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Wikipedia auf dem Handy

17. Oktober 2011

Wikipedia ist für mich zu einem unentbehrlichen Alltagswerkzeug geworden. Egal ob es um Technik, Kultur oder aktuelle Nachrichten geht – ein Blick ins Wiki verschafft oft wertvolle Hintergrundinformationen. Dazu kommt, dass ich manchmal auch ganz gern einfach stöbere. Die empfohlenen Artikel des Tages sind dabei meist ein guter Startpunkt.

Natürlich kann ich die Wikipedia auch vom Android-Phone aus per Browser aufrufen. Doch das macht nicht wirklich Spaß. Die deutsche Wikipedia leitet zwar automatisch auf eine für mobile Anwendungen optimierte url um, diese bietet aber nicht alle Funktionen. Außerdem ist diese Ansicht ziemlich umständlich zu bedienen, zumal ständig die Nachfrage kommt, mit welcher Anwendung die neue Seite zu öffnen ist. Sonderfunktionen wie Sprachwechsel oder Diskussionsseite finde ich in der Mobildarstellung auf Anhieb erstmal gar nicht. Kucken wir also mal, ob spezialisierte Apps es besser machen.

Wikidroid: gute Optik, wenig Funktionen

Als erstes probiere ich Wikidroid aus. Die App startet erfreulich schnell und zeigt dann eine ähnliche Ansicht wie die Mobilseite der Wikipedia. Allerdings wird in der kostenlosen Version ein Werbebanner im oberen Bereich eingeblendet. Ein kurzer Test ergibt, dass die App auch ungewöhnliche Artikel schnell findet. Gut ist, dass die Sprache über die Optionen-Taste schnell gewechselt werden kann, allerdings müssen die Sprachen zuvor ausgewählt werden. Sprachwechsel ist für mich eine sehr wichtige Funktion, weil gerade bei technischen Fragen oftmals der entsprechende Artikel der englischsprachigen Wikipedia deutlich mehr Informationen enthält. Ansonsten bietet die App aber wenig Mehrwert. Die Menufunktionen sind auf Englisch, was mich zwar nicht behindert, aber dann doch in der Verbindung mit deutschen Texten ziemlich verwirrend sein kann. Der einzige wirkliche Vorteil gegenüber dem Browser liegt in der Geschwindigkeit.

Mein nächster Kandidat ist die App Wapedia. Die Darstellung hebt sich deutlich von der Standardansicht ab, mit größeren Buchstaben und mehr auf den Text konzentrierter Darstellung. Das geht natürlich ein wenig auf Kosten der Optik. Unterwegs und auf dem Handy kann ich allerdings gut auf optische Schnörkel verzichten, insofern finde ich das ganz in Ordnung. Inzwischen scheint die App auch alle Artikel zu finden – in früheren Versionen war das ein Problem, weil nur eine Auswahl der „wichtigsten“ Artikel zur Verfügung stand. Das Optionen-Menu bietet mir deutlich umfangreichere Funktionen als Wikidroid:

  • direkter, übersichtlicher Zugriff auf das Inhaltsverzeichnis der Seite
  • auch die Diskussions- und Versions/Autoren-Seiten sind abrufbar
  • Sprachwechsel ist beliebig ohne Voreinstellung nutzbar

Also eine App mit Mehrwert, wenngleich die Bedienung zum Teil etwas langsam und rucklig wirkt.

Kurz abhandeln kann ich die App Wikipedia Lexikon. Diese auch werbefinanzierte App ist noch funktionsärmer als Wikidroid, allerdings auch superschnell.

Etwas besser ist Wiki Lexikon. Diese App kann immerhin Sprachwechsel, verschiedene Darstellungsvarianten einschließlich der Standard-Web-Seite. Nur über letzteres ist Zugriff auf die Diskussionsseiten möglich und das ist dann doch ein wenig fummelig. Als echtes Alleinstellungsmerkmal bietet Wiki Lexikon die Unterstützung der Wiki Travel Funktion. Dabei handelt es sich um ein Projekt, das mit Hilfe von Wikipedia-Artikeln einen stets aktuellen Reiseführer für den jeweiligen Standort bereitstellen soll. Wer soetwas brauchen kann, der fährt mit dieser App sicher ganz gut.

