieler – das ist praktischer als Kabel bis zur Stereoanlage zu verlegen. Für die Aufnahme verwende ich dann die Software Audacity, die mehr Möglichkeiten zur Klangverbesserung und zum Schneiden bietet. Die so erzeugten mp3 Dateien übertrage ich dann wieder auf die SD Karte meines Smartphones, diesmal in ein neues Verzeichnis /Hoerbuecher (Umlaute als Ordner und Dateinamen sind immer gefährlich – manche Anwendungen kommen damit nicht zurecht. Also besser u-e).

Mit Re-Organize korrigiert man die Titel-Reihenfolge

Beim Abspielen von Sprachaufnahmen auf dem Handy stoße ich aber öfter auf eine Schwierigkeit: Viele Abspielprogramme sortieren die einzelnen Tracks nicht richtig, sondern wenden scheinbar eine beliebige Reihenfolge an. Bei einem Musikalbum ist das vielleicht noch nicht ganz so schlimm, wenn die einzelnen Stücke in etwas anderer Reihenfolge als auf der CD ablaufen. Bei einem Hörbuch oder Hörspiel aber ist es fatal, wenn die Reihenfolge der Kapitel durcheinandergerät. Und man will ja nicht nach jedem Track den nächstfolgenden wieder einzelnen suchen und neu starten.

Glücklicherweise gibt es auch hier Abhilfe in Form von Software. Die falsche Reihenfolge kommt daher, dass Windows die einzelnen Dateien nicht sortiert auf der SD Karte ablegt, sondern in einer Reihenfolge, die nach anderen Kriterien auf der sogenannten FAT festgelegt wird. Dafür gibt es nun ein schönes Programm, mit dem man diese physikalische Anordung einlesen und korrigieren kann: Re-Organize.

Ich stelle allerdings fest, dass dies bei meinem Android-Handy gar nicht erforderlich ist. Sowohl die Standard Musik App als auch das von mir installierte Songbird haben einen Alben-Modus. In diesem werden die einzelnen Kapitel ganz automatisch richtig sortiert und der Reihenfolge nach abgespielt. Das setzt natürlich voraus, dass die Tags (Informationsschnipsel) in den einzelne Dateien richtig angelegt wurden.

Mortplayer hat viele Einstellmöglichkeiten

Gerade bei Hörbüchern finde ich allerdings das Abspielen nach Verzeichnissen und selbstgewählten Kritierien praktischer. Dies wird offenbar nur von einer Abspiel-App unterstützt: Mortplayer. Das  Programm wurde speziell für das Abspielen von Hörbüchern optimiert. Wobei dabei fast zuviel des Guten getan wurde: Die Einstellmöglichkeiten sind derartig umfangreich, dass ich zuerst ganz schön durcheinander komme. Aber im Prinzip ist es dann doch ganz einfach. Ich wähle ein Stammverzeichnis, in meinem Fall /mnt/sdcard/Hoerbuecher (das ist das Verzeichnis, das ich zuvor selbst auf der Mikro-SD-Karte angelegt habe – die einzelnen Titel habe ich dort in gesonderten Unterverzeichnissen abgelegt). Nun kann ich einen Titel wählen, indem ich einfach das entsprechende Verzeichnis anwähle. Der Mortplayer erkennt die erste Datei und ich kann sie ganz normal abspielen. Anschließend werden dann die weiteren in der Reihenfolge abgespielt, wobei ich einstellen kann, nach welchen Kriterien die Stücke sortiert werden. Die App kann aber noch mehr. Ich kann:

  • zwischen verschiedenen Hörbüchern hin und her wechseln und lande immer wieder an der Stelle, die ich verlassen habe,
  • mit einstellbaren Abständen vor und zurückspringen,
  • Lesezeichen setzen und dorthin wieder zurückspringen,
  • einen Schlummermodus einschalten, in dem die Stimme nach einer voreingestellten Zeit langsam leiser wird,
  • mir Cover anzeigen lassen und die Optik freiwählen.

