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3-2-1 ebay auf dem Handy

28. November 2011

Dank ebay ist das Versteigern und Ersteigern von gebrauchten oder falsch gekauften Dingen ist inzwischen ja auch in Deutschland zum Volkssport geworden. Bisher wurden die meisten derartigen Geschäfte vom PC aus abgewickelt, wobei offenbar auffallend ist, dass die besten Preise oft zu Uhrzeiten erzielt werden, wo viele potentielle Käufer eigentlich im Büro sitzen. Aber diese Frage will ich jetzt nicht weiter erörtern …

Mich interessiert jetzt: Macht es tatsächlich Sinn typische ebay-Aktivitäten wie:

  • selbst neue Angebote einstellen
  • interessante Angebote finden, prüfen und beobachten
  • Fragen zu den Produkten stellen und beantworten
  • mitsteigern
  • in der Endphase einer Versteigerung andere überbieten und erfolgreich Dinge ersteigern
  • Bezahlung und Bewertung nach erfolgreichem Ersteigern

auf einem Android-Handy abzuwickeln?

eBay selbst bietet für Android eine offizielle app. Diese macht gleich einen guten Eindruck. Nachdem ich einmal meine eBay-Benutzerdaten eingegeben habe, lande ich auf einer Startseite, die die wichtigsten Optionen bietet. Direkter Zugriff u.a. auf

  • „Mein eBay“, wo ich z.B. Angebote, die ich unter Beobachtung gestellt habe, aufgelistet finde.
  • Nachrichten
  • die Ergebnisse von gespeicherten Suchanfragen
  • aktuelle Schnäppchenangebote

Ich kann sowohl eine neue Suche nach Artikeln starten, als auch einen eigenen Verkauf starten. Letzteres macht wohl vor allem bei Artikeln Sinn, die wenig Text zur Beschreibung brauchen (sonst mache ich das doch lieber am PC). Dafür kann ich bei solchen Artikeln schnell mit dem Handy ein Foto schießen und es direkt hochladen. Wenn es mal schnell gehen muss, werde ich das ausprobieren.

Im Moment aber interessiert mich mehr die Kauf-Option. Das Problem bei ebay ist ja oft, dass ich oft gerade dann, wenn eine interessante Auktion endet, unterwegs bin. Wenn ich wirklich etwas haben will, klappt es irgendwie selten schon vorab zu bieten. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es nur dann günstig wird, wenn ich in letzter Minute (oder sogar Sekunde), quasi überraschend für alle Mietbieter, bis zu meinem Maximalpreis gehe. Ob das auch vom Handy aus klappt? Immerhin könnten sich durch den Verbindungsaufbau über das Telefonnetz Verzögerungen ergeben, die mich aus dem Rennen werfen.

Ich suche also am PC in Ruhe ein Angebot aus, das mich interessiert (was genau wird erst in einem der nächsten Beiträge verraten) und stelle es auf „Beobachten“. In der ebay App kann ich unter Einstellungen – Benachrichtigungen sicherstellen, dass ich 15 min vor Schluss über die Android Infoleiste informiert werde. Das klappt auch auf Anhieb, nur ein eigene Melodie speziell für ebay wäre noch gut, um die Erinnerung von anderen Messages zu unterscheiden. Es ergibt sich, dass das Ende der Auktion mich genau in der S-Bahn erreicht. Ich gebe also einige Minuten vor dem Showdown mein Angebot ein (das deutlich über dem letzten Gebot liegt) und warte. 20 Sekunden vor dem Ende drücke ich dann auf bieten – und gewinne in der Tat die Auktion. Der Preis, den ich so erzielt habe liegt rund 10% unter dem niedrigsten Preis für ein vergleichbares Angebot in der letzten Zeit – also habe ich wohl dank meiner mobilen Bietstrategie wirklich ein Schnäppchen gemacht.Den endgültige Abschluss des Kaufs mache ich dann wieder zu Hause vom Computer aus – Kontotransaktionen will ich nicht unbedingt von einem Mobilgerät aus machen. Aber wenn ich die Auktion erstmal gewonnen habe, eilt es ja auch nicht mehr.

Fazit: Die ebay App ist wieder so ein typischer Fall, wo eine Kombination von PC und Mobiler Anwendung Sinn macht. Klar ist es nicht besonders bequem, auf dem Minibildschirm lange Listen zu durchscrollen. Und komplexe Artikelbeschreibungen gebe ich doch lieber auf einer richtigen Tastatur ein. Aber wenn es schnell gehen muss von unterwegs, dann macht die ebay App unbedingt Sinn.

