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Infotainment

10. Juli 2011

Ich weiß, es ist etwas altmodisch, aber ich halte Bildung und Wissen für etwas anderes als das, was bei Günther Jauch abgefragt wird. Und ich halte das Verstehen von Fakten und Zusammenhängen für einen Wert an sich, auch ohne dass ich das gleich irgendwo gewinnbringend anwenden kann.

Daher kommt es wahrscheinlich, dass ich mir lieber Wissen reinziehe, wenn andere in der S-Bahn oder beim Warten an der Haltestelle auf ihrem Handy nur Musik hören oder eine Runde zocken. Natürlich geht Infotainment (Information+Entertainment) auf dem Handy nur in kleinen Häppchen, denn die Bildschirmgröße und die Zeit zwischen ein- und aussteigen ist begrenzt. Wikipedia-Artikel sind zwar eine willkommene Ablenkung bei allzu langweiligen Konferenzen aber unterwegs schon wieder fast zu lang. Glücklicherweise bin ich auf einige richtig gute Info-Apps zu allen möglichen Themen gestoßen. Einige davon will ich euch mal kurz vorstellen:

  • Important Ore Minerals gibt mir einen Überblick über die wichtigsten Gesteine und Mineralien, aus denen Rohstoffe gewonnen werden. Da ich schon immer mal wissen wollte, wo Eisen, Kupfer, Zinn, Silber, Aluminium … eigentlich herkommen und ganz gut Englisch kann, ist diese kostenlose App für mich gewissermaßen Gold wert.
  • Nabu Vogelführer listet 200 verschiedene Vögel. Laut eigenen Angaben sind das sämtliche in Deutschland heimische Arten. Die App soll die Vogelbestimmung erleichtern, indem man gezielt über Rubriken wie Größe des Vogels, Lebensraum, Form der Beine, des Schnabels, des Gefieders Schritt für Schritt die Art eingrenzt. Ich lasse mir aber einfach eine Art nach der anderen anzeigen und kucke nach den Unterschieden. Ob ich damit auch in der Natur einen Vogel bestimmen kann, habe ich noch nicht ausprobiert. Was mir allerdings schon mal dafür fehlt, ist eine Wiedergabe des typischen Gezwitschers bzw. Gesangs. Dies finde ich zwar nicht als App, dafür aber wenigsten in mobiltauglicher Form im Browser unter wap.vogelstimmen.de. Dort kann ich mir dann den typischen Gesang im mp3 Player abspielen lassen und wenn das paßt, weiß ich womöglich, wer da auf Partnersuche ist.
  • Latin Phrasebook enthält bekannte und weniger bekannte lateinische Ausdrücke und Sprichwörter. Ich habe nicht wirklich vor, die nun in meine Texte einfließen zu lassen, aber anregend sind sie allemal, zumal auch Quellen genannt und kurz der literarische Kontext erklärt werden. Das ganze gibt es halt leider wieder nur mit englischer Übersetzung. Aber wer sich an die Sprache der alten Römer heranwagt, den kann das auch nicht mehr schrecken.
  • Gesetze ist eine tolle App nicht nur für Juristen, sondern auch für alle anderen, die sich mal einen kurzen Einblick in diese oder jene Rechtsfrage verschaffen wollen. Sie beruht auf der Webseite www.gesetze-im-internet.de des Justizministeriums. Die Gesetze sind alphabetisch sortiert, was nicht besonders weiterhilft, denn der Gegenstand des Gesetzes läßt sich nicht immer am ersten Wort festmachen. Daher gehe ich jetzt erstmal die ganze Liste durch und lade und markiere mir diejenigen, die für die Themen, mit denen ich mich beschäftige, relevant sind. Beim ersten Aufruf gibt es hier noch eine kleine Verzögerung. Danach ist das Gesetz lokal gespeichert und sofort abrufbar.
  • Schließlich noch zwei Apps, mit denen ich doch noch die Wikipedia Enzyklopädie abfragen kann, wenn mir nach ausführlicherer Information ist: Wapedia gefällt mir optisch am besten, lädt schnell und stellt die Wiki Artikel übersichtlich dar.  Wikidroid for Wikipedia bietet mir dafür noch ein paar Einstellungsmöglichkeiten mehr, z.B. zwischen den Wikis von zwei verschiedene Sprachen (Deutsch und Englisch) schnell hin- und herzuwechseln. Beide Apps sind werbefinanziert, aber für eine kleine Spende, die der Sache zugutekommt, kann ich sie auch werbefrei machen. Ich habe mich nur noch nicht entschieden, welche der beiden …

Soweit eine kleine Auswahl von Apps, die mich hoffentlich klüger machen, wenn ich schon gerade nichts besseres zu tun habe. Vielleicht habt ihr ja noch Lust Eure ganz persönliche Lieblings-Apps, die in diese Sparte passen, als Kommentar unten hinzuzufügen?

Virengefahr auf dem Handy?

9. Juni 2011

Ein Android-Handy ist wie ein kleiner Computer. Und Computer werden leicht Opfer von Viren und anderen Schadprogrammen. Nur mit dem Unterschied, dass mein kleiner Computer auch noch konzentriert wichtige und persönliche Daten wie Freunde, Telefonnummern, vielleicht auch Passwörter und Bankdaten enthält. Es ist daher sinnvoll, dass ich mir von Anfang an Gedanken über Sicherheit mache und Vorkehrungen treffe.