Somit kann ich also sogar innerhalb von Hörbüchern, die in einer einzigen großen Datei gespeichert sind, gut navigieren. Eine sehr praktische App für Leute wie mich, die gerne unterwegs Hörbücher hören. Nur ein wenig Geduld musste ich mitbringen, bevor ich die ganzen Einstellungen verstanden habe. Ohne Schweiß kein Preis.

Musik-zwo-drei ..

15. Juni 2011

Nicht wenige Leute sagen ja, dass sie ohne Musik nicht leben können. Ich weiß nicht, ob sie das jemals ausprobiert haben. Alle anderen Großstadtbewohner jedenfalls müssen mit Musik leben – vorausgesetzt man bezeichnet die Dauerberieselung im Kaufhaus und den demonstrativen Krach aus Nachbarwohnungen, Ghettoblastern oder zu laut gestellten MP3 Playern in der U-Bahn als Musik. Aber ich interpretiere das mal positiv in dem Sinn, dass meine Mitmenschen mich halt an ihren Musikextasen teilhaben lassen wollen. Und es gibt eben auch kaum etwas, das so sehr Geschmackssache ist. Deswegen ist es sicher nicht schlecht, wenn man auf dem eigenen Handy auch seine eigene Musik dabei hat – notfalls um die der anderen zu übertönen.

So, das waren jetzt aber erstmal genug philosophische Höhenflüge. Ich wende mich jetzt dem Praktischen zu und fange wieder ganz von vorne an. Wo kriege ich die Musik her? Für mich ist das ziemlich einfach, denn ich lebe Musik-mäßig eher in vergangenen Jahrzehnten. ELO und Kate Bush, Ramones und Velvet Underground, Queen und Pink Floyd – Flohmärkte und Second-Hand-Plattenläden halten eine unendliche Fülle von Musik, die mir gefällt, zu Spottpreisen bereit. Und wenn ich wirklich mal was aktuelles unbedingt haben will, dann kauf ich es mir auch. Wenn etwas wirklich Freude bereitet, sollte das einem auch ein bißchen was wert sein.

Aber wie bekomme ich die Musik nun auf mein Handy? Dazu wandle ich sie am besten ins MP3 Format um. Den Vorgang nennt man encodieren oder auch volkstümlich „rippen“ und er wird von der Musikindustrie nicht gern gesehen. Denn ist die Musik einmal in diesem Platz sparenden Format auf dem Rechner, könnte man sie auch leicht weitergeben. Das will ich aber gar nicht, mir geht es nur darum, die von mir erworbenen Titel auch auf meinem mobilen Gerät abhören zu können. Und das darf ich, solange ich beim Erzeugen keine Kopierschutzmechanismen technisch überwinde.


Für die Umwandlung ins MP3 Format hole ich mir am besten die kostenlose Software Audiograbber in der deutschsprachigen Version samt MP3 Plugin. Die Software liest nun z.B. eine CD ein und erzeugt daraus mp3 Dateien. Mit Hilfe einer Datenbankabfrage kann die richtigen Titel und Interpreten als MP3 Tags mitgeben. Das ist wichtig, damit ich nachher die Titel auch richtig auf dem Handy angezeigt bekomme. Die so erzeugten Dateien schiebe ich dann wie im vorigen Beitrag beschrieben auf die SD Karte meines Handys, z.B. in den neu erzeugten Ordner Musik.

Nun starte ich die App „Musik„, die durch eine rosa CD mit roter Note symbolisiert wird. Ich bin angenehm überrascht, dass diese meine Dateien nicht nur eingelesen sondern auch gleich nach Interpret und Album sortiert hat. Bei anderen Handys war ich gewohnt, dass ich zuerst noch ein paar Einstellungen vornehmen muss und die Songs in eine Bibliothek einlesen muss. Hier scheint das nicht nötig zu sein.