Eine interessante Alternative ist Wikidroyd (mit Y!). Diese App ist ein offline Reader. Das bedeutet, dass die gesamte Wikidatenbank auf der SD Karte platziert wird und nur von dort gelesen wird. Sinnvoll ist dies sicherlich, wenn man im Ausland unterwegs ist und hohe Roamingkosten vermeiden will. Der Nachteil ist, dass ich die gesamte Datenbank erstmal herunterladen muss. Dies dauert unabhängig von der eigenen Internetverbindung mehrere Stunden, wohl weil der Downloadserver nicht mehr hergibt. Im Netz finde ich hierzu die Empfehlung den Datenbestand per Computer runterzuladen und dann auf die SD-Karte zu schieben. Das ist auf jeden Fall sinnvoll, denn in der Zeit, in der die Dateien heruntergeladen werden, will ich das Handy ja weiter nutzen.
Das Ergebnis ist dann doch ziemlich überzeugend. Dank meiner größeren SD-Karte habe ich keine Probleme, die ganze deutsche (2,3 GB) und die noch umfangreichere englische (4,2 GB) Enzyklopädie herunterzuladen. Die Datenbank ist vollständig und offensichtlich ziemlich aktuell. Es wird zwar nur der reine Text ohne Bilder und Diskussionen angezeigt, aber dafür habe ich alles auch dann zur Verfügung, wenn ich kein Netz zur Verfügung habe. Und irgendwie ist es ja schon faszinierend, einen relevanten Teil des Wissens der Menschheit auf seinem Handy mit sich herumzutragen.

Ich stöbere weiter im Android-Market. Interessant klingt die App Wikimobile2. Diese bietet laut Beschreibung „die coolste Art Wikipedia zu erleben“. Das Wort „cool“ klingt in diesem Zusammenhang aber eher  verdächtig und das bestätigt sich auch schnell. Die App verlangt Rechte, die nicht wirklich für den Zugriff auf die Enzyklopädie Sinn machen, u.a.:

  • Mein Standort
  • Telefonstatus lesen und identifizieren
  • Inhalt des USB-Speichers und der SD-Karte ändern/löschen
  • Standby-Modus deaktivieren

Das klingt schwer nach einer App, die weniger für die User, dafür aber umso mehr für die Werbetreibenden „cool“ ist. Dieser Eindruck bestätigt sich auch nach dem versuchsweisen Installieren: Die Werbebanner sind so plaziert, dass ich unabsichtlich sehr leicht drauf trete. Die besonderen Funktionen bestehen darin, dass ich für den gleichen Suchbegriff auch noch auf andere Quellen wie Google Bilder und Youtube zugreifen kann. Die Wikipedia-Funktionen selbst beschränken sich hingegen auf das nötigste.

Nach der letzten Erfahrung bin ich doch etwas ernüchtert und kucke mir die anderen Angebote etwas genauer an, bevor ich sie runterlade. Ich glaube, ich muss doch mehrere Wikipedia-Apps parallel behalten. Wikidroid ist schnell und optisch ansprechend, Wapedia bietet alle Zusatzfunktionen, die ich brauche. Und Wikidroyd ist die Lösung, wenn ich kein Netz habe. Vielleicht gibt es ja irgendwann eine App, die alles vereint ohne Nebenwirkungen. Wenn ihr so eine findet, lasst es mich wissen!

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Infotainment

10. Juli 2011

Ich weiß, es ist etwas altmodisch, aber ich halte Bildung und Wissen für etwas anderes als das, was bei Günther Jauch abgefragt wird. Und ich halte das Verstehen von Fakten und Zusammenhängen für einen Wert an sich, auch ohne dass ich das gleich irgendwo gewinnbringend anwenden kann.

