Posted tagged ‘SIM’

Archos Arnova flashen

5. April 2014

Sogenannte Custom ROMs erstetzen das vom Hersteller vorinstallierte Android Betriebssystem durch ein neues. Bereitgestellt wird solche Software von meist ehrenamtlich tätigen Programmiern. Für Könner ist das relativ einfach, weil Google den source code von Android frei zur Verfügung stellt und somit nur noch Anpassungen an das betreffende Gerät vorzunehmen sind. Die Software kann ich mir kostenlos herunterladen, nur Aufspielen (=flashen) muss ich sie selber (und natürlich auch auf eigene Verantwortung). Besonders nützlich sind diese alternativen Betriebssysteme, wenn das Orginal Betriebssystem keine Verbindung (bzw. Zulassung) zum Google Play Store für Apps hat. Dies ist z.B. bei vielen billigen Tablets aus China der Fall.

Wie das Flashen geht, zeige ich jetzt mal am Beispiel des Archos Arnova 7c G2. Ich habe mir dieses Gerät zum Ausprobieren gekauft, denn es ist eins der billigsten 7 Zoll Tablets mit SIM Schacht, also auch unterwegs mit Mobilfunk nutzbar. Das finde ich gerade bei so einem kleinen Gerät unverzichtbar, weil man damit dann wenigstens Zeitunglesen und Notizen in der Cloud abspeichern kann. Für diese Anwendungen reicht dann auch ein günstiger Mobilfunkvertrag mit 300 oder 500 MB Datenvolumen pro Monat, der somit dann auch zum Billiggerät passt.

Allerdings habe ich dann festgestellt, dass der geringe Preis (< 50 €) auch seinen Grund hat: Das Gerät kommt von Haus aus ohne Google Play Zugang und das Angebot an Apps im hauseigenen Archos APPSLIB Marktplatz ist ziemlich enttäuschend. Glücklicherweise gibt es gerade für Archos Geräte eine tolle Community von Enthusiasten und Bastlern unter www.arctablet.com. Für das Archos Arnova gibt es hier u.a. die Nano custom firmware, die mir root Zugang, Google Play und viele neue Funktionen ermöglicht.

An dieser Stelle ein Hinweis, mit dem ich euch hoffentlich Umwege erspare, die mich viel Zeit gekostet haben: Verschiedentlich werden auf Webseiten auch andere Wege beschrieben für Archos Tablets den Google Play Zugang zu bekommen, etwa über die arctablet tools, die man aus dem APPSLIB Market herunterladen kann. Dieser Weg funktioniert aber zumindest bei diesem 3G Tablet eindeutig nicht! Ihr müsst also auf jeden Fall flashen.

Auf der Arctablet Seite gibt es eine ganz brauchbare Anleitung und sogar ein Video, das den Ablauf des Flashens zeigt. Für weitergehende Hinweise werde ich dann auf das Forum verwiesen. Spätestens hier komme ich allerdings dann ein wenig ins Schwimmen, denn bei mir klappt nicht alles auf Anhieb so wie in der Anleitung beschrieben.

Zunächst muss ich die Dateien des Custom ROMs herunterladen und auf meinem PC speichern. Dort gibt es auch Versionen, die die SD Karte zur Erweiterung des ziemlich knappen internen Speichers nutzen. Ich entscheide mich aber für die einfache Version ohne Nutzung der SD Karte für die Erweiterung des internen Speichers (die SD Karte ist natürlich trotzdem nutzbar, aber eben nur für Daten, nicht für die APPs selber).
Ich lade mir also die 3 Dateien:nano-ftp

  • nano-boot-nosd.img
  • nano-system.img
  • trenano-recovery-nosd.img

vom FTP Speicher des Programmierers setialpha herunter. Die Dateien finde ich nach einigem Suchen unter  Devices/[Discontinued] Arnova 7CG2/