Nun will ich den Klang testen. Dafür nehme ich Queens Bohemian Rhapsody – wer das kennt weiß, warum das gut zum ausprobieren ist. Aus den Lautsprechern klingt das schon ganz gut, wenn auch etwas blechern. Aber ich habe mir ja bei einem Internetversand auch noch einen passenden in-ear Kopfhörer besorgt (Leider lag dem Samsung Galaxy Gio Handy keiner bei).

Mit so einem Kopfhörer sollte das Klangerlebnis perfekt sein. Doch leider – irgendwas ist grundlegend verkehrt. Es scheint so, als ob nur bestimmte Stimmen zu hören sind und andere ausgeblendet werden. Echt eine Katastrophe! 😦 Ich forsche nach der Ursache aber komme nicht weiter:

  • mit den Einstellungen in der App Musik läßt sich das nicht verbessern.
  • Ist beim MP3 Codieren etwas schiefgegangen? Nein auf dem Computer hören sich die Stücke ganz normal an.
  • Ist etwa der Handy-Prozessor zu schwach für das Decodieren des MP3 Files? Kann auch nicht sein, viel kleinere billigere Geräte können das perfekt.

Dieser orginal (?) Samsung Kopfhörer zerstört den Klang

Schließlich finde ich die Lösung: Mein Kopfhörerkabel besteht aus zwei Teilen, wobei der eine auch als Freisprechanlage dient. Dazu hat es einen Knopf am Mikrofon Teilstück, in das der eigentliche Kopfhörer hineingesteckt wird. Und wenn ich diesen Knopf gedrückt halte, kommt der Klang ganz passabel rüber. Sobald ich ihn loslasse wieder der gleiche Mist. 😦 Irgendetwas ist also mit dem Freisprechmodul des Kopfhörers nicht in Ordnung, obwohl da doch „Samsung“ draufsteht. Immerhin kann ich das Kopfhörer-Teil ausstöpseln und direkt in das Handy einstecken. Dann klingt alles normal. Ist zwar jetzt etwas kurz, aber damit kann ich erstmal weiter testen. Ich lese nochmal die Spezifikation auf der Samsung Webseite nach und stelle fest, dass dieses Kopfhörermodell wohl trotz gegenteiliger Werbung des Verkäufers doch nicht offiziell zum Galaxy Gio kompatibel ist. Vielleicht liegt`s ja daran oder das Ding ist schlicht kaputt (oder schlecht gefälscht). Jedenfalls gebe ich das Ding zurück und hole mir eines, dass auch sicher kompatibel ist. Immerhin kann ich mit meiner kurzen Übergangslösung diesen Beitrag zu Ende schreiben.

Der Musikplayer, der auf dem Samsung Handy vorinstalliert ist, ist eigentlich ganz passabel. Er hat sogar einen Equalizer dabei, mit dem ich den Klang anhand verschiedener Kategorien: Normal, Rock, Jazz, Klassik, Dance, Pop verstellen kann. Außerdem bietet er noch eine Option 5.1 Kanal, die – nur mit dem Kopfhörer –  eine Art Surround-Sound wie aus einer mehrteiligen Profi-Stereoanlage erzeugt. Das muss ich nochmal mit verschiedenen Songs testen, was es bei mp3 bringt.

Aber etwas langweilig und leicht konfus ist der Standard-Musikplayer schon. Die Darstellung der Songlisten ist bei größerer Anzahl ziemlich verwirrend, die Optionen zum Teil nur in bestimmten Modi erreichbar. Und die Darstellung beim Abspielen läßt sich sicher auch schöner gestalten.