Wie groß ist die Gefahr nun wirklich? Android ist anders als Windows ein UNIX/Linux-System mit genau definierten Zugriffsrechten. Das bedeutet, dass ein Virus nicht so leichtes Spiel hat sich selbständig zu verbreiten. Aber Gefahren gibt es trotzdem vor allem durch sogenannte Trojaner (Programme, die sich zwar nicht selber vermehren aber ein Ausspionieren und Fernsteuerung ermöglichen).

Prinzipiell stellt sich erstmal die Frage: Wie kommt die böswillig programmierte Software denn auf mein Handy? Hierfür gibt es prinzipiell folgende Möglichkeiten:

  • Ein Angriff über das Internet, wenn das Handy gerade verbunden ist. Bei einem Computer kann dies z.B. über offene Ports erfolgen. Bei einem Handy ist dies aber so gut wie ausgeschlossen, da das Handy nur über den Provider oder über ein Wireless LAN mit zwischengeschalteter Firewall/Router angeschlossen ist, also nicht direkt am Internet hängt.
  • Ein Angriff über Bluetooth oder lokale Wireless Netzwerke. Hier ist bereits über ein paar Schwachstellen und ausnutzbare Tricks berichtet worden. Schützen kann man ich mich, indem ich Bluetooth immer abschalte, wenn ich es nicht gerade benutze, und in öffentlichen WLAN Netzen generell vorsichtig bin. Hier sollte ich z.B. Passwörter grundsätzlich nur über gesichterte Verbindungen (https://) eingeben.
  • Ein Angriff über eine böswillig programmierte oder gehackte Webseite. Diese Infizierungsart – sozusagem im Vorbeisurfen – ist bei Windows-Computern inzwischen die größte Gefahr. Einigermaßen schützen kann ich mich unter Windows durch Antivirenwächter und durch Browser-Schutzfilter wie z.B. NoSscript. Auf Handys, speziell Android Handys hat allerdings der Browser deutlich weniger Rechte als unter Windows. Zumindest bisher habe ich noch von keinem derartigen Fall gehört. Aber Vorsicht, das kann durchaus noch kommen!
  • Ein Angriff über eine böswillig programmierte App, die ich selber herunterlade und installiere. Dabei wird mir durch die Beschreibung der App eine nützliche oder lustige Funktion vorgetäuscht, während das Programm im Hintergrund noch ganz andere Dinge macht.

Man kann zur Zeit davon ausgehen, dass nur die letztgenannte Infizierungsart reale Bedeutung hat. Diese allerdings hat es in sich. Es gibt schon eine lange Liste von solchen böswilligen Versuchen und offenbar bereits 10000e von Opfern. Aber wie kann ich denn sichergehen, dass eine App nicht böswillig programmiert ist? Oder soll ich gleich ganz auf das Herunterladen von Apps verzichten und damit auch auf viele Möglichkeiten, die mir mein Smartphone bietet? Immerhin gibt es ein paar Dinge, die ich tun kann:

  • Apps nur aus vertrauenswürdigen Quellen herunterladen! Eine grundsätzlich vertrauenswürdige Quelle ist zunächst mal Googles Android Market (Auch hier gab es schon Fälle von böswilligen Apps aber zumindest werden die irgendwann bekannt und dann wieder entfernt). Einigermaßen sicher downloaden kann man auch von Webseiten der Handy-Hersteller selber, also Samsung, HTC, … sowie von namhaften Softwareherstellern und Providern. Alles andere ist zumindest mal fragwürdig. Warum stellt der Programmierer seine App nicht in den allgemeinen Market ein, wenn sie gut programmiert ist und nur das tut was sie soll?
  • Nur Apps, die bereits eine Weile auf dem Markt sind, installieren. Über solche Apps existieren zumeist Erfahrungsberichte, die man im Market nachlesen kann. Sind viele Kommentare vorhanden, kann man davon ausgehen, dass auch technisch versierte Nutzer dabei sind, die eine illegitime Funktion merken würden.

Welche Berechtigungen verlangt eine App bei der Installation?

  • Beachten, welche Zugriffsrechte eine Applikation bei der Installation verlangt. Android besitzt ein ausgeklügeltes Zugriffsystem, dass jeder App nur die Funktionen erlaubt, die sie für ihre Aufgabe braucht. Entscheiden was gebraucht wird, tut aber der Programmierer. Der Anwender kann nur zustimmen oder ablehnen, was dazu führt, dass die App gar nicht installiert wird. Hier prüfe ich zumindest immer, ob die Zugriffsrechte, die gefordert werden, plausibel sind. Wenn z.B. ein Spiel Zugriff auf mein Telefonbuch verlangt und gar rauswählen können will, ist wohl etwas faul. Hingegen ist es einzusehen, dass eine Navigationssoftware Zugriff auf GPS braucht.
  • Eine Antivirensoftware installieren, die zumindest bekannte Schädlinge erkennt und spätestens beim Installieren davor warnt.

Ich entscheide mich nach einer kurzen Recherche für das kostenlose Tool Anti-Virus Free von AVG. Dies läuft nun ständig im Hintergrund, datet sich regelmäßig ab und scannt neuinstallierte Apps. AVG hat generell einen guten Ruf und das Tool scheint sauber, ohne Leistungseinbußen und Störungen seinen Dienst zu verrichten. Immerhin gibt es mir ein bißchen mehr Sicherheitsgefühl. Es schützt zwar nur gegen bereits bekannte Böslinge aber gegen neue Gefahren hilft sowieso nur Aufmerksamkeit und sich technisch auf dem Laufenden halten. Ich nehme mir vor, dabei nicht nachlässig zu werden.

AVGs Anti-Virus free bietet die wichtigsten Optionen