Wie bekomme ich nun dieses System auf das Gerät? Das geht beim Archos Arnova nur über das Android Software Development Kit (SDK) von Google, dass ich zunächst mal auf meinem PC installieren muss. Das ist aber einfach: Ich lade die ZIP Datei von Google herunter und entpacke sie in einem beliebigen Verzeichnis. Dabei muss ich darauf achten, dass ich die richtige Version für mein Betriebssystem (also Windows 64-bit) nehme. Von dem ganzen Softwarepaket brauche ich für meine Anforderung nur einen kleinen Teil: die Anwendung fastboot.exe, die sich im Unterverzeichnis
adt-bundle-windows-x86_64-20140321/sdk/platform-tools/ findet. Sinnvollerweise kopiere ich die nano Dateien gleich in das selbe Unterverzeichnis (wobei ich das „-nosd“ entferne), dann brauche ich keine langen Pfadnamen.

ippNun muss ich das Gerät an den PC anschließen und es in den Fastboot mode versetzen. Dazu schalte ich es zunächst mal ganz aus, schließe es dann per USB Kabel an den Computer an und drücke den Einschaltknopf zusammen mit der Lautstärke minus Taste. Die LEDs blinken dann nur kurz, weiter tut sich aber zunächst nichts. Das Gerät sollte nun laut Anleitung im Forum mit den Befehlen (im DOS Fenster)  adb devices oder fastboot devices angezeigt werden. Bei mir tut sich jedoch leider gar nichts 😦

Aber so schnell gebe ich nicht auf. Aus weiteren Forum Beiträgen, die ähnliche Probleme beschreiben, erfahre ich, dass mein Computer wohl noch den richtigen Treiber braucht, um das Gerät im Fastboot Modus zu erkennen. Den passenden USB Treiber adb-winusb-driver.zip kann ich mir entweder von Archos herunterladen oder vom FTP Servers des Programmierers (dort unter Devices/[Discontinued] Arnova 7CG2/Other/ADB_WIN_Drivers.tar.xz).

ADB-Treiber-aktualisierenDen Treiber entpacke ich in einem beliebigen Verzeichnis auf meinem Computer. Nun öffne ich auf meinem PC den Gerätemanger (per rechts-Klick auf Computer – Eigenschaften – Gerätemanager) und suche das angeschlossene Archos Arnova Gerät. In der Tat finde ich es unter Android Phone (möglicherweise auch als unbekanntes Gerät). Ich klicke nun rechts auf den derzeit aktiven Geräteeintrag und wähle Treiber aktualisieren. Ich klicke dann Auf dem Computer nach Treibersoftware suchen und gebe direkt das Verzeichnis aus, wo ich den USB Treiber entpackt habe. Dort wähle ich die erste .inf Datei aus, die ich finde, und drücke ok. Nun bekomme ich eine Auswahl von Treibern, die in diesem Treiberpaket enthalten sind. Ich entscheide mich für das Android Composite ADB interface (wobei die anderen vermutlich genauso funktionieren). Wenn ich nun im DOS Fenster fastboot devices eingebe, erhalte ich die gewünschte Rückmeldung vom Archos Arnova Gerät: Arnova-DC5ABF**** fastboot. Der im Forum angebene Befehl adb devices funktioniert immer noch nicht, aber das ist mir jetzt erstmal egal und offenbar auch weniger wichtig.

Nun kann ich endlich weiter nach Anleitung verfahren. Der Reihe nach gebe ich in einem DOS Fenster die im Forum angebenen Befehle mit den Namen meiner Systemdateien ein:fastboot

  • fastboot flash recovery trenano-recovery.img
  • fastboot flash boot nano-boot.img
  • fastboot -w erase system (dieser Befehl produziert zwar Warnungen, aber das macht offenbar weiter nichts; siehe Bild rechts)
  • fastboot flash system nano-system.img (dieser Vorgang dauert ziemlich lang, ohne dass auf dem Bildschirm etwas zu sehen ist. Also Geduld!)
  • fastboot continue (nach diesem Befehl startet das Tablet mit dem neuen Betriebssystem)

Tatsächlich klappt der Vorgang 1a und das auch optisch schön gemachte NANO Android startet ohne Probleme. 🙂 Nun muss ich nur noch den normalen Erstinstallationsvorgang durchgehen und meinen Google Account eintragen. Und schon habe ich vollständigen Zugriff auf den Google Play Store mit allen seinen Apps.