Ich kucke mich also nach anderen Playern um, die es ja eigentlich massenhaft geben sollte. Auf dem Computer ist foobar mein absoluter Favorit. Das Programm startet rasend schnell, hat eine gute Bedienung und ist schön und flexibel. Doch leider scheint es dieses noch nicht auf Android zu geben – ich finde nur Apps mit denen man das Handy als Fernsteuerung für ein auf dem Computer installiertes foobar benutzen kann (Die Existenz von solchen Apps sagt auch einiges darüber aus, wie beliebt das PC-Programm unter Insidern ist).

auch nicht schlecht: Songbird

Im Internet werden eine ganze Reihe von MP3 Player Apps für Android empfohlen. Merkwürdigerweise finde ich die Hälfte davon nicht im Android Market. Andere kosten offenbar Geld oder kommen mit aufdringlicher Werbung. Schließlich stoße ich doch auf ein Programm, dass mir spontan gefällt: Songbird. Übersichtlich und schlicht und ohne Werbung. Es läßt sich in mehrere andere Programme und soziale Netze integrieren und ist über den Lock-Screen schnell bedienbar. Das ist praktisch, wenn man unterwegs Musik hört und schnell den Song ein-, ausschalten oder vorspulen will. Nur der Sorround-Sound fehlt, der doch bei manchen Songs ganz gut über den Kopfhörer rüberkommt. Mal sehen, vielleicht bekomme ich ja als Kommentar zu diesem Beitrag noch den absoluten Wahnsinnstipp?

Datenübertragung per USB

13. Juni 2011

Einer der Vorteile von modernen Smartphones und Handys ist, dass man sie auch zum Fotografieren und Musik hören verwenden kann. Für beides ist es aber sinnvoll, wenn nicht sogar notwendig, Daten zwischen dem Handy und einem Computer zu übertragen.

  • Die Fotos will ich auf dem Computer weiter bearbeiten, ausdrucken oder mir per Internet Abzüge bestellen. All dies geht – wenn überhaupt – mit dem kleinen Handy-Screen nur schlecht.
  • Musik habe ich im Allgemeinen auf CD oder aus von einem Internet-Service (z.B. im mp3 Format). Um sie unterwegs zu hören, muss ich sie vom Computer auf das Handy bringen.

Sinnvollerweise lege ich Fotos, Musik und ähnliche Daten auf der SD-Karte des Smartphones ab, da der interne Speicher begrenzt ist. Die SD Karte kann ich im Prinzip aus dem Smartphone herausnehmen und auf dem Computer als „Laufwerk“ zum Lesen und Schreiben einbinden (nennt man im Fachjargon „mounten“). Dazu muss ich aber unbedingt das Handy ausschalten und ausgeschaltet lassen, bis die Karte wieder zurück ist – sonst kann es zu unvorhersehbaren und ungewünschten Effekten kommen. Da ich in meinem Samsung Handy eine besonders kleine Micro-SD Karte habe, benötige ich noch einen Adapter um die Karte in dem SD Schacht meines PCs einzustecken. Sobald ich das tue, poppt ein Fenster auf, dass mir u.a. die Option bietet, den Inhalt des neuen „Laufwerks“ mit Ordnerstruktur anzuzeigen.Das geht schon mal!

USB Debugging muss ausgeschaltet sein

Es sollte aber noch einfacher gehen ohne die SD Karte herauszunehmen. Zusammen mit meinem Handy habe ich auch ein USB Kabel bekommen, dass ich einfach in Handy und einen USB Port des PCs einstecke. Dies tue ich diesmal bei eingeschaltetem Handy, denn wenn das Samsung ausgeschaltet ist, betrachtet es den Computer nur als Stromquelle und gibt sich unkommunikativ.

Nach dem Einstecken des Kabels auf einem freien USB Port des Computers sollte dieser das neue Gerät erkennen und versuchen einen Hardware Treiber zu laden. Dann muss sich allerdings das Handy – nach meinen Erfahrungen mit anderen Handys – gewissermaßen entscheiden, was es denn sein will: Ein USB-Gerät mit irgendeinem exotischen Treiber oder einfach nur ein Laufwerk. Auf dem Samsung Galaxy Gio sollte dementsprechend ein  Bildschirm erscheinen, der mir verschiedene Optionen anbietet.