Werbeanzeigen

Schnäppchenjagd

23. Juni 2011

Einkaufen scheint für viele Menschen mit großen Glücksgefühlen verbunden zu sein. Insbesondere, wenn sie glauben, etwas besonders günstig bekommen zu haben, ein „Schnäppchen“ gemacht zu haben. Dies wird inzwischen von der Werbeindustrie derart professionell ausgenutzt, dass es geradezu unsere Kultur umgekrempelt hat. Den Anfang machten Elektronikhandelsketten, die mit Slogans wie „Geiz ist geil“ das Leitmotiv einer Epoche prägten. Dann kam der Erfolg der Kaffeerösterkette Tschibo, die mit wechselnden, thematisch und saisonal orientierten Warenpaletten traumhafte Renditen erzielte.  Inzwischen sind auch fast alle Supermarktketten und Handelshäuser auf den Zug aufgesprungen und bieten im Wochenrhytmus lauter  Dinge an, die gar nicht so recht zwischen Lebensmitteltheken passen. So gibt es nun in manchen Wochen spezielle Heimwerkermaschinen bei Aldi, professionelle Anglerausrüstung bei Lidl oder hochwertige Sportgeräte bei Penny. Zu denken gibt mir dabei, dass die Branche z.B. im Fall Tschibo die besonders hohe Rate von Spontankäufen imponierend findet. Sprich: die Leute gehen nicht in den Laden, um etwas ganz bestimmtes zu kaufen, sondern sie kaufen etwas, dass zwar im Moment günstig erscheint aber dann meistens zu Hause nur rumliegt. Diese Tricks und Mechanismen sollte man kennen und möglichst immer nur das kaufen, was man auch wirklich zeitnah benötigt.

Ich schicke das voraus, weil ich das Thema dieses Beitrags, Apps und Dienste für Sonderangebote und Preisvergleiche, durchaus kritisch sehe. Aber natürlich kann ich diese Informationsangebote auch sinnvoll nutzen und dabei Geld zu sparen. Shops im Internet sind häufig preisgünstiger als solche im Laden, weil sie geringere Personal, Lagerhaltungs- und Mietkosten haben. Vor allem aber kann ich, wenn ich ohnehin im Internet unterwegs bin, auch gleich eine kurze Recherche machen. Dabei kann ich nicht nur Preise vergleichen, sondern auch technische oder sonstige Daten des Produkts abrufen und Meinungen und Erfahrungen von Leuten, die es bereits gekauft und ausprobiert haben, einholen. Bei größeren Investitionen kann ich dann ergänzend noch offline recherchieren, z.B. mir in der Stadtbibliothek das entsprechende TEST Heft für die Produktgruppe einsehen (natürlich kann ich das auch online unter www.test.de tun, aber das kostet Geld).

Die aldi App ist übersichtlich

Starten wir also nun den Selbstversuch. Beginnen wir mit den üblichen Discountern und Supermärkten. Eine eigene App für Android hat hier bisher nur Aldi (Süd, Nord). Die kommt sehr übersichtlich daher und listet die Sonderangebote auf. Man kann sich dann Detailinformationen anzeigen lassen und eine Einkaufsliste zusammenstellen. Außerdem gibt es noch eine Filialsuche, die ausgehend vom Standort oder einer freien Suche die nächsten Filialen anzeigt. Dies sogar mit Karte, so dass man auch hin findet, wenn noch nie dort war. Insgesamt vorbildlich und optimal fürs Smartphone gemacht. Der einzige Schwachpunkt ist, dass – so wie im Internet bei allen Discountern – immer nur die nächstfolgenden Perioden, nicht aber die aktuelle Woche angezeigt werden. Dies hat wohl auch rechtliche Gründe, weil es für die Discounter problematisch ist Produkte anzubieten, die womöglich schon ausverkauft sind.

lidl hat zwar keine App aber immerhin eine mobiltaugliche Webseite

Bei den anderen Discountern sieht es nicht so gut aus. Penny hat zwar eine App fürs iPhone, aber offenbar noch keine für Android. Eine mobil-Version der Internetseite z.B. über WAP gibt es auch nicht. Die normale Penny Internetseite bietet lediglich eine online-Version des Katalogs. Praktisch ist sie auf dem kleinen Smartphone-Bildschirm unbenutzbar, zumal man zuvor auch noch jedesmal kompliziert die Filiale auswählen muss. Und extra wegen Penny werde ich mir bestimmt kein iPhone kaufen!