ipp

 

 

War doch ziemlich einfach 😉

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Advertisements

Zoner Antivirus

8. September 2012

Schutz gegen Viren und bösartig programmierte Täuschungssoftware ist leider inzwischen auch auf dem Smartphone unverzichtbar. Es sind schon eine ganze Reihe von Fällen bekannt geworden, wo sich User Spionagesoftware u.ä. aus dem Google Play Store eingefangen haben. Deswegen habe ich schon ein paar Antivirenprogramme ausprobiert – die meisten sind ja gegenwärtig noch frei. Allerdings kann ich als Anwender (bevor es zu spät ist) kaum beurteilen, welcher Schutz etwas taugt und welcher weniger. Gut also, dass es inzwischen auch Tests für Android gibt, wie etwa der von AV-TEST – The Independent IT-Security Institute vom März 2012.

Zoner Test

Die Test-App wird erkannt und einer Warnung ausgeben.

In diesem Test hat ein kostenloses Produkt eines in der Computerwelt eher unbekannten Herstellers ziemlich gut abgeschnitten: Zoner Antivirus für Android. Und nachdem ich die App nun eine Weile ausprobiert habe, bin ich auch sehr angetan.

  • Die Software ist ausgesprochen Ressourcen-schonend. Sie verbraucht nur 1,8 MB Speicher und macht das Handy nicht spürbar langsamer.
  • Einfache und klar verständliche Bedienung
  • Als einziges mir bekannte Schutzsoftware bietet das Programm auch eine Testmöglichkeit. Man kann eine spezielle (harmlose) Test-App herunterladen, die bei jedem installierten Schutzprogramm alle Alarmglocken schrillen lassen sollte.
  • Mit an Bord sind Zusatzfunktionen, die bei anderen Herstellern Geld kosten: Positionsfindung und Remotesteuerung per SMS, automatische Benachrichtigung bei SIM-Wechsel, Möglichkeit diverse Informationen von remote abzufragen.

Dementsprechend fühle ich mich mit dieser App inzwischen recht sicher und hab die anderen wieder runtergeschmissen. Der geringe Speicher- und CPU-Verbrauch ist ein gutes Argument, gerade dieses Programm als Grundschutz auch auf älteren, weniger leistungsfähigen Smartphones zu installieren.

Allerdings sehe ich auch eine Missbrauchsmöglichkeit: Die App erlaubt es, sich mit Hilfe eines zuvor gesetzten Passwortes per SMS die letzten 10 Anrufe auf ein anderes Handy zuschicken zu lassen. Dies kann vielleicht nützlich sein, um einen Dieb zu identifizieren, aber es ermöglicht auch eine heimliche Überwachung durch nahestehende Personen. Also wenn euer chronisch eifersüchtiger Lebensabschnittspartner euch diese App auf dem Handy installiert hat, dann seht zu, dass Zugriff nur von eurem eigenen Zweithandy möglich ist und ihr das Passwort ändert!

Optimus Speed hardware

10. April 2012

Oh Mann, das ist vielleicht ein Riesen-Drum! Irgendwie hatte ich mir das (bei ebay ersteigerte) Androidphone LG Optimus Speed P990 etwas kleiner vorgestellt. Und nun kann ich es gerade noch in der Handfläche halten. Die Maße betragen 126,4 x 63,8 x 10,9 mm bei einer Bildschirmdiagonale von 10,16 cm (4,0″) . Etwas kleiner als das Galaxy S2 (4,27″) aber immer noch gut 25% mehr als ich bisher hatte.

Schon beim ersten Ausprobieren stelle ich fest, dass das Arbeiten mit so einem beinahe-Tablet deutlich mehr Spaß macht als das manchmal knifflige Tippen auf dem kleinen Touchscreen meines vorigen Smartphones. Dazu hat das LG eine hohe Auflösung (800 x 480 Pixel) mit brillianten Farben. Das Arbeiten ist flüssig, die Reaktion auf Tastendruck und Ziehen schnell, ja manchmal sogar fast zu schnell.