Daher kommt es wahrscheinlich, dass ich mir lieber Wissen reinziehe, wenn andere in der S-Bahn oder beim Warten an der Haltestelle auf ihrem Handy nur Musik hören oder eine Runde zocken. Natürlich geht Infotainment (Information+Entertainment) auf dem Handy nur in kleinen Häppchen, denn die Bildschirmgröße und die Zeit zwischen ein- und aussteigen ist begrenzt. Wikipedia-Artikel sind zwar eine willkommene Ablenkung bei allzu langweiligen Konferenzen aber unterwegs schon wieder fast zu lang. Glücklicherweise bin ich auf einige richtig gute Info-Apps zu allen möglichen Themen gestoßen. Einige davon will ich euch mal kurz vorstellen:

  • Important Ore Minerals gibt mir einen Überblick über die wichtigsten Gesteine und Mineralien, aus denen Rohstoffe gewonnen werden. Da ich schon immer mal wissen wollte, wo Eisen, Kupfer, Zinn, Silber, Aluminium … eigentlich herkommen und ganz gut Englisch kann, ist diese kostenlose App für mich gewissermaßen Gold wert.
  • Nabu Vogelführer listet 200 verschiedene Vögel. Laut eigenen Angaben sind das sämtliche in Deutschland heimische Arten. Die App soll die Vogelbestimmung erleichtern, indem man gezielt über Rubriken wie Größe des Vogels, Lebensraum, Form der Beine, des Schnabels, des Gefieders Schritt für Schritt die Art eingrenzt. Ich lasse mir aber einfach eine Art nach der anderen anzeigen und kucke nach den Unterschieden. Ob ich damit auch in der Natur einen Vogel bestimmen kann, habe ich noch nicht ausprobiert. Was mir allerdings schon mal dafür fehlt, ist eine Wiedergabe des typischen Gezwitschers bzw. Gesangs. Dies finde ich zwar nicht als App, dafür aber wenigsten in mobiltauglicher Form im Browser unter wap.vogelstimmen.de. Dort kann ich mir dann den typischen Gesang im mp3 Player abspielen lassen und wenn das paßt, weiß ich womöglich, wer da auf Partnersuche ist.
  • Latin Phrasebook enthält bekannte und weniger bekannte lateinische Ausdrücke und Sprichwörter. Ich habe nicht wirklich vor, die nun in meine Texte einfließen zu lassen, aber anregend sind sie allemal, zumal auch Quellen genannt und kurz der literarische Kontext erklärt werden. Das ganze gibt es halt leider wieder nur mit englischer Übersetzung. Aber wer sich an die Sprache der alten Römer heranwagt, den kann das auch nicht mehr schrecken.
  • Gesetze ist eine tolle App nicht nur für Juristen, sondern auch für alle anderen, die sich mal einen kurzen Einblick in diese oder jene Rechtsfrage verschaffen wollen. Sie beruht auf der Webseite www.gesetze-im-internet.de des Justizministeriums. Die Gesetze sind alphabetisch sortiert, was nicht besonders weiterhilft, denn der Gegenstand des Gesetzes läßt sich nicht immer am ersten Wort festmachen. Daher gehe ich jetzt erstmal die ganze Liste durch und lade und markiere mir diejenigen, die für die Themen, mit denen ich mich beschäftige, relevant sind. Beim ersten Aufruf gibt es hier noch eine kleine Verzögerung. Danach ist das Gesetz lokal gespeichert und sofort abrufbar.
  • Schließlich noch zwei Apps, mit denen ich doch noch die Wikipedia Enzyklopädie abfragen kann, wenn mir nach ausführlicherer Information ist: Wapedia gefällt mir optisch am besten, lädt schnell und stellt die Wiki Artikel übersichtlich dar.  Wikidroid for Wikipedia bietet mir dafür noch ein paar Einstellungsmöglichkeiten mehr, z.B. zwischen den Wikis von zwei verschiedene Sprachen (Deutsch und Englisch) schnell hin- und herzuwechseln. Beide Apps sind werbefinanziert, aber für eine kleine Spende, die der Sache zugutekommt, kann ich sie auch werbefrei machen. Ich habe mich nur noch nicht entschieden, welche der beiden …

Soweit eine kleine Auswahl von Apps, die mich hoffentlich klüger machen, wenn ich schon gerade nichts besseres zu tun habe. Vielleicht habt ihr ja noch Lust Eure ganz persönliche Lieblings-Apps, die in diese Sparte passen, als Kommentar unten hinzuzufügen?