Ebenso düster sieht es bei Rewe und Toom-Markt aus. Rewe hat zwar auch eine App fürs iPhone aber keine für Android. Toom hat nur eine ebenfalls für mobilen Abruf untaugliche Webseite. Auch Lidl scheint iPhone Besitzer als Kunden vorzuziehen. Immerhin ist die Webseite von Lidl vom Handy aus etwas besser zu bedienen als die der Rewe-Gruppe.

Bei anderen Ketten, die für mich von geringerer Bedeutung sind da keine Läden in der Nähe, scheint es ähnlich auszusehen; z.T. gibt es bereits Apps für iPhone, aber meist noch keine für Android. Versteh ich nicht – imVergleich zu dem, was die sonst für Werbung ausgeben, muss doch die Programmierung einer solchen App ein Klacks sein. Die mobile Abfrage der Webseiten ist höchstens ein Notbehelf und macht nur Sinn, wenn ich genau weiß, was ich suche, und der Aufwand sich lohnt.

KaufDa erlaubt die Suche nach Produkten

Eigentlich müßte dies ja nun ein gutes Geschäft für mehr oder weniger unabhängige Kaufberatungsdienste sein, die die Angebote von unterschiedlichen Anbietern sammeln und zusammenstellen. Einer dieser Dienste ist KaufDA. Die App listet u.a. aktuelle Angebote von Rossmann, Aldi, TEDi, Hornbach, Netto, Peek & Cloppenburg, Dielmann, Pro Markt, Praktiker, Obi, Strauss, Atelco, K&M und verschiedenen Versandhäusern. Es werde aber zumeist auch nur die eingescannten Kataloge angezeigt, immerhin so etwas bedienerfreundlicher als auf einer Webseite. Außerdem gibt es eine Indizierung so dass man in gewissem Maße mittels der Suche abfragen kann, welcher Markt ein bestimmtes Produkt anbietet. Positiv auch, dass z.T. die aktuellen und nicht nur die zukünftigen Angebote zu finden sind. Ähnlich wie KaufDA ist MeinProspekt. Aber auch hier sind nur die Kataloge der üblichen Verdächtigen dabei, dazu noch der Media Markt und Tschibo. Wahrscheinlich gibt es auch noch weitere Angebote, wo mal eben schnell Prospekte online gestellt werden. Wirklich überzeugend ist das auf dem Smartphone nicht, weil zuwenige Anbieter dabei sind und eben die eigentlich möglichen Vorteile wie Recherchemöglichkeiten und Vergleiche fehlen.

Nun komme ich zu den reinen Internetshops bzw. den Preisvergleichern. Die auch per Webseite führenden Anbieter wie billiger.de, guenstiger.de, Geizkragen.de („Geizdroid“) und Idealo haben jeweils eine App am Start. Nett ist auch GetCheaper, das nicht nur die aktuellen Preise sondern auch  die Preisentwicklung (bei Amazon) anzeigt. Letzteres ist gerade bei Elektronik nicht uninteressant, weil man so vielleicht den günstigsten Zeitpunkt für den Kauf eher abpasst. Bei all diesen App stellt sich aber die Frage, ob ich das wirklich auf dem Handy machen will oder nicht doch lieber zu Hause auf dem Computer. Eine von denen sollte auf jeden Fall genügen, falls man unterwegs mal Preise vergleichen will. Plausibler fürs Handy ist da schon eher der HandyMarkt Barcode Scanner und pic2shop, wo ich mit Hilfe von Barcodes die Preise im Laden direkt mit denen im Internet vergleichen kann. Lustig sind auch Apps wie Mogelpackung, die es erlauben die Inhaltsmengen von Produkten schnell ohne Kopfrechnen zu vergleichen.

TOP DEALS bringt Angebote aus allen möglichen Quellen

Letztlich habe ich aber doch noch eine App gefunden, die sich wirklich lohnt: Top Deals. Die suchen offenbar den ganzen Tag über aus vielen Quellen. Es finden sich auch Angebote von kleineren ebay Shops, wo manches schon nach einem Tag vergriffen ist – manchmal wirklich günstig oder sogar kostenlos. Die aktuellen Angebote werden u.a. in der Schnellzugriffsleiste oben angezeigt. Von dort kann ich dann direkt die Liste aufrufen. Hin und wieder ist da schon was dabei, was ich sowieso brauche.

Na ja, mit dem „sowieso brauchen“ ist das natürlich so eine Sache. Ich will nicht behaupten, dass ich gegen die eingangs genannten psychologischen Mechanismen völlig immun bin. Aber ich gehe gern auf Flohmärkte und sehe dann dort, wo der ganze ehemals supergünstige  „Wohlstandsmüll“ oft endet. Das hilft.