Am unteren Rand befinden sich 4 Touchscreenknöpfe: Menu, Homescreen, Zurück und Suchen. Hier vermisse ich die als Druckknopf ausgeführte Startbildschirmtaste meines Samsung etwas, mit dem ich den Bildschirm schnell anschalten konnte. Beim LG muss ich das Gerät immer erst mit dem Ein/Ausschalter Oben rechts aus dem Schlaf erwecken. Etwas umständlich, aber ich werde mich schon dran gewöhnen.

Positiv fällt mir auch noch das Ladekabel auf; dieses besteht aus einem Stromstecker, in den ich ein Standard micro-USB-auf-USB Kabel einstecke. Alternativ kann ich dieses Kabel direkt an den PC stecken, so dass ein gesondertes Kabel zur Datenübertragung entfällt. Bevor ich jetzt irgendetwas anderes mache, gebe ich dem Handy erstmal Saft und beschäftige mich einstweilen mal mit dem kleinen Handbuch. Außerdem suche und finde ich die zuständige Support Seite des Herstellers LG.  Kann ich nur jedem empfehlen beim Neukauf eines Gerätes wenigstens kurz diese Infos zu überfliegen. Ich lerne eigentlich immer etwas nützliches dabei, was ich andernfalls vielleicht übersehen oder erst viel später bemerkt hätte.

Nun stecke ich noch meine SIM Karte und eine externe micro-SD Karte hinten in das Gerät ein.  Als SD Karte habe ich mir eine kostengünstige 16GB class 6 besorgt (siehe auch früheren Artikel dazu). Ich brauche mehrere Versuche, bevor die Karte einrastet, aber dann habe ich den Dreh raus. Das Einstecken der SIM ist noch kniffliger. Den kleinen Pfeil mit Symbol für die richtige Einschubrichtung übersehe ich zuerst und das wieder Rausholen schaffe ich nur mit einem Schraubenzieher. Aber schließlich werden meine Mühen belohnt und mein LG erkennt nach dem Einschalten sowohl Netz als auch externen Speicher.

Somit habe ich die Hardware nun erstmal vorbereitet und kann mich der Software und der eigentlichen Funktion zuwenden.

Diebstahlschutz und Backup

22. Juni 2011

Neben der Gefahr durch böswillig programmierte Apps gibt es noch eine weitere denkbare Bedrohung für aktive Smartphonenutzer: Was, wenn ich das Handy verliere oder es gestohlen wird? Dann bekommt womöglich der (unehrliche) Finder oder Dieb Zugriff auf die persönlichen Daten incl. Kontakte, Fotos, Telefonnummern und gespeicherte Passwörter. Dieser nicht so weit hergeholten Gefährdung wollen sich eine ganze Reihe von Apps und Diensten annehmen.

Von vielen empfohlen und auf den ersten Blick überzeugend wirkt das Konzept von Lookout Mobile Security. Neben der Funktion neu installierte Apps und Nachrichten zu scannen, haben die Macher hier noch diverse Funktionen für Backup/Restore und Schutz bei Verlust oder Diebstahl eingebaut:

  • Backup von Telefondaten, Fotos und Kontakten in einer Datenbank im Internet. Jederzeit Möglichkeit diese wieder herzustellen oder auch über die Webseite auszulesen
  • Lokalisieren von verlorenen gegangenen Handys mit Hilfe von Mobilfunkdaten und GPS. Das funktioniert erstaunlich gut bis auf ca. 50 m aber natürlich nur, wenn das Handy eingeschaltet ist.
  • ein lautstarker Alarm  kann über die Webseite ausgelöst werden. Zusammen mit der Lokalisierung sollte das auf jeden Fall genügen ein noch im öffentlichen Raum (Kneipen, Parks, Straßen) rumliegendes Handy wiederzufinden.
  • Sperren des Handys und Möglichkeit alle privaten Daten endgültig ferngesteuert zu löschen.