Als ich dies zum ersten Mal probiere, passiert aber – nichts. Kann nicht sein, irgendwas ist noch verkehrt. Nach kurzer Recherche im Internet finde ich die Ursache: Auf meinem Handy ist Einstellungen -> Anwendungen -> Entwicklung -> USB-Debugging aktiviert.

Nach dem Einstecken des USB Kabels

Ich schalte es aus und schon klappt es. Es erscheint ein Bildschirm, der mir mitteilt, dass USB nun „verbunden“ ist, und mir anbietet, den USB Speicher zu „verbinden“. Ist zwar logisch und sprachlich ein Widerspruch in sich, aber ich weiß ja, worum es geht: Ich muss das Handy in den Datenmodus schalten, in dem es sich gegenüber dem Computer wie ein externes Laufwerk verhält.

Sobald ich den Button anklicke, erscheint ein Warnbildschirm, wonach irgendwelche Applikationen unterbrochen werden können. Egal. Dann wechselt der Bildschirm zur Farbe Gelb. Damit warnt mich das Handy, nicht die Verbindung zu kappen, solange ich Daten übertrage.

Handy befindet sich im Datenübertragungsmodus

Auf dem Computer wiederum poppt nun endlich das gewünschte Fenster auf und ich kann mir mit „Ordner öffnen um Dateien anzuzeigen“ die SD Karte des Handy so wie einen Verzeichnisbaum auf einer externen Festplatte anzeigen lassen.

Aufgenommene Fotos finde ich im Ordner /DCIM/Camera. Von hier kann ich sie auf meinen Computer kopieren bzw. verschieben, wenn ich sie auf dem Handy nicht mehr weiter brauche. Für Musik, die ich später mobil abspielen will, finde ich keinen direkt passenden Ordner. Es gibt nur Sounds und das ist ja wohl eher für Klingeltöne. Also lege ich einfach einen neuen Ordner Musik an – dass sollte die Musikabspiel-App schon kapieren! Außerdem lege ich gleich noch einen Ordner Videos an und lege ein paar Beispieldateien in verschiedenen Formaten rein. Das Übertragen mache ich einfach mit kopieren per Maus. Aber Vorsicht – auf keinen Fall will ich irgendwelche anderen Daten auf dem „Laufwerk“ löschen! Es sind zwar nicht die wichtigsten Bestriebssystemdaten, da ich so ja nur auf die SD Karte, nicht auf den internen Speicher des Smartphones zugreife. Aber ich könnte durchaus eine App oder wichtige zugehörige Daten löschen. Daher übertrage, verändere und entferne ich grundsätzlich nur Dateien, wo ich vom Verzeichnis und Dateinamen her genau verstehe, worum es sich handelt.

Die SD Karte wird auf dem PC wie ein Laufwerk angezeigt

Anschließend mache ich zunächst das Fenster auf dem Computer wieder zu. Danach beende ich den Datenübertragungsmodus auf dem Handy. Der gelbe Warnbildschirm verschwindet und mein Telefon funktioniert wieder ganz normal wie zuvor. Ich sehe mir über verschiedene Apps und die Galerie an, ob ich die neuen Ordner und übertragenen Daten finde. Und in der Tat: mein Musikplayer erkennt das neue Verzeichnis und  nimmt die Stücke gleich in seine Bibliothek auf. Und mein Videoplayer und auch die Galerie finden den neuen Order Videos und listen zumindest einen Teil der übertragenen Dateien. Das ist mal ein Anfang! Welche Formate durch welche App abgespielt werden können, muss ich noch gesondert testen. Jedenfalls weiß ich jetzt schon mal, wie ich die Dateien vom PC auf mein Handy bringe. Und umgekehrt.