Soweit ich dies getestet habe, funktioniert es alles ganz gut und wie versprochen. Die zuletzt erwähnten Sperr- und Löschfunktionen allerdings sind nach dem 14 tägigen Testzeitraum der Premium-Version vorbehalten. Und die kostet stolze $29.99  pro Jahr oder $2.99 pro Monat. Das finde dann doch etwas happig und kucke erstmal weiter, was es sonst so noch gibt.

Das Top-Konkurrenzprodukt scheint Theft-Aware zu sein. Es kostet in der Vollversion einmalig 9,99 €. Klingt nicht nur gut, sondern besser. Es hat offenbar ähnliche Funktionen, aber noch einiges zusätzlich:

  • komplett unsichtbar (für Diebe und Finder), bzw. kann unter einem frei wählbaren Namen getarnt werden,
  • kann auch über SMS aktiviert werden,
  • übermittelt bei SIM Karten Wechsel automatisch die neue Nummer.

Die Bewertungen der meisten Nutzer sind positiv und auf einem Internetforum gibt es einen ausführlichen, ebenfalls positiven Test.

Aber jetzt denk ich doch noch mal nach, wie das im Ernstfall abläuft. Und dazu finde ich in der Diskussion zu obigem Test folgende bedenkenswerte Zeilen:

Eine Sperre ist das denkbar Bloedeste, es bringt den Finder erst recht auf die Idee im Netz zu suchen was nach akku raus und wieder rein so moeglich ist. und findet sicherlich Anleitungen fuer zu booten und eben auch zu flashen.
..
Es muss def einiges sehr gut laufen sein Tel.auf die Art wiederzubekommen. Das beste daran wenn ueberhaupt ist die uebermittlung der Nummer bei Simwechsel mehr nicht.

Spielt doch mal den Ernstfall im Kopf durch, Handy weg, schnell Ersatz suchen damit sms schreiben geht, dann zur angegebenen rückrufnummer gehen oder anrufen er solle die sms an deine email schicken weil du grade nicht in der nähe bist und das genutzte Handy leider kein smartphone ist das dir die Kordinaten auf Map anzeigen könnte.

Dann an einen Rechner gehen (einen suchen) email nachschauen ob GPS und all das übertragen wurde , dann dahin fahren auf 70 Meter genau und laut rufen wer hat mein Handy.
Naja also das mit der Nummerübermittlung macht einfach am meisten Sinn, Nummer des diebes anrufen und nett bitten er solle es dir doch wiedergeben.

Sinn macht das Programm nur wenn das Handy in einer dunkelen Ecke liegt, weil verloren und es sonst auch wirklich keiner findet und mitnimmt.

Die letztere Funktion habe ich schon mit der kostenlosen Variante von Lookout. Für ein Löschen des Handys kann ich sorgen, indem ich eine Sperre bei SIM Wechsel einrichte. Dies wird einen Dieb oder unerhrlichen Finder dazu zwingen das Handy komplett inklusive Firmware und Daten zu löschen, damit es für ihn wieder einen (Wiederverkaufs-)Wert bekommt. Gut, man sollte halt keine allzu privaten Fotos auf der SD-Karte haben.

Ob ich ein Programm wie Theft-Aware brauche, hängt also letztlich davon ab, ob ich im Schadensfall daran glaube, dass die Polizei die Sache ernst nimmt. Und genug Sachverstand besitzt, um mit Hilfe der Telefonnummer einen kleinen Dieb zu schnappen und mir mein Handy wiederzubeschaffen. Oder, ob ich das Risiko eingehen will, mich ohne Einschalten der Polizei mit dem Dieb zu treffen, um mein Handy (vielleicht) so schneller wieder zu kriegen. Das kann auch ins Auge gehen und teurer werden als der Verlust des Handys! Ich überleg mir das nochmal, denke aber, dass 9,99 € grundsätzlich ein fairer Preis ist. Ich denke, ich werde es kaufen, aber ohne Illusionen. Absolute Sicherheit gibt es nicht, weder auf dem Handy noch in der Gesellschaft, und schon gar nicht ohne einen Preis und ohne Risiko.

Das Smartphone ist da!

28. Mai 2011

So, nun ist es also angekommen. Der eBay Verkäufer war korrekt, es ist alles vollständig, in Ordnung und gut verpackt. Auch eine Rechnung ist dabei. Demnach ist das Handy gerade mal einen Monat alt (und seitdem im Preis bereits erheblich gesunken). Jedenfalls habe ich so auch Garantieansprüche, falls sich später doch noch was als kaputt herausstellt. Außerdem hat der Verkäufer noch eine passende Schutzhülle beigelegt – die braucht man auf jeden Fall und die kostet auch im Laden ein paar Euro. Insgesamt war das ein fairer Preis und wohl eine gute Idee mit eBay.

Samsung Galaxy Gio mit Zubehör

Ich setze also nun den Akku, die SD Karte und meine SIM ein und lade das Handy erstmal auf. Und anschließend starte  ich gleich mal das Gerät, um zu sehen was kommt. Es startet auch gleich und will die PIN von meiner SIM wissen. Das kriege ich soweit hin.  Eine Abfrage verwirrt mich gleich zu Beginn: Google will wissen, ob ich der anonymisierten Erfassung von Standortdaten zustimmen. Ich verneine das vorsichtshalber erstmal (dies stellt sich später aber als Fehler heraus).

Schließlich erscheint die erste Bedienoberfläche, die im Handbuch als „Standby-Bildschirm“ bezeichnet wird. Dort sind schon ein paar Symbole vorhanden. Das dem Gerät beiliegende Mini-Handbuch ist allerdings dabei gerade für Android-Neulinge wie mich ab jetzt keine große Hilfe mehr. Man erfährt gerade mal wie welche Taste heißt. Ich muss mich also selber zurechtfinden und probiere erstmal alles aus.

Das Klicken mit dem Touchscreen ist zunächst noch etwas ungewohnt, aber schnell hab ich den Bogen raus.  Einmal kurz klicken öffnet die Anwendung. Bleibe ich länger auf dem Symbol, bleibt es sozusagen kleben und ich kann es verschieben (oder löschen). In der untersten Zeile des Touchscreen habe ich feste Symbole für Telefon, Adressbuch, Messages und ganz rechts ein Symbol mit 4 kleinen Quadraten drin. Ich drücke das und bekomme einen ganz anderen Bildschirm. Dieser zeigt offenbar alle installierten Anwendungen, während ich auf dem Standby-Bildschirm nur die bevorzugten sehe. Dort wo zuvor das Symbol mit den vier Vierecken war, steht jetzt ein Haus-Symbol. Ich drücke es und bin wieder zurück auf dem Standby-Bildschirm. Aha!

Unterhalb des Touchscreen sind drei Tasten vorhanden. Davon ist die in der Mitte als Drucktaste und die zwei rechts und links als Touchtasten ausgelegt. Zurück auf den Startbildschirm komme ich immer mit der Drucktaste in der Mitte. Rechts daneben gibt es eine Rücktaste, die auch sehr nützlich ist. Die linke Taste ist für Optionen, die je nach dem gerade angezeigten Bild verschiedene Menupunkte bietet.

Ich beschäftige mich jetzt erstmal mit dem Zahnradsymbol mit der Bezeichnung  „Einstellungen“. Ich klicke mich da mal durch und das sieht ja alles schon ganz vertraut aus – wie bei einem Standardhandy. Immerhin scheinen die Smartphones heutzutage so smart zu sein, dass man nicht auch noch die Uhrzeit einstellen muss – die holt das Gerät sich aus dem Netz.

Dort finde ich nach einigem Suchen auch unter Einstellungen-Telefoninfo-Systemanleitung immerhin eine kurze Erklärung der Tastatur.  Nun weiß ich also zumindest wie ich auch Text eingeben kann. Das probiere ich gleich mal bei ein paar Anwendungen aus. In der Tat habe ich wie im mc-handy Video beschrieben Schwierigkeiten die Tasten zu treffen. Inbesondere komme ich beim Drücken des „m“ immer wieder auf die Backspace Taste. Das ist schon blöd, man braucht ziemlich viel Konzentration, um da ein längeres Wort einzugeben.

Einstellungsmenu

Man kann das also alles selbst durch Probieren rauskriegen. Das dem Smartphone beiliegende Mini-Handbuch war dabei allerdings keine große Hilfe. Eher schon halfen die gut gemachten Videos aus Youtube. Aber vielleicht hat das ein Konzern wie Samsung ja heutzutage gar nicht mehr nötig Handbücher für Leute wie mich zu schreiben. Die meisten Kunden gehören wohl zur Online-Generation, die das alles schon im Schlaf kennt oder bei Bedarf die Infos aus dem Netz holt. So wie ich letzten Endes auch.

Aber insgesamt bin ich jetzt schon ganz zufrieden mit dem Handy, mit mir selbst und mit der Welt. Es funktioniert grundsätzlich alles, das Gerät ist nach einigem Üben gut zu benutzen und ich bin auch nicht zu blöd um es zu bedienen. Nun muss man sehen, was es in der Praxis taugt.

welcher Mobilfunkvertrag?

26. Mai 2011

Bei der Anschaffung eines Internet-fähigen Smartphones stellt sich schnell die Frage nach dem Mobilfunkvertrag. Natürlich könnte ich in mein Handy irgendeine Prepaidkarte stecken, mit der ich lediglich telefonieren kann. Damit könnte ich dann das Internet nur nutzen, wenn ich gerade in einem Wifi/WLAN Netzwerk eingeloggt bin. Aber viele der potentiell nützlichen Features kommen eigentlich nur zur Geltung, wenn ich wirklich mobil, von unterwegs auf Informationen und Services aus dem Netz zugreifen kann.

Nicht zuletzt deswegen entscheiden sich ja viele Nutzer auch für einen – oft teuren –  Mobilfunkvertrag, bei dem sie eine Internetflatrate und das Handy selbst zusammen bekommen. Der Nachteil liegt auf der Hand: Man zahlt ab sofort jeden Monat teure Raten an den Mobilfunkbetreiber. Man ist auf das jeweilige Netz für lange Zeit festgelegt und wenig flexibel, wenn man ein anderes Handy oder andere Leistungen will.

Ich suche also nach einer offeneren und günstigen Lösung. Dabei lege ich auf eine Telefonie-Flatrate weniger Wert. Generell telefoniere und simse ich nicht so viel vom Handy aus und bin bisher mit einem Prepaid Tarif gut gefahren. In Bezug auf das Internet wäre es jedoch schon schön ein wenig Reserve zu haben. Viele angebliche Flatrates drehen den Saft schon nach relativ geringen Download-Mengen runter und dann geht es nur noch im 64 kbit/s Schneckentempo. Bei manchen lauern sogar Kostenfallen, weil nach Erreichen der Freigrenze jedes weitere MByte teuer berechnet wird.

Ich konsultiere also nun einschlägige Telefontarifvergleichseiten wie z.B. teltarif.de. Und stoße bald auf ein interessantes Angebot: O2 bietet eine werbefinanzierte Surfflatrate: Netzclub.de Man bekommt bis zu 30 Werbe-SMS pro Monat und soll auf mindestens eine reagieren (wobei offenbar klicken auf das Angebot ausreicht). Dafür bekommt man eine Surf-Flatrate immerhin bis 200 MB (Die genauen Konditionen sind etwas versteckt: dafür muss man auf die kleine hochgestellte 1 beim Surftarif klicken). Handy Telefonate kosten 11 Cent/min in alle Netze, was zwar etwas teuer als die günstigsten Angebote ist aber immer noch im Rahmen. Das wichtigste ist: ich kann es jederzeit wieder abbestellen. Die preisgegebenen Daten scheinen ungefährlich und gegen passende Angebote für Dinge, die mich potentiell interessieren, ist ja an sich nichts zu sagen. Das scheint das richtige zu sein, um mobile Internetnutzung mal praktisch auszuprobieren.

Also registriert und bestellt und per email-Link bestätigt. Die Lieferung ist superschnell, schon 2 Tage später habe ich die SIM Karte – noch bevor mein Handy eintrifft. Nun bin ich gerüstet.